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„Heiliger Rathauschef“: In der Rolle als Nikolaus glänzte Bürgermeister Jakob Hartl, der zum Auftakt des Christkindlmarkts Beistand von (v. l.) Marktrat Franz Mayer, Pfarrer Stephan Rauscher und Marktrat Gerhard Betz (v. l.) erhielt.

Nandlstädter Christkindlmarkt

Aus dem Bürgermeister wird der berühmte Bischof

Und wo ist Rathauschef Jakob Hartl? Diese Frage konnte auf dem Nandlstädter Christkindlmarkt nicht jeder beantworten. Man musste schon genau hinschauen.

Nandlstadt – Weihnachtsstimmung herrschte am Samstag in Nandlstadt: Am Nachmittag wurde der Christkindlmarkt offiziell eröffnet. Den organisiert seit nunmehr drei Jahren die Marktgemeinde, die damit der Bitte des Gewerbevereins nachkam, der diese Großveranstaltung einst gerne abgeben wollte. Wenig lukrativ und jede Menge Arbeit waren die Gründe, weshalb sich nun der Kultur- und Festausschuss mit den Ratsmitgliedern Rainer Klier, Jürgen Kronthaler, Markus Kurkowiak, Andreas Steininger, Sebastian Löffler und Maria Rauscher der Sache annimmt.

Maria Rauscher vom Festausschuss hieß die Gäste willkommen

Auch das Fest der Sinne sowie das Hopfenfest werden von diesem Ausschuss federführend vorbereitet, dem Bürgermeister Jakob Hartl kraft Amtes vorsteht. Doch vom Marktoberhaupt fehlte beim Christkindlmarkt jede Spur. „Wo ist denn nun der Bürgermeister schon wieder?“, hat sich sicher mancher Besucher gedacht. Anstelle Hartls hieß Maria Rauscher vom Festausschuss die Gäste willkommen und dankte Pfarrer Stephan Rauscher, dass die Kirche wieder ihr Areal in und um die Pfarrkirche St. Martin herum für den adventlichen Reigen zur Verfügung gestellt hatte. Die Grüße vom Rathaus schickte schließlich dritter Bürgermeister Gerhard Betz auf die Besucher hernieder.

Und wo war Hartl? Der war ebenfalls vor Ort, allerdings inkognito. Denn wie schon bei manchem Seniorennachmittag ließ es sich der Rathauschef nicht nehmen, selbst in die Rolle des heiligen Bischofs zu schlüpfen. Momentan zwar ohnehin mit ziemlich wuschiger Bart- und Haartracht gesegnet, wählte der Bürgermeister dennoch zur Tarnung Perücke und Rauschebart. Passend dazu war natürlich das Kostüm mit Messgewand, rotem Mantel und weißen Handschuhen sowie die Mitra auf dem Bürgermeisterhaupt.

Wird das rote Bischofsgewand bald zur „Pflicht“?

Natürlich hatte „Bischof Jakob“ auch kleine Gaben dabei, weshalb sich jedes Kind über einem Schoko-Nikolaus freuen durfte. Eine tolle Sache, was auch der übrigen Prominenz zum Christkindlmarktauftakt gefiel. Mancher hatte jedoch gewiss gemischte Gefühle: etwa die beiden bisherigen Bewerber ums Bürgermeisteramt, Franz Mayer von der CSU sowie Gerhard Betz von der UWN. Denn aufgrund der großen positiven Resonanz auf Hartls Verwandlung zum Nikolaus dürfte auch ihnen klar geworden sein, dass im Falle ihrer Wahl ein ähnliches Engagement im roten Bischofsgewand erwartet werden würde.

Verteilt nun im kommenden Jahr „Bischof Franz“ oder „Bischof Gerhard“ die Nikoläuse an die Kinder? Aber vielleicht bleibt es auch bei „Bischof Jakob“. Er hat sich zu seinen weiteren irdischen Wegen bekanntlich noch nicht geäußert.  MARTIN HELLERBRAND

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