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Arbeitskreis Asyl in Nandlstadt hat viel zu tun - Café International ist Treffpunkt für Geflüchtete

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Von: Andrea Hermann

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Eine wichtige Anlaufstelle sind das Café und Ricarda Thaler für Marina Samoilova (l.).
Eine wichtige Anlaufstelle sind das Café und Ricarda Thaler für Marina Samoilova (l.) und viele andere Menschen. © Hermann

Mit dem Café International gibt es für Geflüchtete in Nandlstadt einen Treffpunkt. Organisiert wird er vom Arbeitskreis Asyl - und der macht noch weit mehr.

Nandlstadt – Für den Arbeitskreis Asyl in Nandlstadt gibt es aktuell viel zu tun: Das Team um Ricarda Thaler kümmert sich rührig um die Geflüchteten in der Gemeinde. Die Arbeit ist nicht nur zeitintensiv, sondern auch emotional eine Herausforderung: Die Gäste aus der Ukraine, die seit 29. September in der neu eingerichteten Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht werden, bleiben oft nur wenige Tage in Nandlstadt, ehe sie weitervermittelt werden. Trotzdem haben es sich die freiwilligen Helfer zur Aufgabe gemacht, sie in dieser kurzen Zeit bestmöglich zu unterstützen.

Sieben Engagierte, die sehr aktiv sind

„Wir sind eine kleine aktive Gruppe von sieben Leuten“, erzählt Ricarda Thaler. Neben ihr zählen auch Bernd Stöckeler, Christian Schreiner, Gabi Bergmiller, Renate Stoeber, Christine Altkrüger und Ljilijana Stanic´ zum Team. Aufgabe der Ehrenamtlichen ist es nicht nur, zweimal wöchentlich das Café International an der Marktstraße zu öffnen und einen offenen Treffpunkt für alle in Nandlstadt lebenden Geflüchteten und Interessieren anzubieten: Sie unterstützen die Gäste auch beim Ausfüllen von Anträgen, beim Kauf von Handy-Karten und der Organisation von alltäglichen Dingen. Ricarda Thaler ist stets bemüht, mit den Gästen auch Deutsch zu lernen. Zeit dafür bleit ihr oft wenig: So hatte sie mit einer Gruppe, die Mitte Oktober in der Erstaufnahmeeinrichtung untergebracht war, zehn Tage lang jeden Tag Deutsch gelernt. Danach wurden die Menschen auf andere Gemeinden verteilt. Der Abschied fiel Ricarda Thaler schon schwer: „Das war so eine tolle Gruppe“, schwärmt sie. „Die wollten unbedingt Deutsch lernen.“ Sobald die Erstaufnahmeeinrichtung wieder belegt wird, fängt die Arbeit wieder von vorne an.

„Ich finde es super, dass ihr das macht“, sagte Bürgermeister Gerhard Betz, als er an einem Sonntag das Café International besuchte. Der Rathauschef nutzte die Gelegenheit, um sich über die Arbeit der Ehrenamtliche zu informieren. „Das ist ein wahnsinnig großer, zeitlicher Aufwand“, stellte er fest, als er den Berichten von Ricarda Thaler und Bernd Stöckeler zuhörte. „Dafür bin ich euch wirklich dankbar.“

„Mein ganzes politisches Engagement geht in diese Richtung“

Für Stöckeler, der sich vor allem um handwerkliche Tätigkeiten und Transporte kümmert, ist es eine Selbstverständlichkeit. „Mein ganzes politisches Engagement geht in diese Richtung“, sagt der Grünen-Marktrat. Klima- und Umweltschutz, sprich die „Bewahrung der Schöpfung“, hat sich Stöckele auf die Fahne geschrieben. Und so packt er fleißig mit an – etwa heuer im Frühjahr beim Umbau des Cafés oder auch bei den regelmäßigen Café-Schichten.

Die Geflüchteten, die ins Café kommen, seien „sehr offen, sehr interessiert und sehr dankbar“, erzählt Stöckeler. Und sie seien bemüht, „schnell Arbeit zu bekommen“, ergänzt Thaler. Bei diesem Vorhaben wollen sie die Gäste unterstützen.

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Eine, die in Nandlstadt angekommen ist, ist Marina Samoilova. Die Ukrainerin lebt seit Mai in Nandlstadt und hat durch ihren unermüdlichen Fleiß Arbeit und eine Wohnung bekommen. Darauf hofft auch Lev Legostaiev, der mittlerweile in Moosburg untergebracht wurde – und immer noch gerne nach Nandlstadt kommt. Die rund 15 Kilometer lange Strecke legt er mit dem Fahrrad zurück. Ricarda Thaler und ihr Team sind bemüht, den Video-Redakteur bei der Jobsuche zu unterstützen.

Eine Wertschätzung der Arbeit hat der Arbeitskreis Asyl kürzlich von Elektro Thiermann aus Nandlstadt erfahren: Das Unternehmen hat dem Café einen Kaffeevollautomaten spendiert – zur Freude der Helfer und auch der Besucher.

Gut zu wissen

Das Café International an der Marktstraße hat im November immer mittwochs von 17 bis 19 Uhr sowie sonntags von 11 bis 13 Uhr geöffnet. Willkommen sind alle Geflüchteten sowie alle Interessierten.

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