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Mit dem Clip verheddert der Mund-Nasen-Schutz nicht mehr mit dem Hörgerät.

Für Menschen mit Brille oder Hörgerät

Erfindung aus Nandlstadt: Mit diesem Clip fällt das Maskentragen leichter

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Den „Backpack“ gibt es in S und L. Er ist ein Segen für alle, die Mund-Nasen-Schutz tragen und dabei mit Brillengestellen und Hörsystemen Probleme haben. Erfunden hat das Ganze ein Nandlstädter. 

Nandlstadt/Freising Er ist Erfinder, Produktentwickler. Und deshalb ist seine Ideenschmiede im Kopf auch sofort hochgefahren, als er vom Vater seiner Freundin erfuhr, wie ärgerlich und lästig das Tragen von Mund-Nasen-Schutz für einen Hörsystemträger sei. Oft genug falle das Hörgerät beim Abnehmen der Maske herunter, manchmal merke man das gar nicht. Und Brillenträger? Da verheddere sich das Gummiband hinter den Ohren nicht selten mit den Bügeln. Die Lösung: Ein Clip, der in die Gummibänder eingehängt wird und am Hinterkopf anliegt, so dass die Bänder eben nicht mehr hinter den Ohren anliegen. Schluss mit Verheddern in Brillengestellen und Hörsystemen – und auch Schluss mit den Schmerzen, die man oft nach längerem Tragen der Masken hinter den Ohren verspürt.

Der „Backpack L“ passt sich durch die gebogene Form und dem flexiblen Material dem Hinterkopf an.

Vier Euro pro Stück

Immer weiter verbessert habe er seinen Clip, berichtet Gutmann, inzwischen liegt die zehnte Variante vor, die es als Backpack L und S gibt. L ist ein flexibler Clip aus Pet-G, S ein kleinerer, starrer Clip, den es aus Holz oder Plexiglas gibt. Ansichten und Beschreibungen der Erfindung, auf die Gutmann allerdings kein Patent hat, gibt es auf der Internetseite www.maskenfalter.de.

Die nächste Frage, die sich Gutmann stellte: „Wir bringe ich das Produkt an die Kunden?“ Über seine Freundin hat er dann Kontakt zu Andreas Fink, dem Geschäftsführer der Freisinger Hörakustik GmbH, aufgenommen. Der war, so sagt Fink, gleich auf Anhieb „total begeistert“ von dem Produkt, wusste er doch von seinen Kunden um die Probleme, die Hörsystem-Träger mit den Masken haben. Sofort habe er das Produkt aufgenommen, habe inzwischen auch schon fast 40 dieser Clips verkauft. Für vier Euro pro Stück eine sicherlich kostengünstige und segensreiche Erfindung, die es derzeit in Freising auch nur im Geschäft von Fink an der Oberen Hauptstraße 49 gibt. Gutmann freilich denkt weiter. Derzeit befindet er sich in Gesprächen mit Hörakustik-Ketten, bei denen allerdings die Entscheidungsprozesse etwas länger dauern.

Er hat den Backpack erfunden: Produktentwickler Tobias Gutmann aus Nandlstadt.

Und der 34-Jährige hat auch Menschen im Visier, die mehrere Stunden pro Tag Nase- und Mundschutz tragen müssen und deshalb oft über Schmerzen hinter dem Ohr klagen. Beschäftigte im Einzelhandel zum Beispiel. Und noch etwas ist Gutmann wichtig: Er könnte „seine“ Clips billig in Fernost produzieren lassen, macht er aber nicht. Um auch die heimische Wirtschaft zu stärken, lässt er größere Stückzahlen der Backpacks von einer Firma im Osten von München herstellen, kleinere Mengen kann er in seiner „Werkstatt“ bei Nandlstadt produzieren.

Gut zu wissen

Die Backpacks gibt’s bei der Freisinger Hörakustik GmbH an der Oberen Hauptstraße 49. Weitere Infos unter www.akustik-freising.de.

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