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Wer hinterherfährt, dem weht mächtig Staub um den Helm.

In Nandlstadt

Rasenmäherbulldog-Rennen auf Zeilhofbahn: Wilder Ritt und PS-Spektakel

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Beim Rasenmäherbulldog-Rennen des MSC Wolnzach erlebten die Besucher ein PS-Spektakel in Nandlstadt. Der Mann des Tages kam allerdings aus Hörgertshausen.

Nandlstadt – Er hat die Konkurrenz fast schon gnadenlos in Grund und Boden gefahren: Mario Kettner, 38, Servicetechniker aus Hörgertshausen und seit Samstag der erste Sieger im Rasenmäherbulldog-Rennen des MSC Wolnzach auf der Zeilhofbahn bei Nandlstadt. Den 150 PS eines Kawasaki ZXR9-Motors hatten die Gegner auf dem der Formel 1-Strecke von Bahrain nachgebauten Kurs wenig entgegenzusetzen.

Freies Training, Fahrerparade, Qualifikation, dazu drei Rennen, bei denen drei Mal nach dem Formel 1-Modus Punkte vergeben wurden, vor dem Start noch das Abspielen der Bayernhymne – es war wie bei Hamilton, Vettel, Verstappen & Co. Und auch manch ein Motor der zehn zum Spektakel angereisten Rasenmäherbulldogs hörte sich schwer nach hochgezüchteter Rennmaschine an. Und noch etwas war deutlich: Zum Rasenmähen brauchen die Rasenmäher-Boliden mit ihren Überrollbügeln kein Mähwerk. Das erledigen die Hinterreifen, wenn die Fahrer Gas geben oder wagemutig auf zwei Reifen eine scharfe Kurve nehmen.

Achsbruch für den Konkurrenten ein Glücksfall

Action gab es also genug an jenem Samstag, den ein Mann mit seinem Custom-Bulldog-Eigenbau beherrschte: Mario Kettner, der alle drei Rennen gewann und damit die volle Punktzahl von 75 abräumte. Freilich: Dass sein härtester Konkurrent Richard Köhler im ersten Rennen in Führung liegend Probleme mit seinem John-Deere-Eigenbau hatte, dann wegen eines Achsbruchs im zweiten und dritten Rennen nicht mehr antreten konnte, war sicherlich ein Vorteil für Kettner. 

Fotos vom Rasenmäherbulldog-Rennen in Nandlstadt

Nachdem er das erste Rennen für sich entschieden hatte, konnte ihn auch die umgekehrte Startreihenfolge beim zweiten Rennen nicht davon abhalten, die Konkurrenz hinter sich zu lassen – und das trotz eines technischen Defekts, wegen dem er kurzzeitig stoppen und seine Aufholjagd unterbrechen musste. Und auch aus dem dritten Rennen, das nur zehn Minuten – und damit halb so lang wie Rennen eins und zwei – dauerte, ging Kettner als klarer Sieger hervor.

Allein schon, dass die Rennsemmeln überhaupt die gesamte Distanz durchhielten, war nicht selbstverständlich: Am Ende kamen noch fünf Rasenmäherbulldogs in die Wertung, die andere Hälfte musste wegen technischer Defekte aufgeben – auch wenn in der Boxengasse hektisch geschraubt wurde. „Sehr verschleißend“ sei die Strecke eben, wie der Stadionsprecher den wilden Ritt über Wellen und durch Furchen, um enge Kurven und auf langen Geraden beschrieben hatte. 

Mit Porsche auf Platz zwei und drei gelandet

So souverän wie Kettner den Titel eroberte, so souverän holte sich Alexander Voges aus Ottenhofen mit seinem Porsche-Traktor mit Namen „Zwerg“ den zweiten Platz: Nach drei zweiten Plätzen in den drei Rennen kam er am Ende auf 54 Punkte. Dritter wurde sein Porsche-Kollege Konstantin Müller aus München im grünen „Frosch“, der am Ende 40 Punkte auf seinem Konto hatte.

Und auch beim abschließenden Beschleunigungsrennen auf der Gerade vor dem Zuschauerwall ließ Kettner seinen Konkurrenten keine Chance auf Revanche. Seinen 110 kW konnte auch da im Endeffekt niemand Paroli bieten. Wie hieß also der würdige Nachfolger von Lewis Hamilton, der auf dem Bahrain-Kurs von Nandlstadt gesucht wurde? Kettner. Mario Kettner.

Ebenfalls lesenswert: Einen Hang zu ungewöhnlichen Mobilen hatten offenbar auch Unbekannte, die sich in einer Kiesgrube bei Gammelsdorf ausgetobt haben. Im Gegensatz zum Rasenmäherbulldog-Rennen war die Aktion allerdings illegal und kriminell.

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