Arbeiter in Schutzanzügen sitzen auf einer Schutzplane bei Aiglsdorf nahe Nandlstadt
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Männer unter Vollschutz arbeiten auf einer Wiese bei Aiglsdorf (Markt Nandlstadt) - und haben mit ihrer Aktion für Aufsehen gesorgt.

FT-Reporter geht Rätsel auf den Grund

Heißluftballon am Strommast? Das steckt wirklich hinter der spektakulären Aktion bei Nandlstadt

Riesige Stoffbahnen hängen an einem Strommasten nahe Nandlstadt, Passanten vermuten bereits Dramatisches. Doch vor Ort erfährt unser Reporter den wahren Grund.

Aiglsdorf – Ob sich ein „Ballon“ verheddert habe, wurde auf Facebook in der lokalen Gruppe „Nandl-Chat“ schon gemutmaßt, auch mancher Autofahrer entlang der Strecke von Figlsdorf (Markt Nandlstadt) nach Attenkirchen schaute am Freitag zweimal in Richtung des Geschehens hoch oben auf der Überlandleitung: Was passiert denn da?

Von Weitem kann das Szenario an einen abgestürzten Heißluftballon erinnern – vor Ort entpuppt sich die Aktion bei Aiglsdorf aber doch nur als Anstrich-Auftrag.

Grund genug, dem regen Treiben vor Ort einen Besuch abzustatten. Der kürzeste Weg führt über einen Feldweg durchs Gehölz zur Wiese. Bietet dieser Ort eigentlich das schönste Panorama mit der Silhouette Aiglsdorfs, so fällt der Blick nun umgehend auf die Geschehnisse am riesigen Strommasten. Hier tut sich allerhand. Sind Masken im Alltag in Corona-Zeiten nicht unüblich, so erinnert die Schutzkleidung der Arbeiter eher an die Krankenhaus-Intensivstation. Einziger Unterschied zum OP-Saal: Die Arbeiter tragen alle Helm. Und der scheint angebracht.

Aufklärung von den Arbeitern vor Ort

Vor Ort wird dann auch rasch aufgeklärt, was denn hier geschieht: Die alte Farbe muss entfernt werden, danach gibt es einen neuen Anstrich, so die Auskunft des Baustell-Trupps. Was sich beim Zimmer-Weißeln mit Leiter oder Fassade mit Gerüst eher unbedenklich anhört, ist bei Masten in Dutzenden Metern Höhe natürlich eine größere Prozedur.

Die abgeschabte Altfarbe vom Strommast wird sorgsam im Beutel gesammelt und unter Vollschutz auf den Boden gebracht, wo eine Plane die Wiese abdeckt.

Ordnung und penible Sauberkeit herrschen dennoch. So ist der Mast verhüllt, außerdem wurde am Boden in etwa 30 Metern Umkreis ein Planen-Teppich ausgebreitet. Der Grund ist klar: Auf der Wiese soll nach getaner Arbeit nichts zurückbleiben. Und die geschieht vor allem in luftiger Höhe. Frühmorgens sind die Arbeiter dafür am Gitterturm hochgeklettert, um sich dann den Stahlträgern zu widmen. Bevor die neue Farbe aufgetragen werden konnte, galt es, die Flächen von der alten Farbe zu befreien. Die abgeschabten Farbstücke kommen ganz konventionell per Seil im Reste-Beutel nach unten.

Acht Mann zählt die Einheit, neben dem dreiköpfigen Bodenpersonal noch vier Maler, die abgesichert im Stahlgelände „turnen“, sowie ein Vorarbeiter, der bereits die nächsten Standorte auskundschaftet. Denn neben dem heutigen Koloss wird in den kommenden Wochen auch den weiteren Überlandträgern der Leitung ein neuer Anstrich verpasst – was sicher auch nicht unbeäugt bleiben dürfte.
Martin Hellerbrand

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