Nach Spitzhacken-Attacke in die Psychiatrie

Moosburg - Mit Spitzhacke und Prägeeisen ist ein 34-jähriger Moosburger auf einen Mann und dessen Sohn losgegangen, weil er nach eigener Aussage "Stimmen höre". Das Landgericht Landshut ordnete nun die Unterbringung in einer Psychiatrie an.

Er habe sich beobachtet und verfolgt gefühlt, sage der Angeklagte, der an paranoider Schizophrenie leidet, vor Gericht aus. Alkohol, Drogen und die schwere Krankheit prägten das bisherige Leben des Moosburgers. Seit Jahren klagte er, Stimmen zu hören. Er fühlte sich von Polizei und Mafia verfolgt und stand Ängste wegen eines vermeintlichen Bürgerkrieges aus.

Mehrere Therapien in psychiatrischen Einrichtungen brachten zwar Besserung, doch es gab Rückfälle. Leidtragende waren zunächst seine Eltern: Seine Mutter griff er während eines Schubs mit dem Messer, seinen Vater mit einem Schraubenzieher an. Beide kamen mit dem Schrecken davon. Im Oktober 2008 befand sich der leidenschaftliche Kajakfahrer mit seinen Sportgeräten auf der Thalbacher Straße auf dem Heimweg. Als eine 50-jährige Hausfrau aus Wang an ihm vorbeifuhr, schlug er mit dem Paddel gegen die Beifahrertür. Schaden: 1200 Euro.

„Total ausgetickt”, so der 34-Jährige, sei er dann am 28. November. Da fühlte er sich um Mitternacht vom Besitzer eines in der Nähe stehenden Pkws beobachtet. Es kam zu dramatischen Szenen. Als der Wagen mit dem in der Nachbarschaft wohnenden Fahrer (56) startete, warf der Raumausstatter eine Flasche gegen das Auto. Als das überraschte Opfer den Übeltäter zur Rede stellen wollte, schlug der mit einem Prägeeisen auf den Pkw ein. Ein Schlag zielte gar Richtung Kopf. Der 56-Jährige konnte den Angriff mit der Hand abwehren und kam mit einer Schürfwunde im Gesicht davon.

Der Angeklagte flüchtete in seine Wohnung, kam aber kurz darauf zurück. Diesmal verfolgte er sein Opfer mit einer Spitzhacke. Der 56-Jährige hatte inzwischen aber seinen 28-jährigen Sohn alarmiert, der geistesgegenwärtig seinen Wagen zwischen den Vater und den Angreifer lenkte. Der 34-Jährige schlug mit der Spitzhacke mehrmals auf den Pkw ein, zertrümmerte die Front- und eine Seitenscheibe des Wagens. Der Fahrzeuglenker verlor daraufhin die Orientierung und landete mit dem Auto in einem Seitengraben. Der Sachschaden am Pkw belief sich auf rund 8000 Euro. Schlimmer als der materielle Schaden waren aber die Folgen für die beiden Opfer. Die Wanger Hausfrau berichtete, dass sie damals einen erheblichen Schock erlitten hatte. Der Nachbar musste sich mit wochenlangen Schlafstörungen und Angstzuständen in psychotherapeutische Behandlung begeben.

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