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Für die Schlüsselübergabe an das Prinzenpaar sorgte 2. Bürgermeister Jens-Uwe Klein, flankiert von den beiden Hofdamen Theresa Unger (l.) und Anna Tafelmaier (r.).

Inthronisation

Halleluja – Nandlstadt erlebt sein blaues Faschingswunder

Nandlstadt - Es ist vollbracht. Dem Jubel bei der Proklamation folgte am Donnerstagabend frenetischer Beifall für das Nandlstädter Prinzenpaar Anja und Christoph, die mit Charme und Herzlichkeit die Hopfenhalle im Sturm eroberten. Ein voller Erfolg – auch wenn einer fehlte.

Mit 260 Besuchern war die Nandlstädter Hopfenhalle fast ausverkauft, sehr zur Freude der Narrhalla-Führung. Doch ein Platz blieb beim „Ball der Gemeinde“ leer, ein prominenter noch dazu: Bürgermeister Jakob Hartl fehlte – auch zur Überraschung seines Stellvertreters Jens-Uwe Klein, der deshalb vom normalen Ballbesucher zu einem der Hauptakteure des Abends wurde.

Von ihrer besten Seite zeigten sich die zehn Gardemädels. Sie durften erst nach einer Zugabe wieder durchschnaufen.

Kleins erste Amtshandlung war dann auch der Eröffnungstanz, den der Bürgermeister traditionell mit der Prinzessin des Vorjahrs absolviert. Dem Vize-Bürgermeister gelang das mit Bravour. Vanessa Obermeier war das große Vergnügen beim Walzer anzusehen. Kleins nächste Aufgabe war die Machtübergabe. Hierzu hatte sich die Narrhalla wohlweislich vorab bereits den überdimensionierten Rathausschlüssel besorgt, den der 2. Bürgermeister dann den neuen Regenten übergab. „Mit dem Rathausschlüssel übernehm’ ma Nandlstadt“, sagte der 29-jährige Prinz Christoph aus der Tafelmaier-Dynastie. „Ich muss schon sagen, dass das was hat.“ Auch die 28-jährige Prinzessin Anja, bürgerliche Garbatsch, war froh, dass die fünfte Jahreszeit endlich Fahrt aufnimmt. „Das Warten und Trainieren hat ein End’, den Termin hab’ ich schon lang herbeigesehnt.“

Dass sich die neuen Hoheiten darauf bestens vorbereitet hatten, brachte der Prinzenwalzer zu Tage, dessen Titel die Stimmung der Besucher ausdrückte: „Halleluja.“ Nicht nur der Tanz, auch das von Schneiderin Theresia Kühner gefertigte Gewand der beiden war sehenswert. Passend zur Prinzessin, die in einem Perlen und Pailletten bestickten Tüll-Traum in royal-blau eine Augenweide war, machte auch ihr Prinzgemahl in einer Uniform mit glitzernder und geflochtener Schützen-Fall-Schnur eine tolle Figur. Dementsprechend frenetisch war der Applaus in der Halle – auch am Tisch von „Queen-Mum“ Monika Garbatsch sowie den stolzen Prinzeneltern Maria und Markus Tafelmaier.

Bereits zuvor legte die Garde eine heiße Sohle aufs Parkett. Mit weißen Hüten und Stiefeln zeigten die zehn Mädels im blauen Dress viel Bein, das sie beim Gardemarsch, der Sportpalast-Polka und anderen Songs über zwei Dutzend Mal in die Höhe warfen. Nicht minder begeisternd war die russische Zugabe der Mädels: Moskau von Dschingis Khan.

Dabei musste die Formation kurzfristig umgeplant werden, da Gardemädel Anna-Maria Teibl zwecks Bandscheibenvorfalls ausfiel und stattdessen Trainerin Andrea Stiller buchstäblich einsprang. Von den Narrhalla-Darbietungen animiert gab es auch für das Publikum kein Halten mehr, weshalb die Tanzfläche bei den Liedern der Vier-Mann-Band Gletscherfetzer meist bestens belegt war. Eine lange Verschnaufpause bot schließlich die Ordensverleihung. Hier nutzte die Narrhalla die Gunst der Stunde, um Rathausprominenz, Verwandte, Freunde, Ex-Mitglieder und Geschäftsleute eine Plakette umzuhängen. Auch der neue Caterer bei den Bällen in der Hopfenhalle, der Gastronom Josef Anthofer aus Mainburg, wurde bedacht.

Martin Hellerbrand

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