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Närrisches Finale in Nandlstadt

Prächtige Stimmung beim Faschingsumzug

Kreativ, kritisch und konstruktiv: Nandlstadt lässt es zum Finale richtig krachen

Lokal(politisch)e Themen dominierten den Gaudiwurm in Nandlstadt: Ob Waldbad-Desaster oder Bürgermeisterwahl – an Kreativität mangelte es nicht. Und die Stimmung war obendrein prächtig.

Nandlstadt Klein, aber oho: So präsentierte sich der Faschingsumzug gestern Nachmittag in Nandlstadt. Für den guten Ton sorgte in gewohnter Manier die „Rentnerband“, bestehend aus ehemaligen Spielmannszug-Veteranen, um Erwin Zischka, deren Durchschnittsalter Trommler Robert Urbaneck heuer erheblich drückte. „Gedrückt“ hatte sich auch Pizzeria-Wirt Antonio Chiffi, der sein Lokal am Faschingsdienstag geschlossen hatte. Mit viel Pasta und Pizza nahmen die Aiglsdorfer den Drückeberger aufs Korn, was dieser gemeinsam mit Gattin Elena und Sohn Antonio jubelnd mitverfolgte.

Keinen Jubel, eher die Missstimmung drückten die Königlichen-Schützen über das Waldbad aus. Denn aufgrund der Wasserqualität war Nandlstadts Erholungstempel im vergangenen Sommer mehrere Wochen geschlossen: „Frösche und Bakterien – machen im Waldbad Ferien“, so der Tenor. Halb so schlimm, schickten die gestreiften Badenixen um ihre „Froschkönigin“ Gertraud Stanglmair eine Einladung ans Faschingsvolk: „Kein Wasser im Waldbad? Na und – Poolparty beim Frauenbund“.

Keine Planschparty, eher die Wahlparty hatte die Gruppe „Gebhard-Done & friends“ im Auge. Denn die Bürgermeisterwahl 2020 dürfte spannend werden. Mit den Bürgermeistervertretern Jens-Uwe Klein und Gerhard Betz sowie TSV-Boss Andreas Steininger, Kindergarten-Referentin Maria Rauscher und sogar Ex-Gemeinderat Alois Schmidhuber wurden gleich mehrere Bewerber aufs Schild gehoben, nicht zu vergessen Amtsinhaber Jakob Hartl. Den imitierte Max Penzkofer und versah ihn mit der klaren Botschaft: „Wenn ich will, werd’ ich’s wieder.“

Hartl war beim Gaudiwurm ohnehin omnipräsent. Auch Bavaria-Baumgarten hatte mit Heinz Zischka ein „Mega-Double“, stilecht mit Schnauzbart und Fluppe in der Hand. Dabei ging es bei Bavaria eigentlich um drei herrenlose Schafe bei Zulehen. Niemand nahm sich der Schäfchen an, die dann von Bauamtsleiter Johann Pichlmaier mit Netz gefangen wurden und als „Fundstücke“ beim Rathaus landeten. „Ob im Wasser oder am Land – wir retten Leben mit Verstand“, lautete das Motto der Wasserwacht-Pantomimen.

Alles in allem war es ein gelungener Gaudiwurm – und zugleich der krönende Abschluss einer langen Faschingssaison.

Martin Hellerbrand

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