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Das Waldbad in Nandlstadt muss dringend saniert werden, bevor es wieder in Betrieb geht.

Nach Badeverbot im Naturbad

Appell der Wasserwacht Nandlstadt: „Lasst das Waldbad nicht verkommen“

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Das Badeverbot im Nandlstädter Waldbad bereitet den Verantwortlichen der Wasserwacht Nandlstadt große Sorgen. Mehr noch: „Es nagt an der Basisunserer Existenz.“

Nandlstadt – Das idyllisch gelegene Waldbad in Nandlstadt ist nicht nur eine beliebte Freizeitoase, sondern auch eine wichtige Einrichtung für die Wasserwacht Nandlstadt. Regelmäßig halten die rund 60 Aktiven, davon 45 Jugendliche, im Sommer ihr Training dort ab, zudem leisten die Ehrenamtlichen zuverlässig ihren Wachdienst. Doch seit Juni vergangenen Jahres bleiben die Badegäste aus, und auch ein Training ist nicht mehr möglich. Grund: Wegen einer Keimbelastung des Wassers ist das Waldbad seit Mitte Juni 2019 komplett ausgelassen (wir haben berichtet). „Das Waldbad kann und darf in seiner jetzigen Form nicht weiterbetrieben werden“, teilte Bürgermeister Jakob Hartl im Juli mit. Ein Erhalt und Weiterbetrieb des Naturbads werde nur nach umfangreichen Untersuchungen, baulichen Maßnahmen und hohen Investitionen möglich sein.

Für die Wasserwacht ist das Badeverbot am Waldbad „ein Thema, das an der Basis unserer Existenz nagt“, teilen Vorsitzender Johannes Brandmeier, Technischer Leiter Konrad Frey und Jugendleiter Robert Urbaneck mit. „Eine ordentliche Ausbildung ist nur mit dem dazugehörigen Gewässer möglich.“ Nur Trockenübungen durchzuführen würde laut der Führungsriege „die Motivation der Mitglieder deutlich reduzieren“ und zum anderen die Qualität der Ausbildung senken. Deshalb gibt es eine klare Forderung an der Wasserwacht an die Gemeinde und an die (künftigen) Politiker: „Lasst das Waldbad nicht verkommen“, sagt Robert Urbaneck und hofft, dass „alle an einem Strang ziehen und Gas geben“.

Waldbad mit viel Aufwand renoviert

Vor einem ähnlichen Problem stand die Gemeinde schon einmal: Nachdem das Waldbad 1947 „in Schuss“ gebracht worden war, sind die Besucherzahlen deutliche angestiegen. Doch eine größere Renovierung war laut Aufzeichnung der Wasserwacht unerlässlich. 1957 legte die Wasserwacht Nandlstadt deshalb Hand an. Zudem wurde von den Wasserwachtlern um Vorsitzenden Dr. Armin Blendl eine Interessengemeinschaft Waldbad gegründet mit dem Ziel, das Waldbad zu pachten. 15 Jahre bestand zwischen der IG Waldbad und der Marktgemeinde ab 1959 dieser Vertrag. In dieser Zeit sind dort ein Kiosk, ein Wachhäuschen, eine Minigolfanlage, die ausbetonierte Fläche innerhalt des Beckens, ein neuer Sprungturm sowie eine neue Brücke zur Insel entstanden.

Viele Arbeitsstunden wurden damals für das Waldbad aufgebracht. „Eine ordentliche Summe an Zuschüssen durch die Marktgemeinde und das Zusammenwirken der Gesellschaft hat das Waldbad weit über die Grenzen von Nandlstadt bekannt gemacht“, heißt es seitens der Wasserwacht. „Jedoch haben sich die Zeiten geändert, und durch deutlich schärfere Gesetzeslagen, wie kürzlich von der EU beschlossen, kann man ohne die nötigen Fachkenntnisse und zusätzlichen Gelder eine Wiedereröffnung nicht stemmen.“

Ein Vermächtnis der früheren Generation

Das Waldbad, so heißt es seitens der Wasserwacht, „ist unsere Grundlage, aber auch unser Vermächtnis der früheren Generation der Wasserwacht Nandlstadt. Für die Zukunft und den Erhalt des Waldbads möchten wir hiermit bekräftigen, dass wir die Marktgemeinde zu jeder Zeit unterstützen möchten. Wir hoffen jedoch auch sehr stark, dass jede erdenkliche Möglichkeit ausgeschöpft wird, unser Nandlstädter Waldbad zu erhalten.“

Teure Sanierung

Um das Waldbad weiterhin betreiben zu können, muss es in ein Naturbad mit ökologischer, biologisch-mechanischer Wasseraufbereitung umgebaut werden. Nach ersten groben Schätzungen kämen durch eine solche Maßnahme „Kosten im unteren siebenstelligen Bereich“ auf den Markt Nandlstadt zu, teilte Geschäftsleiter Michael Reithmeier im November mit. Und schon damals stand fest, dass für das Jahr 2020 – mit oder ohne Sanierungsmaßnahmen – in jedem Fall mit einem stark eingeschränkten bis evtl. ganz eingestellten Badebetrieb zu rechnen ist. „Baumaßnahmen und Badebetrieb gleichzeitig zu realisieren, wird leider definitiv nicht möglich sein.“

Das Waldbad ist ein wichtiges Thema in den Wahlprogrammen von UWN und CSU: Die Unabhängigen Wähler wollen das Waldbad um jeden Preis erhalten, und auch die CSU wirbt mit Waldbad-Versprechen um Gunst der Nandlstädter.

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