Fest der Sinne 2019 in Nandlstadt
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Für Begeisterung hat das Fest der Sinne zuletzt 2019 gesorgt. Weil auch heuer Corona das Großereignis in Nandlstadt unmöglich macht, wird derzeit über einen Kultur-Sommer nachgedacht, der das Publikum entzerren und trotzdem unterhalten soll.

Kulturreferent gibt Auskunft

Fest der Sinne fällt wegen Corona aus - Bekommt Nandlstadt dafür einen Kultur-Sommer?

Die Pandemie sorgt dafür, dass auch 2021 das Fest der Sinne in Nandlstadt flach fällt. Doch hinter den Kultur-Kulissen formieren sich bereits Alternativpläne.

Nandlstadt – Jetzt ist es offiziell: Auch das Nandlstädter Fest der Sinne wird heuer aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden können. Bei der jüngsten Gemeinderatsitzung gab sich Kulturreferent Rainer Klier (CSU) dennoch zuversichtlich, denn er will stattdessen einen Kultur-Sommer im Marktgebiet auf die Beine stellen. Wir haben nachgefragt, wie eine solche Veranstaltungsreihe aussehen könnte.

Wie für viele kommunale Veranstaltungen und Feste ist die Corona-Gesamtlage einfach zu heikel, und eine gute Vorplanung eigentlich unmöglich. Aus diesem Grund hat sich der Markt gegen das Fest der Sinne 2021 entschieden. „Das schmerzt“, sagt Klier im Gespräch mit dem FT. Da sich das Fest längst als Highlight etabliert habe und auch sehr viele Gäste anziehe, plädierte Klier dafür, nichts Halbgares zu versuchen – das würde dem Format eher schaden als nützen. Dann, so der Kulturreferent, lieber etwas ganz Neues wagen und ausprobieren. Sein Plan: Ein Nandlstädter Kultur-Sommer, der zeitlich großzügiger angelegt ist und deshalb per se weniger Zuschauer an einem Tag bündelt.

Von Lesungen über Kabarett bis Musik-Bühnen

An verschiedenen Orten im Markt möchte er unterschiedliche Events anbieten: Von Lesungen über Kabarett bis zu Musik-Bühnen soll ein breites Spektrum die Kultur zurück in die Hallertau bringen. Sehr charmant auch seine Idee einer kleinen Open-Air-Bühne. Und was immer noch terminlich stehe und laut Klier auf jeden Fall stattfinden soll: Franziska Wanninger und die Wellküren, die im Juni in der Hopfenhalle auftreten sollen.

Rainer Klier (CSU): Der Kulturreferent klopft derzeit die Möglichkeiten ab.

Aber auch das will Klier zum ersten Mal ausprobieren: ein Open-Air-Kino in Nandlstadt. Dort könnte dann beispielsweise Helmut Schranners „Brandner Kaspar“ gezeigt werden, aber auch andere Filme schweben Klier vor – vieles müsste da halt noch geklärt werden, von den Kosten bis zu den Rechten. So ein Freiluft-Kino wäre seiner Meinung nach dann sowieso etwas zum beibehalten. Aktuell, erzählt Klier, rede er grad sehr viel mit den Künstlern der Region, um zu schauen, was geht – beispielsweise mit den AuerVoices oder den Dancing Angels. Die Kosten müssten natürlich stimmen, aber auch die Qualität. Er wisse freilich: „Kultur kostet immer was.“

Weitere Projekte sollen Künstler wieder sichtbar machen

Rainer Klier hat auch noch andere Projekte auf dem Schirm, um die Künstler wieder sichtbar zu machen: Beispielsweise Kunst im Schaufenster, durch das etwa bildende Künstler ihre Werke in den Nandlstädter Geschäften zeigen könnten. An was er auch noch denkt: Den Nandlstädter Kulturradweg wieder bekannter zu machen, auf dem sich Interessierte über historische Daten und Gebäude schlaumachen können.

Unabhängig davon, so sagt Klier, wären für den Markt historische Führungen überaus spannend. Viele Bürger würden ja beispielsweise gar nicht wissen, was in Nandlstadt schon so alles passiert sei oder welche Originale hier gelebt hätten – beispielsweise der Musiklehrer, Musikmeister und Tanzmusikant Anderl Schranner.

Auf jeden Fall, so lautet aktuell die Triebfeder von Klier, sollte die Kunst im Ort wieder gestärkt werden. Beruflich hat er dabei auch einen großen Schritt gemacht: Seit März ist Klier Kulturreferent des Landkreises München.
Richard Lorenz

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