1. Startseite
  2. Lokales
  3. Freising
  4. Nandlstadt

Büroflächen, Ferienwohnungen, Einfamilienhäuser: Drei problematische Bauanträge in Nandlstadt beraten

Erstellt:

Von: Andrea Hermann

Kommentare

Baustelle, Mann trägt was
Mehrere Bauanträge waren jetzt Thema im Nandlstädter Kommunalparlament. (Symbolbild) © Arno Burgi

Gleich drei Bauanträge, die einiges an Diskussionspotenzial bieten, lagen jetzt den Mitgliedern des Nandlstädter Bauausschusses vor. Für Gesprächsstoff war gesorgt.

Nandlstadt - Drei nicht ganz unproblematische Anträge beschäftigten den Nandlstädter Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung.

Bei Büroflächen „scharf dahinter sein“

In einem Gebäude im Gewerbegebiet Kitzberger Feld sollen ein Speicher und ein Lager in zwei Büros umgewandelt werden. Was nach einem normalen Bauvorhaben klingt, hat für Bauamtsleiter Johann Pichlmaier einen „faden Beigeschmack“. Grund: Bislang wurden die Räume vermietet, was allerdings der „Ur-Festsetzung widerspricht“. Deshalb sei die Gemeinde „dagegen vorgegangen“. Die Folge: „Der Mieter zieht um, und jetzt werden laut Antrag Büroflächen gemacht“, so Pichlmaier.

Laut Bauamtsleiter „könnte man das Einvernehmen erteilen, aber nur unter gewissen Auflagen“, riet er den Bauausschussmitgliedern. Konkret bedeutet dies: „Das Landratsamt muss kontrollieren und scharf dahinter sein.“ Das sei „die Mindestauflage“, die man in den Beschluss aufnehmen sollte. Nicht, dass die Räume wieder als Wohnung genutzt werden. Einstimmig erteilte das Gremium das Einvernehmen – mit dem von Pichlmaier vorgeschlagenen Zusatz.

Ferienwohnungen: Zufahrt nicht gesichert

Verzwickt ist die Lage in Kleinwolfersdorf: Dort möchte ein Bauherr eine Betriebsleiterwohnung mit Ferienwohnungen für Urlaub auf dem Bauernhof und Unterkünften für Saisonarbeiter errichtet. Das Problem: „Das Grundstück ist derzeit nicht erschlossen“, heißt es seitens der Verwaltung. Und eine Erschließung gestaltet sich mit Blick auf die Grundstücksverhältnisse offenbar als schwierig bzw. nicht möglich.

Während die Zufahrt zur bereits bestehenden Maschinenhalle für landwirtschaftliche Fahrzeuge gesichert ist, ist dies für eine mögliche Bebauung nicht der Fall. Für Autos und Versorgungsfahrzeuge wie Müllautos, Post und Co. gibt es „keine gesicherte Zufahrt“, so Pichlmaier.

Würde der Bauausschuss dem Bauantrag zustimmen, „haben wir ein Problem. Dann müssen wir die Zufahrt sichern“ – auf eigene Kosten, warnte der Bauamtsleiter die Mitglieder. Sein Vorschlag: „Das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilen, um Probleme zu vermeiden.“ Dem Ratschlag folgte das Gremium und begründete die Entscheidung mit der „nicht gesicherten Erschließung“.

Martin Forster (CSU) wollte sich mit der Entscheidung nicht zufriedengeben und forderte, in diesem Bereich „kreativ“ zu werden. Doch der Verwaltung sind die Hände gebunden. „Was soll ich machen?“, fragte Bürgermeister Gerhard Betz in die Runde. Eine Antwort darauf wusste allerdings niemand.

In Figlsdorf darf nun doch gebaut werden

Wie vom Bauamtsleiter prophezeit, musste sich der Bauausschuss erneut mit dem Neubau von vier Einfamilienhäusern in Figlsdorf beschäftigen. Weil dem Gremium das Bauvorhaben ein „Dorn im Auge“ ist, wie es Sebastian Unger (CSU) in der Sitzung im Mai ausgedrückt hat, lehnte der Ausschuss das Vorhaben damals ab (wir haben berichtet). Doch bereits damals machte Pichlmaier klar, dass man sich „vom Gesetz her nicht wehren“ könne, weil es sich um eine „klassische Innenraumverdichtung“ handle – unabhängig davon, ob hier Einheimische bauen oder Zugezogenen. Der Ablehnung folgte nun die Aufforderung des Landratsamts, das Vorhaben zu genehmigen – andernfalls könnten juristische Konsequenzen folgen.

(Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem regelmäßigen Freising-Newsletter.)

„Wenn wir keine Entscheidungsfreiheit haben, warum werden wir dann überhaupt gefragt?“, wollte GoL-Marktrat Bernd Stöckeler wissen und verglich das Prozedere mit dem „Abnick-Parlament in China“. Pichlmaier betonte, dass sich der Bauherr an das Baugesetz und die Abstandsflächen halte und alle Voraussetzungen erfülle. Folglich gebe es keinen Grund für eine Ablehnung – auch wenn so mancher Marktrat ein Problem mit dem Bauvorhaben an sich oder den künftigen Bewohnern hat. Letztlich musste Stöckeler nachgeben: „Ich werde zustimmen, weil ich keinen Ärger machen möchte.“ Letztlich gab auch der Bauausschuss grünes Licht. Mit Blick auf den vorliegenden, genehmigten Vorbescheid sagte Forster: „Wir können uns glücklich schätzen: Hier wäre eine massivere Bebauung möglich gewesen.“

Noch mehr aktuelle Nachrichten aus dem Landkreis Freising finden Sie auf Merkur.de/Freising.

Auch interessant

Kommentare