Zigarettenschachteln und Kippen lagen jüngst im Brunnen vor dem Rathaus – zum Ärger von Bürgermeister Gerhard Betz und vielen Bürgern.
+
Zigarettenschachteln und Kippen lagen jüngst im Brunnen vor dem Rathaus – zum Ärger von Bürgermeister Gerhard Betz und vielen Bürgern.

Ärger mit Hinterlassenschaften von Unbekannten

Müll auf öffentlichen Plätzen: Nandlstadts Bürgermeister kündigt Konsequenzen an

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
    schließen

Immer wieder werden öffentliche Plätze in Nandlstadt verdreckt. Nun reicht es den Verantwortlichen im Rathaus und es wird an die Bevölkerung appelliert.

Nandlstadt – Die Verärgerung bei Bürgermeister Gerhard Betz ist groß: Unbekannte haben ihren Müll an öffentlichen Plätzen hinterlassen. Ein Beispiel: Zigarettenschachteln und unzählige Kippen lagen jüngst im Brunnen vor dem Rathaus. „Es ist einfach nur traurig, wie wenig Wertschätzung regelmäßig vonseiten Unbekannter für ihre Heimat gezeigt wird“, schreibt Betz auf Facebook. Und er kündigt Konsequenzen an: „Sollte sich der Zustand nicht bessern, müssen die Sitzbänke beim Brunnen am Rathaus leider weichen – sicherlich zum Bedauern derer, die diesen Ort zur Rast nutzen.“ Denn er weiß: „Wenn da Müll rumliegt, ist das nicht einladend.“

Noch bevor der Rathauschef offiziell reagieren konnte, haben die Mitarbeiter des Bauhofs den Müll beseitigt – und das, „obwohl es nicht deren Aufgabe ist, den Dreck anderer Leute wegzuräumen“, sagt Betz im FT-Gespräch. „Die haben etwas Wichtigeres zu tun.“ Auf den Treppen an der Bergstraße musste ebenfalls schon Müll beseitigt werden. Betz appelliert an die Bürger, „sich so zu benehmen, wie Zuhause auch“.

Kot im Sandkasten

Auch 2. Bürgermeister Rainer Klier weiß um solche Vorfälle. „Immer wieder wird mir berichtet, wie sozial suboptimierte Personen auf öffentlichen Plätzen, Spielplätzen oder Treppen ihren Müll hinterlassen“, schreibt er auf Facebook. Ein Erlebnis „wurmt“ ihn noch sehr: „Ende Oktober, bei meiner Begutachtung des neuen Spielplatzes, stellte ich fest, dass ein Hundehaufen im abgesperrten Sandkasten im noch nicht freigegebenen und abgeriegelten Spielplatz war. So etwas ist an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Die Gemeinde und der Bauhof geben sich täglich Mühe, unsere Plätze aufzuwerten und sauber zu halten. Jeder, der mit solchen Aktionen Unmut sät, hat keinen Anstand, keine Wertschätzung für die Allgemeinheit und kann folglich kein richtiger Nandlstädter sein.“

Die Reaktionen auf Facebook auf die Müll-Posts sind nicht ausgeblieben. Eine Userin schreibt: „Ich finde es absolut nicht in Ordnung, wenn wegen ein paar unbelehrbaren Mitbürgern gleich alle bestraft werden sollen. Wo sind wir denn zwischenzeitlich gelandet, nur noch Strafen. Die Bänke sind gerade für Senioren wichtig, um eine kurze Rast einlegen zu können. Die Straßen werden ja auch nicht gesperrt, weil Papier oder Kippen am Rand liegen. Wöchentlich fünf Minuten werden doch wohl drin sein, um den Brunnen ,abzufischen’.“ Ein anderer Diskussionsteilnehmer fordert: „Am besten Kamera überwachen. Das schreckt ab.“ Und eine weitere Frau schreibt: „Dass die Mitarbeiter vom Bauhof immer den Dreck von anderen beseitigen sollen, ist das Allerletzte. Der Rathausplatz ist seit längerem Treffpunkt von Jugendlichen, denen es definitiv an der Grunderziehung fehlt. . .“

Ob es sich bei den Unbekannten tatsächlich um Jugendliche handelt, wollte Gerhard Betz nicht bestätigen. Und ihm ist auch bewusst, dass ein Abmontieren der Bänke vor dem Rathaus das „allerletzte Mittel“ sei. Denn: „Keiner will die Senioren bestrafen. Ich will nur, dass es sauber bleibt.“

Geschenke für einsame Senioren: Bei der Weihnachtsaktion im Kreis Freising kann jeder mitmachen

Auch interessant

Kommentare