Geldscheine
+
Die größten Ausgaben der Gemeinde: Grunderwerb und die Waldbad-Sanierung. Symbolbild

„Ein bedrückendes Gefühl“

Die Einnahmen sinken, die Schulden steigen - trotzdem verabschiedet Nandlstadt einen Rekord-Haushalt

Nandlstadt hat einen Rekord-Haushalt verabschiedet. Doch es wurde zu finanzieller Besonnenheit gemahnt, denn die Einnahmen sinken - und die Schulden steigen.

Nandlstadt – Der Nandlstädter Haushalt 2021 ist für Franz Mayer (CSU) ein Novum: „Wir haben den größten Haushalt, seit ich denken kann!“ Um ganze 10,6 Prozent erhöht sich das diesjährige Gesamtvolumen von 16,98 Millionen auf stattliche 18,78 Millionen. Nicht nur Mayer mahnte deshalb bei der Gemeinderatsitzung am vergangenen Donnerstag zur finanziellen Besonnenheit bei zukünftigen Ausgaben, denn eines ist ersichtlich: Die Einnahmen sinken, die Schulden steigen.

Rücklagen schmelzen

Während der Verwaltungshaushalt mit 9,76 Millionen Euro den Stand von 2020 erreicht, steigt der Vermögenshauhalt um stattliche 25 Prozent von 7,33 Millionen Euro im Vorjahr auf 9.03 Millionen Euro. Gleichermaßen schmelzen die Rücklagen der Gemeinde von 3,26 Millionen auf 2,47 Millionen Euro in diesem Jahr. Konnten 2020 noch 1,19 Millionen Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt werden, sieht es für die Planung im laufenden Jahr finsterer aus – nur 167 000 Euro bei einer Mindestzuführungs-Höhe von 237 500 Euro.

Gerade dieser Punkt machte Mayer Sorgen: Projekte könnten so nicht mehr durch laufende Einnahmen realisiert werden, sondern müssten durch Rücklagen und einmalige Erlöse finanziert werden. Auch Kämmerer Martin Anneser merkte diesbezüglich an: „Nur durch eine äußerst straffe Ansatzplanung, sowie Beschränkung auf die notwendigsten Ausgaben ist im Haushaltsjahr 2021 eine Zuführung zum Vermögenshaushalt möglich.“ Aber: Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestzuführung zur ordentlichen Tilgung von Krediten ist damit eben nicht möglich.

Nandlstadt muss höhere Kreisumlage zahlen

Die größten Ausgaben der Gemeinde: Grunderwerb mit 1,6 Millionen Euro und die Waldbad-Sanierung in Höhe von einer Million Euro. Auch die Erweiterung der Kläranlage und ISEK-Projekte schlagen zusammen mit rund 1,5 Millionen Euro zu Buche. Straßenbau und Breitband-Ausbau kosten dann nochmal um die eine Million Euro. Dagegen stehen die Verkäufe von Grundstücken, die allerdings wohl im Bereich Neubaugebiet noch nicht ganz über die Bühne gegangen sind, mit 4,5 Millionen Euro, der Verkauf von Gewerbegrund mit 200 000 Euro, diversen Zuschüssen und Zuführungen.

Da die Umlagekraft der Gemeinde gestiegen ist, muss auch mehr Kreisumlage überwiesen werden: Laut Anneser ein Anstieg von 12,7 Prozent auf 2,85 Millionen Euro. Rauf gegangen sind auch die Personalkosten – und zwar von 3,21 Millionen auf aktuelle 3,42 Millionen Euro. Stand der Schulden zum Ende des Haushaltsjahres: 4,63 Millionen Euro.

Appell: „Mit Bedacht handeln“

Wenn man sich die sinkenden Einnahmen und die steigenden Ausgaben anschaut, so Mayer, und dabei auch jene Projekte im Auge behält, die in den nächsten Jahren anstehen – zum Beispiel die Sanierung der Hopfenhalle – bekäme man durchaus „ein bedrückendes Gefühl“. In den kommenden Jahren würde es deshalb seiner Meinung nach wesentlich schwerer werden, diese Maßnahmen ohne Kreditaufnahme schultern zu können. Sein Wunsch: Neue Projekte auf eventuelle Einsparungen oder mögliche Fördergelder prüfen.

Auch Michael Schranner (BLN) schlug vor, bei weiteren Investitionen mit „Bedacht zu handeln“. „Wir haben das Beste draus gemacht“, schloss Bürgermeister Gerhard Betz (UWN). Der Haushalt 2021 wurde einstimmig auf den Weg gebracht.

Richard Lorenz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare