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Die Windrad-Pläne bei Nandlstadt sind genehmigt. Doch die Markträte wollen dagegen nun juristisch vorgehen.

Geplante Anlage in Großgründling

Nandlstädter Marktrat stimmt für Klage gegen Windrad-Genehmigung

Was sich abgezeichnet hatte, wurde jetzt beschlossen: Der Nandlstädter Marktrat will gegen die Genehmigung des Windrads bei Großgründling klagen.

Nandlstadt – Dreht es sich im Marktrat von Nandlstadt um das Thema Windrad, sind die Zuhörerreihen dicht besetzt. So auch am Donnerstag: Eigentlich erst später auf der Tagesordnung angesetzt, ließ Bürgermeister Jakob Hartl Punkt 7 „Antrag der Firma tetra r.e. GmbH auf Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung für Errichtung und Betrieb einer Windkraftanlage“ nach vorne ziehen.

Hintergrund der neuerlichen Vorlage im Marktrat war der Bescheid des Landratsamts vom 22. August mit der Zustimmung zum Bau des Windrads nahe Großgründling. Bekanntlich ist die Anlage mit einer Nabenhöhe von 141 Meter, Rotordurchmesser von 117 Meter und einer Gesamthöhe von rund 199 Meter zwar auf Nandlstädter Flur, betrifft aber durch seine Nähe zu Haslach auch unmittelbar den Nachbarmarkt Au.

Mit dem Rechtsanwalt, den man bereits zum Vorbescheid eingeschaltet hatte, habe er, Hartl, inzwischen zusammen mit seinem Auer Kollegen Karl Ecker die jetzige Lage besprochen, um mögliche Schritte gegen diesen Bescheid einzuleiten, berichtete der Bürgermeister. Denn bei negativer Beurteilung – so habe man bereits in vorheriger Sitzung beschlossen – werde man den Klageweg einschlagen, wofür es an diesem Abend nochmals einen Beschluss benötige, so Hartl. Vom Markt Au, der in einer Woche tage, erhoffe man sich das gleiche Signal, um gegen die Entscheidung vorzugehen. Der Rathauschef zeigte sich zuversichtlich: „Das wär’ ein gutes Zeichen“.

Ausgang ungewiss

Der Ausgang sei offen, da es inzwischen die unterschiedlichsten Urteile in dieser Sache gebe, weckte Hartl die Hoffnung der Windradgegner: „Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand“. Daneben werde man weitere Informationen und Kenntnisse einfließen lassen.

In der anschließenden Diskussion meldete sich zuerst Franz Mayer (CSU) zu Wort, der an die Entstehung der jetzigen Bredouille erinnerte, die durch das „Durchdrücken“ des Vorbescheids der Antragsteller noch vor dem Gesetz der „10-H-Regelung“ mit festgesetzten Abstandsgrenzen entstanden sei. Auch deshalb gelte es, diese Frage endgültig zu klären. 

Seine Zustimmung zur Klage gab auch Erhard Schönegge (Grüne), um damit offiziell zu klären, ob die Belange der Bürger in der betroffenen Region ausreichend berücksichtigt wurden. Das sei aber keine Ablehnung seinerseits gegen Windkraft, betonte Schönegge mit Blick auf die Energiewende: „Wir brauchen nicht nur ein Windrad, sondern viele Windräder im Landkreis“. Für die UWN sprach sich auch Gerhard Betz für den Klageweg aus. Am Ende wurde der juristische Weg einstimmig befürwortet.

Bezüglich des Sachstands bei der weiteren Anlage im selben Gebiet fragte Michael Schranner (BLN) nach: „Ist der Vorbescheid für das zweite Windrad nun hinfällig, oder bleibt er bestehen?“. Die kurze Antwort Hartls: „Es ist nicht zurückgezogen worden, sondern nur zurückgestellt, mehr sag ich nicht dazu“.

Martin Hellerbrand

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