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Couragierte Vorbilder: Tim Pfeilschifter (16, 2. v. l.) und Andreas Lösel (17, 3. v. l.) wurden von Landrat Michael Schwaiger (l.) und Walter Schollerer („Owacht“) geehrt.

Nachahmer dringend gesucht: Zivilcouragepreis geht an Freisinger Schüler

Freising - Vorbilder für Zivilcourage gibt es viele. Doch der Verein „Owacht“, der sich für mehr Miteinander einsetzt und dieses belohnen möchte, findet nur schwer Beispiele. Ein neuer Preis soll das nun ändern.

Als die 15-jährige Schülerin des Josef-Hofmiller-Gymnasiums ohne Vorwarnung ein Messer zieht und ihre 16-jährige Banknachbarin attackiert (wir haben mehrfach berichtet), zögern Andreas Lösel und Tim Pfeilschifter keine Sekunde: Sie entreißen dem Mädchen die Waffe und sichern die Täterin, bis Erwachsene zur Hilfe kommen.

Vorfälle wie jener aus dem Dezember 2011 sind es, die couragiertes Handeln erfordern - finden die Mitglieder des Freisinger Vereins „Owacht“. Sie möchten eine „Kultur des Hinsehens statt des Wegschauens“ fördern und haben zu diesem Zweck den „Zivilcouragepreis“ ausgelobt. Die ersten Preisträger wurden gestern Abend im Landratsamt ausgezeichnet und heißen: Andreas Lösel und Tim Pfeilschifter. „Sie haben in dieser kritischen Situation Rückgrat bewiesen und das Interesse der Allgemeinheit über ihr eigenes gestellt“, lobte Landrat Michael Schwaiger, Laudator und selbst Vorstandsmitglied von „Owacht“.

Walter Schollerer, der den Jugendlichen jeweils einen Glasquader mit Gravur überreichte, betonte, dass der Preis nicht nur in derart extremen Fällen in Frage komme. „Es gibt viele Situationen, in denen ein Jeder helfen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.“ Schollerers Problem: „Informationen über preiswürdiges Verhalten geht meist verloren, da im Augenblick der Kenntnisnahme schlichtweg nicht an die Möglichkeit der Auszeichnung gedacht wird.“ Eine Plakataktion für den Zivilcouragepreis 2013 soll nun ein Jahr lang den nötigen Bekanntheitsgrad steigern.

Von der Ehrung zeigten sich die Preisträger Andreas und Tim sichtlich überwältigt. Für sie, so ließen sie unisono verlauten, sei ihr Handeln „einfach eine Selbstverständlichkeit“. Und Tim ergänzte: „Aber es ist schön, wenn das Thema von der Gesellschaft in dieser Form reflektiert wird und man diese Anerkennung erfährt.“

von Armin Forster

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