Wilhelm Frenz (†) war Vorreiter des biologischen Pflanzenschutzes.

Nachruf auf Prof. Wilhelm Frenz

Pionierarbeit geleistet

Freising - Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf trauert um Professor Prof. h.c. Wilhelm Frenz, der am 18. November gestorben ist. Er lehrte bis zu seinem Ruhestand 1999 das Fachgebiet Gemüsebau und war Leiter des damaligen Instituts für Gemüsebau der Staatlichen Versuchsanstalt für Gartenbau Weihenstephan.

Mit 83 Jahren mitten aus dem Leben gerissen – das darf bei Professor Frenz getrost so formuliert werden. Denn er war noch bis zum letzten Tag mit genau dem gleichen Tatendrang erfüllt, der sein Leben geprägt hat.

1969 übernahm Wilhelm Frenz die Leitung des Instituts für Gemüsebau an der damaligen Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt für Gartenbau. Von 1985 bis 1997 war er außerdem stellvertretender Leiter der Versuchsanstalt.

In 30 Jahren Dienstzeit prägte er durch seine Forschungstätigkeiten die Entwicklungen im Gemüsebau weit über die Landesgrenzen hinaus. Anwendbare Ergebnisse für die gärtnerische Praxis standen dabei stets im Vordergrund. Frenz zählt zu den Pionieren des Biologischen Pflanzenschutzes. Seine Arbeiten im Bereich der gezielten Zucht und Produktion von Nutzinsekten verhalfen dem Nützlingseinsatz im Gartenbau zum Durchbruch. Hierfür wurde er 1992 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Als Professor im Fachgebiet Gemüsebau prägte er in 60 Semestern viele Studenten mit seinem Wissen, seiner fachlichen Neugierde und seiner inspirierenden, aber auch fordernden Art. Die frühzeitige Einführung eines EDV-gestützten Bibliothekssystems ist eine von vielen Errungenschaften seines Wirkens.

Neben der Ausbildung der Studenten war Wilhelm Frenz die Fort- und Weiterbildung der Erwerbs- und Freizeitgärtner stets ein wichtiges Anliegen. Weit über 20 Jahre lang waren das „Dombergseminar“ sowie der „Gemüsebautag“ wichtige Bausteine des Wissenstransfers an der Hochschule. 1999 begründete er den Gemüsebautag für den Freizeitgartenbau.

Als Pensionist führte Frenz die von ihm angebahnte Kooperation mit der Mongolischen Staatsuniversität für Landwirtschaft in Ulan Bator fort. Von 2000 bis 2004 gab es dort für ihn Lehraufenthalte im Fach Gemüsebau. Für sein Engagement bekam er die Ehrenprofessur verliehen.

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