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Markt Nandlstadt investiert

Große Freude: Neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr Baumgarten

Nach mehreren Diskussionen – teils öffentlich, teils im stillen Kämmerlein – und sogar einem Beschluss, der zuletzt wieder aufgehoben wurde, ist die schwere Geburt des Baumgartner Feuerwehrautos vollbracht: Ein „LF 20 Kat S“ wird’s.

Nandlstadt – Mit 37 Besuchern war der Sitzungssaal am Donnerstag randvoll. Vor allem aus Baumgarten waren Zuhörer gekommen, die ihren Beweggrund mit T-Shirts, auf denen das Feuerwehr-Emblem gedruckt war, offensichtlich zeigten. Dagegen war die Zahl der Räte im Saal eher klein, denn Bürgermeister Jakob Hartl musste gleich acht Ratskollegen entschuldigen.

Manfred Danner erklärte, warum ein neuesFahrzeug nötig ist.Eine Gegenstimme gab es – ansonstenwaren sich die Gemeinderäte einig

Der wichtigste Mann war jedoch gekommen: Kreisbrandrat Manfred Danner. Er stellte dem Gemeinderat kurz die Sachlage vor: Plausibel erläuterte der Kreisbrandrat die Forderung des Bayerischen Innenministeriums, dass Gemeinden ihre Feuerwehren so aufstellen und ausrüsten müssen, damit innerhalb von zehn Minuten Brandschutz und technische Rettung möglich sei. Die Nandlstädter Stützpunktwehr würde diesbezüglich große Teile der Gemeinde abdecken, Probleme hinsichtlich der Erreichbarkeit würden die weiter abseits gelegenen Bereiche rund um Altfalterbach bereiten. Doch hier könnte das neue Fahrzeug der FFW Baumgarten Abhilfe schaffen, was Danner anhand von Distanzskizzen mit Kreisen um Baumgarten erläuterte. Jedoch sei es sinnvoll, dann nicht wie ursprünglich vorgesehen einen Gerätewagen „GWL 2“ anzuschaffen, sondern ein Löschfahrzeug mit der Kennung „LF 20 Kat“. Letzteres sei laut Danner optimal für den ländlichen Bereich, könne zur Wasserförderung, Waldbrandbekämpfung sowie bei Hochwasser eingesetzt werden. Zudem verfüge es über Atemschutz, wodurch auch für diese Aufgabe die Zehn-Minuten-Frist ohne weitere Investition eingehalten werden könne. Dann habe man mit den 41 Aktiven der FFW Baumgarten eine weitere Feuerwehr mit Atemschutz.

Vorausgegangen waren diesen Überlegungen Gespräche mit der Regierung, bei denen verschiedene Aspekte und Argumente sowie Förderungen nochmals detailliert besprochen wurden. Auch von den Kosten her sah der Kreisbrandrat zwischen dem Kauf eines „GWL 2“, den der Marktrat bereits abgesegnet und jetzt wieder vom Tisch gefegt hatte, und dem „LF 20 Kat S“ wenig Unterschiede. So würde die Marktkasse wie vorgesehen mit rund 195 000 Euro belastet, zudem könne man mit einem Zuschuss von 88 000 Euro seitens der Regierung rechnen. Und der könnte sich aufgrund „interkommunaler Zusammenarbeit“ sogar noch auf 96 800 Euro erhöhen könne. Denn auch die FFW Schlipps/Kranzberg strebe den Kauf eines derartigen Fahrzeugs an, was sich für die Bezuschussung positiv auswirke, so Danner, der auch eine Förderung durch den Landkreis nicht ausschließen wollte.

Die überwältigende Mehrheit des Nandlstädter Marktgemeinderats sprach sich für die Anschaffung des neuen Fahrzeugs aus. Nur Michael Blomoser sprach sich gegen den Kauf aus – er hatte auch bereits bei der ersten Abstimmung zum „GLW 2“ dagegen gestimmt. Da war er aber tatsächlich der Einzige – der Kauf wurde abgesegnet. Große Freude herrschte dann bei den anwesenden Floriansjüngern – es hat sich gelohnt, in Feuerwehr-Fan-Shirts zur Gemeinderatssitzung zu kommen.

Martin Hellerbrand

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