Gebannt lauschten die Gäste auf der Festwiese den Worten Lorenz’ und der musikalischen Begleitung von le Rouge. zz
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Gebannt lauschten die Gäste auf der Festwiese den Worten Lorenz’ und der musikalischen Begleitung von le Rouge.

Lesung mit musikalischer Begleitung

Nandlstädter Kultursommer: Autor Richard Lorenz macht Zuhörer traurig und glücklich

  • Andreas Beschorner
    VonAndreas Beschorner
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Der Nandlstädter Kultursummerbot bisher viele heitere Stunden. Am Freitag war das bei einer musikalisch untermalten Lesung ganz anders - gut so!

Nandlstadt – Es geht meist lustig und munter zu, oft regiert die gute Laune beim Nandlstädter Kultursommer. Am Freitagabend dann das Kontrastprogramm: Ein die Seele und das Herz berührendes, ernstes, dunkles Kontrastprogramm – und gerade deshalb so schön: Richard Lorenz mit einer Lesung, kongenial begleitet von Liedermacher Axel le Rouge, zauberte eine ganz besondere Atmosphäre auf das Festivalgelände.

„Wir machen auf Ernst“, hatte Lorenz schon zu Beginn seines Heimspiels gesagt. Die Besucher, so sie das literarische Schaffen des Richard Lorenz kannten, hat diese Ankündigung nicht überrascht. Das Ouevre des FT-Mitarbeiters ist ernst, manchmal sogar düster, doch immer schwingt etwas Hoffnungsvolles in seinen Erzählungen mit.

Der kleine Auszug macht Lust auf mehr

Den Text, den Lorenz am Freitag vortrug, kannte man nicht: Er stammte aus dem neuen Roman des Autors, der den Titel „So träumen wir von Ungeheuern“ trägt, aber noch nicht veröffentlicht ist. Das ist schade, denn allein der kurze Auszug aus seinem neuen Werk machte Lust auf mehr. Vincent und Lennard, zwei Jungen mit Lust auf Abenteuer, entdecken die Natur, sehen Sternschnuppen. Doch dann wandelt sich die Szene, wird zum Albtraum, ein Hornissenangriff kostet einem Jungen das Leben.

„Wir machen auf Ernst“: Autor Richard Lorenz (l.) und Liedermacher Axel le Rouge beim Nandlstädter Kultursommer.

Lorenz liest ruhig, eindringlich, langsam. Er muss seine Stimme nicht verstellen, es genügt, wenn man den Worten lauscht. Und man muss Lorenz lauschen, kann sich dem Bann seiner Stimme und seiner Worte nicht entziehen. Denen wohnt eine große Stärke inne. Vergleiche erzeugen faszinierende Bilder, Alliterationen sind dezent, aber kraftvoll gesetzt, das Erzähltempo von Lorenz ist eine Kunst für sich.

Die Gäste lauschen dem Autor wie gebannt

Da ist jemand am Werk, dem die Literatur, dem das Wort und die Sprache wichtig sind, der sie mit hoher Intensität und mit unglaublich viel Gespür in dunkle Geschichten umsetzt. Das Ergebnis ist das, was man Zauber nennt. Eben jener Zauber, der an diesem Abend über der Wiese vor der Nandlstädter Hopfenhalle lag. Der sich in den Gesichtern der Gäste widerspiegelte, die gebannt Lorenz’ Worten lauschten.

Ebenso wie den Liedern und Texten von Axel le Rouge. Dessen Zwischenspiele wirkten wie für die Texte von Lorenz gemacht, gaben der Lesung einen zusätzlichen Aspekt – ein Ineinandergreifen zweier Kunstgenres, wie es nur selten zu erleben ist. Das mag durchaus daran liegen, dass Lorenz’ dunkle Texte zu dem „Chansonoir“ mit seiner elegischen und melancholischen Art so wundervoll passen. Und da es nicht das erste Mal war, dass die beiden Künstler ihr Schaffen einen Abend lang verschmelzen ließen, agierten sie als eingespieltes Team, als zwei, die mit ihren Worten und ihrer Stimme gleichermaßen zu berühren wissen.

Erst musste der Kloß runter, dann gab es Applaus

Und die Gäste? Als die Stimme Lorenz’ und der Klang von le Rouges Gitarre verklungen waren, musste manch Gast erst einmal einen Kloß hinunterschlucken, ehe man sich mit Applaus für den besonderen Abend bedankte, dem noch ein kurzes Konzert des Musikers folgte. Schön war’s auf der Wiese vor der Hopfenhalle in Nandlstadt.

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