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Die neue Vorstandschaft der Nandlstädter Narrhalla bilden (v. l.) Präsident Martin Mayer, Christoph Tafelmaier sowie Katharina Hörhammer, Anja Garbatsch und Theresa Unger.

Jahreshauptversammlung

Narrhalla Nandlstadt: Präsidentenwahl verläuft äußerst holprig

Nandlstadt - Bei der Narrhalla wurde Präsident Sepp Hörhammer vom bisherigen Vize Martin Mayer abgelöst. Verwunderlich war das Ergebnis der Wahl: 26 Ja-Stimmen, 23 Mal Nein und elf Enthaltungen.

Am 9. Juli startet die Nandlstädter Narrhalla zum Wildwasserrafting nach Bad Tölz. Hierzu scheint der Gaudiverein bestens gerüstet, denn nicht in ruhigem Fahrwasser, sondern ziemlich abenteuerlich verlief bereits die Jahreshauptversammlung am Mittwochabend. Mit 60 von 236 Anwesenden in der Sportheimgaststätte, darunter vor allem Aktive, war die Resonanz der Mitglieder groß. Mit Sicherheit auch, weil ein Machtwechsel bevorstand, den der 33-jährige Präsident Sepp Hörhammer bereits beim Kehraus am Faschingsdienstag in der Hopfenhalle angekündigt hatte.

In seinen Schlussworten als Präsident dankte Hörhammer noch einmal allen Mitgliedern, den anwesenden Eltern und vor allem seiner Gattin Tanja, die er – wie seine beiden Kinder – ohne den aufwändigen Präsidentenjob künftig öfters zu sehen bekommen werde.

Es folgte der Jahresrückblick durch Schriftführer Christoph Tafelmaier, außerdem die Kassenbilanz von Anja Garbatsch mit einem Minus von 1671 Euro. Jedoch stünden noch Zahlungseingänge aus, darunter auch der zugesagte Zuschuss der Gemeinde, erklärte Garbatsch.

Bei diesem Punkt gab Bürgermeister Jakob Hartl gleich Entwarnung. Die Gelder der Gemeinde seien den Narren gewiss und würden „zeitnah“ deren Konto erreichen, so Hartl, dem auch gleich die Wahlleitung oblag. Kein Selbstläufer, wie sich bei Punkt 1 herausstellte: „Vorschläge für den ersten Präsidenten, bitte“. Alles schwieg. Auch zum bürgermeisterlichen Bedauern, woraufhin Hartl wahlkampferprobt in die Trickkiste griff: „Normal muss der Scheidende einen Neuen vorschlagen.“ Gesagt, getan. Nach kurzer Pause hob Hörhammer sodann seinen Vize verbal aufs Schild: „Martin Mayer“. Kein weiterer Vorschlag ging ein, dafür landeten 60 Zettel in der Sektkübel-Urne. Von Sektlaune war allerdings nichts zu spüren, als Hartl preisgab, dass 23 Mitglieder gegen den 36-jährigen Mayer votiert hatten. 

"Wir vertagen diese Wahl, das gibt die Satzung her"

Mit nur 26 Befürwortern bei elf Enthaltungen stimmte also nicht einmal die Hälfte der Narren für den einen Vorschlag zum neuen Präsidenten. Ein Ergebnis, bei dem viele den Bettel hingeworfen hätten, jedoch verschonte der neue Präsident das Narrenschiff vor dem vermeintlichen Eisberg – und beantwortete Hartls Frage „Nimmst du die Wahl an?“ zögerlich mit „Ja“. Bei der Wahl zum neuen Vize lehnten die vorgeschlagenen Erich Schinagl, Andreas Stanglmair, Christoph Kögl, Katharina Hörhammer und Sebastian Fichtner ab, woraufhin Hartl mit Schweiß auf der Stirn verkündete: „Wir vertagen diese Wahl, das gibt die Satzung her.“

Zumindest verliefen die Wahlen von Anja Garbatsch als Schatzmeisterin, Theresa Unger als neue Vize-Kassierin, Christoph Tafelmaier als Schriftführer sowie Katharina Hörhammer als dessen Stellvertreterin ohne größere Probleme – wenngleich mit bis zu neun Gegenstimmen. Weil die Neuwahl des Vizes aber sicher eine weitere Versammlung nach sich zieht, wird sich zeigen, ob das Narrenschiff in Seenot gerät, gar kentert – oder doch wieder Fahrt aufnimmt.

Martin Hellerbrand

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