Nagel-Group verlässt Allershausen

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Allershausen - Die Nagel-Group verlässt Allershausen und geht nach Schweitenkirchen. Für die Ampertalgemeinde bedeutet das einen großen Verlust an Gewerbesteuern. Die Firma strebt indes eine Modernisierung an – die Anlage in Allershausen ist technisch nicht mehr im besten Zustand.

„Wir werden Ende des Jahres unser neues Logistikzentrum in Schweitenkirchen beziehen“, sagt der Niederlassungsleiter der Nagel-Group, Dieter Goldmann. Allerdings: Ganz weg aus Allershausen wird der Lebensmittellogistiker nicht sein. Das Unternehmen besitzt immer noch eine Mietoption für potentielle Neukunden auf die bisherige Anlage, die die Firma Garbe Logistics gekauft hat. „Wir stehen da momentan in Verhandlungen“, sagt Goldmann.

Allerdings habe das Gelände in Allershausen schon bessere Zeiten gesehen – sie stößt schon seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen, sagt der Niederlassungsleiter. Auf technisch neustem Stand ist die Nagel-Group dort nicht mehr. In Schweitenkirchen sei man wieder „up-to-date“ – beispielsweise mit einer Umschlagehalle mit über 150 Toren. Diese Anlage ist auch für zukünftiges Wachstum ausgelegt.

Und das Personal? Das wird auch in Schweitenkirchen benötigt, erklärt der Niederlassungsleiter. Die rund 250 Mitarbeiter sollen also auch dort alle eingesetzt werden.

„Das neue Grundstück hat eine Fläche von 85 000 Quadratmetern“, sagt Goldmann. Außerdem verteilen sich Lager- und Umschlagsfläche auf rund 20 000 Quadratmeter. Zum Vergleich: In Allershausen hatte die Nagel-Group nur ungefähr die Hälfte an Platz. Der Zugewinn an Platz bedeutet auch, dass die Außenstellen Poing und Garching nach Schweitenkirchen verlagert werden.

Auch die Bemühungen der Gemeinde konnten den Umzug nicht verhindern. Angrenzend an die bestehende Fläche habe die Nagel-Group ein Grundstück angeboten bekommen. Dafür hätte man aber die derzeitige Zufahrt nutzen müssen. „Das ist für die Anwohner, gerade bei dem stetigen Wachstum der Niederlassung, nicht mehr zumutbar und durchführbar“, sagt Dieter Goldmann.

Die Folge für Allershausen: „Ganz einfach: ein großer Verlust an Gewerbesteuern“, sagt Bürgermeister Rupert Popp. Mit der Nagel-Group verlässt der größte Steuerzahler die Gemeinde. Über 200 Arbeitsplätze in Allershausen sind zudem Geschichte.

„Direkt auffangen kann man das natürlich nicht“, erklärt Popp. Aber: Ein Silberstreif am Horizont sind die Wachstumspläne der Firma Yaskawa, die ebenfalls in Allershausen ansässig sind. Bei denen „brummt das Geschäft“, sagt Popp. Entsprechend erwartet die Gemeinde hier größere Zahlungen. Ob die reichen werden, um den Verlust des größten Zahlers aufzufangen, darf allerdings bezweifelt werden. Allerdings: Auf dem Gelände in Leonhardsbuch, wo früher die Lear Corporation war, rührt sich auch wieder etwas: Die Gruppe Antolin hat sich dort eingemietet und ist seit rund drei Monaten in Betrieb.

Der Fahrplan der kommenden Wochen sieht wie folgt aus: Wenn die Nagel-Group die Mietoption auf das Gelände nicht ziehen sollte, müsse ein geeigneter Nachmieter gefunden werden. Den sucht dann die Firma Garbe Logistics – jetzt heißt es zunächst aber Abwarten. Festzuhalten bleibt laut Popp: „Der Umzug der Nagel-Group schmerzt die Gemeinde."

Rubriklistenbild: © dpa

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