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Verteilen Lebensmittel, die noch genießbar sind: (v. l.) Renate Stöber, Claudia Keller und Gisela Kurkowiak. 

Jeder kann mitmachen

Zu gut für die Tonne: Nachbarschaftshilfe Nandlstadt bietet jetzt Foodsharing an

Um gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen, will die Nachbarschaftshilfe ein neues Konzept etablieren: Beim Foodsharing kann jeder mitmachen.

Nandlstadt – In Nandlstadt macht man Nägel mit Köpfen: Ab sofort setzt die Marktgemeinde Foodsharing als Waffe gegen die Lebensmittelverschwendung ein. Um die Bürger über das Projekt zu informieren und auch schon den ein oder anderen Betrieb zu finden, der seine Lebensmittel künftig lieber spenden statt wegwerfen will, fand jetzt ein Informationsabend im Café International statt. „Wir wollen ganz aktiv etwas gegen die Verschwendung von Lebensmitteln tun“, erklärte Gisela Kurkowiak von der Nachbarschaftshilfe.

„Jeder kann sich Lebensmittel holen“

Foodsharing hat sich in vielen Städten bereits bewährt. Einen ähnlichen Erfolg erhofft sich nun die Marktgemeinde. Als Beauftragte ist Claudia Keller im Café International zuständig. Von hier aus sollen die Lebensmittel künftig verteilt werden. Um die Produkte frisch zu halten, hat die Nachbarschaftshilfe einen riesigen Kühlschrank für das Café organisiert.

Ein Punkt, der für Kurkowiak besonders wichtig war: „Jeder kann sich Lebensmittel vom Foodsharing holen, es muss keine Bedürftigkeit nachgewiesen werden.“ Das unterscheide das Anti-Wegwerf-Projekt von der Tafel. Ebenfalls gut zu wissen: Alle Lebensmittel können kostenlos mitgenommen werden. Es geht bei dem Projekt einzig und allein darum, dass weniger Essbares in der Mülltonne landet. „Über eine Spende freut sich die Nachbarschaftshilfe jedoch immer“, betonte Kurkowiak. Alle Waren stünden kurz vor dem angegebenen Mindesthaltbarkeitsdatum oder hätten dieses bereits knapp überschritten. Hier muss man laut der Nachbarschaftshilfe lernen, dass das Essen in Augenschein genommen wird, anstatt sich nur auf ein Datum zu verlassen. Kurkowiak selbst habe bereits vieles probiert, was laut Aufdruck bereits nicht mehr genießbar sein hätte sollen, wie sie erzählte. Die Lebensmittel seien noch einwandfrei essbar gewesen.

Teilen können Betriebe und Privatpersonen

Am Foodsharing teilnehmen können übrigens nicht nur Betriebe. Auch Privatpersonen, die beispielsweise über die Feiertage zu viel eingekauft haben und nun ihren Kühlschrank leeren wollen, können die Lebensmittel jederzeit im Café International abgeben. Die Spenden werden von Gisela Kurkowiak, Claudia Keller oder Renate Stöber, ebenfalls von der Nachbarschaftshilfe, entgegengenommen, sortiert und weitergegeben.

Unsicher waren die Frauen noch bezüglich der Öffnungszeiten des Cafés: „Momentan hat nur die Nachbarschaftshilfe einen Schlüssel“, so Keller. „Wann die Lebensmittel gespendet und dann wieder abgeholt werden können, müssen wir noch organisieren.“ Alle Betriebe, die mit Lebensmitteln, die bisher in der Tonne gelandet sind, etwas Gutes tun wollen und gleichzeitig dem Wegwerf-Wahn entgegenwirken möchten, können sich jederzeit bei der Nachbarschaftshilfe melden. Pascale Fuchs

Lesen Sie auch: Kühlschrank schlägt Obstschale: Lebensmittel-Retterin gibt Tipps gegen den Wegwerf-Wahn

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