Dickes Lob: (v.l.) Georg Rehm (bester Sammler), Richard Kroiss (Vize), 3. Bürgermeister Thomas Seidenberger, Dieter Himmelstoß (Reservistensprecher), Norbert Hörpel (Vorstand). wu

Nachwuchssorgen beim KSV

Neufahrn - Gedenken und Erinnerung, aber auch Mahnung, standen im Mittelpunkt des Kriegerjahrtags des KSV Neufahrn. Wie wichtig dies gerade in der heutigen Zeit ist, betonten Bürgermeister Franz Heilmeier ebenso wie KSV-Vorsitzende Norbert Hörpel nach der Messe beim Totengedenken am örtlichen Kriegermal.

In sein Gedenken an die 95 gefallenen und vermissten Soldaten beider Weltkriege aus Neufahrn schloss Hörpel auch die zig Millionen zivilen Opfer und nicht zuletzt die 85 Bundeswehrangehörigen ein, „die in verschiedenen Auslandseinsätzen ihr Leben verloren.“ Sein Verständnis vom Auftrag der Krieger- und Soldatenverein besteht darin, „nicht wegzusehen, wachsam und kritisch zu sein, sich zu äußern und zu mahnen, und nicht irgendwelchen Rattenfängern hinter zu laufen.“ Heilmeier forderte angesichts des aufkommenden Fremdenhasses dazu auf, „alles für den Frieden zu tun“.

Hörpel bedankte sich ausdrücklich bei der Gemeinde für ihre Unterstützung beim Erhalt des Neufahrner Kriegerdenkmals: „Anderswo werden Kriegerdenkmäler abgebaut und dies ist neu restauriert.“

Bei der Mitgliederversammlung mit 3. Bürgermeister Thomas Seidenberger ließ Hörpel das letzte Geschäftsjahr Revue passieren. Ein belebendes und grenzüberschreitendes Element ist die Freundschaft mit den Alpinis der Partnergemeinde im italienischen Gardolo.

Eine einstimmig angenommene Satzungsänderung erhöht zukünftig die Handlungsfähigkeit der Mitgliederversammlung. Deren Beschlussfähigkeit ist nun nicht mehr an die bisher vorgeschriebene Teilnahme von 20 Mitgliedern gebunden, sondern berechtigt, „mit der einfachen Mehrheit der anwesenden Mitglieder über Beschlussanträge abzustimmen.“

Schwierige, existentielle Probleme für den Kriegerverein bestehen hinsichtlich steigenden Alters bei gleichzeitig sinkenden Mitgliederzahlen: von den aktuell 79 Mitgliedern ist nur eines unter 40 Jahre, dagegen 25 zwischen 71 und 80 und 15 Mitglieder älter als 81 Jahre. Und es werden immer weniger. Neben den fünf Todesfällen im vergangenen Jahr gab es auch drei Austritte - und keine Neuaufnahmen.

Mit diesem Mitgliederschwund und der abnehmenden Bereitschaft fürs Ehrenamt freilich steht der KSV nicht allein da, wie Seidenberger auch für andere Vereine und die Parteien schildert. Hörpel bittet deshalb noch einmal eindringlich und nachdrücklich darum, neue Mitglieder zu werben, damit der Verein am Leben erhalten bleiben kann. Übrigens steht der KSV auch für Frauen offen. In diesem Zusammenhang warf stellvertretender Vorsitzender Richard Kroiss die Frage nach Außenwirkung und Attraktivität auf, um neue Interessenten für die friedenstiftende Arbeit des KSV zu gewinnen.

Dazu gehört natürlich auch die Sammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, bei der sich als einziger Sammler Georg Rehm auszeichnen konnte. Er kam auf die durchaus stolze Summe von 1360,50 Euro - ein trotz der schwierigen aktuellen Umstände um 200 Euro höheres Ergebnis als im Jahr 2014.

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