Großprojekt abgesagt

„Lockdown light“ bringt den Brandner Kaspar zu Fall

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
    schließen

„Es wird keinen Brandner Kaspar geben.“ Mit diesem Worten hat Helmut Schranner das Nandlstädter Großprojekt am Freitag abgesagt. Jedoch: „Abgeschlossen ist der Fall Brandner Kaspar noch nicht.“

Nandlstadt– Bis zuletzt hatte Helmut Schranner gehofft, den Brandner Kaspar im November im dritten Anlauf auf die Bühne zu bringen. Doch der jüngst verhängte „Lockdown light“ hat alle Hoffnungen zunichte gemacht: „Es wird keinen Brandner Kaspar geben“, verkündete er am Freitagvormittag auf einer Pressekonferenz – zumindest nicht auf der Bühne.

Seit zwei Jahren laufen bei Helmut und Afra Schranner die Vorbereitungen für das Großprojekt auf Hochtouren: Bühnenbau, Schauspieler-Casting, Theater- und Musikprobe, Kostüm-Auswahl und vieles mehr: Das Ehepaar aus Nandlstadt hat jede freie Minute in dieses Großprojekt, dessen Erlös dem Verein „Wir helfen heilen“ zugute hätte kommen sollen, gesteckt. Für die ursprüngliche Premiere am 2. April war alles vorbereitet. Doch dann machte das Coronavirus und der damit verbundene Lockdown dem Großprojekt einen Strich durch die Rechnungen. Und das nicht nur einmal: Dreimal musste das Projekt verschoben werden – nun hat der „Lockdown light“ dem Brandner Kaspar den Todesstoß verpasst.

„Das wäre der krönende Abschluss unserer Projekte gewesen“, erzählte Afra Schranner mit Blick auf die Erfolgsproduktionen „Tanz der Vampire“ (2008) und „Sister Act“ (2015). „Und es wäre auch der Abschluss unserer Jubiläen gewesen.“ Die Musikschule von Helmut und Afra Schranner feiert heuer 30-jähriges Bestehen, die Holledauer Musikanten, die beim „Brandner“ ebenfalls zu hören gewesen wären, ihren 20. Geburtstag, das Küchenstudio Münsterer, das als tatkräftiger Unterstützer auftritt, wurde vor 25 Jahren eröffnet, und der Verein „Wir helfen heilen“, der hinter diesem Projekt steht, engagiert sich seit 15 Jahren. Nun also ist endgültig Schluss: Die Tickets, die seit Mitte Oktober neu verkauft worden sind, werden zurückgezahlt.

„Es geht nicht mehr – auch finanziell nicht“, sagte Wolfgang Leuschner, der sich um die Finanzen kümmert, und ohne den laut Helmut Schranner „dieses Projekt nie gelaufen wäre“. „Jede Verschiebung und Stornierung kostete viel Geld“, so Leuschner, der auch 2. Vorsitzende des Vereins „Wir helfen heilen“ ist.

In dieser schweren Stunde ist es den drei Hauptverantwortlichen wichtig, ein großes Dankeschön an alle Unterstützer zu sagen – allen voran dem rund 80-köpfige Team, den vielen Sponsoren und der Gemeinde.

Jedoch: „Der Fall Brandner Kaspar ist noch nicht abgeschlossen“, sagte Schranner nach Verkündung der Hiobsbotschaft. „Der Brandner Kaspar kommt zwar nicht auf die Bühne, aber wir bringen ihn ins Haus.“ Will heißen: „Es wird einen Film geben.“ Noch vor Weihnachten sollen die Aufnahmen gemacht werden – die Musik ist schon „im Kasten“. Und dann dürfen, so Helmut Schranner, die DVDs ein Jahr lang verkauft werden. Zudem schwebt ihm vor, den Film bei diversen öffentlichen Veranstaltungen zu zeigen – etwa bei einem Brandner-Abend, einem Open-Air-Kino am Waldbad oder vielleicht im Rahmen des „Fest der Sinne“. „Die DVD ist unser Hoffnungsschimmer“, betont Schranner. Und eines sei sowieso klar: „Ein Schranner gibt nicht auf.“

Und noch etwas ist den Verantwortlichen wichtig: Dass der Verein „Wir helfen heilen“ trotz Absage der Veranstaltung unterstützt wird – mit einer Spende auf das Vereinskonto. 

Spenden für „Wir helfen heilen“

Die Initiatoren des Brandner Kaspars konnten heuer ihrem Wunsch, Kindern in Not auch finanziell beizustehen, nicht wie geplant nachkommen. „Das tut uns im Herzen weh und wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr erneut die Chance haben, eine Benefizveranstaltung umzusetzen. Damit der Verein trotzdem unterstützt wird, bitten die Verantwortlichen um Unterstützung der Theaterfreunde: „Spenden Sie das zurückerstattete Eintrittsgeld.“ Denn dann „geht unser Herzenswunsch vielleicht doch noch in Erfüllung und ,Wir helfen heilen‘ kann diejenigen unterstützen, die es gerade besonders dringend brauchen.“ 

Die Spendenkonten des Vereins „Wir helfen heilen“:

Kreissparkasse Kelheim, IBAN DE24 7505 1565 0010 6958 98 oder

Raiffeisenbank Hallertau, IBAN DE69 7016 9693 0000 7247 77

Betreff: Absage Brandner Kaspar

Wer eine Spendenquittung benötigt, soll sich per Mail an wl@kuechen-muensterer.de melden.

Lesen Sie auch: Landrat Petz: Bildung trotz Corona sicherstellen und die digitale Chance ergreifen

Auch interessant

Kommentare