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Schnupfsichere Dame: Christine Altkrüger vom äußerst erfolgreichen Nandlstädter Damen-Quartett präsentierte sich in absoluter Höchstform.

Spektakel in der Hopfenhalle

Schnupfer-Meisterschaft in Nandlstadt: Vier Damen sorgen für eine Sensation

Riesenerfolg für die Nandlstädter Schnupfer bei der Deutschen Meisterschaft am Samstag: Sie präsentierten sich als gute Gastgeber, das neu formierte Damen-Quartett schaffte gar eine Sensation.

Nandlstadt – Als kurz vor halb zwölf die National-Hymne erklang, waren alle zufrieden. Ein Jubiläum ging stimmgewältig zu Ende: „Einigkeit und Recht und Freiheit“. Meinungsfreiheit zelebrierte Bürgermeister Jakob Hartl in seinem Grußwort. Zwar sei der Tabak oft in der Kritik, doch „wenn in Deutschland alles verboten wird, dann könnten wir uns gleich einsperren“, findet das Gemeindeoberhaupt.

An die Geschichte des Tabaks, der einst aufgrund seiner „heilenden Wirkung“ im 17. Jahrhundert am französischen Hof in Europa Einzug hielt, erinnerte Landrat und Schirmherr Josef Hauner. Die Schnupfer aus Nandlstadt stehen für das vielfältige Vereinsleben im Landkreis, so der Schirmherr: „Bin sehr gespannt, wie das heute so abläuft“.

Wer schnupft die fünf Gramm am schnellsten

Da musste Hauner sich nicht lange gedulden, denn Schnupfer-Veranstaltungen unterliegen strengen Kriterien. Jeweils sechs Teilnehmer wurden aufgerufen, die dann vor den Tischen auf der Bühne Platz nahmen und ein weißes Lätzchen umgehängt bekamen. Grund: Bei der Wertung geht es genau, ganz genau. Ziel ist es, die fünf Gramm Schmaizler der Marke „Doppelaroma“ aus dem exakt fünf Gramm vollen Tabakdöschen möglichst schnell zu leeren. Natürlich bestmöglich mit dem Gesamtinhalt unter die Nasenflügel, was nicht einfach zu sein scheint. 

Mit 2,058 Gramm wurde Bürgermeister Jakob Hartl beim „Promi-Schnupfen“ Vierter, sein Hörgertshausener Kollege Michael Hobmaier (2,442 Gramm) Dritter und Marktrat Rainer Klier (v. l.) mit 1,841 Gramm letzter von sieben Teilnehmern.

Das Startkommando kommt dabei aus dem Lautsprecher: „Schnupfer fertigmachen! Dose öffnen. Achtung, fertig – los“. Eine Minute bleibt nun Zeit, die fünf Gramm zielgerichtet im Riechkolben verschwinden zu lassen. Die jeweiligen Techniken lassen schnell erkennen, dass niemand den „Fünf-Gramm-Einschub“ zum ersten Mal macht. 

Als wichtiges Körperteil erweist sich dabei der Finger. Den hat mancher im Vorfeld gar mit Plastik- oder Metallplättchen versehen, um so dessen Schaufelwirkung zu erhöhen. Ob damit eines oder beide Nasenlöcher beschickt werden, liegt am persönlichen Ermessen. Nicht jedoch die Sauberkeit, denn was auf dem Lätzchen landet, wird mitbenotet.

Vier Naturtalente im traditionellen Nasensport

Wie wenig sich Nasensport von Rasensport bei den 14 Vereinen unterscheidet, wurde bei den Anfeuerungen der Schnupfer aus den Hochburgen Unterbuch und Dingisweiler deutlich. 

Georg Rauscher zeigt: 4,498 Gramm in die Nase ist Schwerstarbeit.

Viel zu hören bekamen auch die lokalen Schnupfgrößen wie Georg Stanglmaier („Zeima, Zeima“) oder Georg Rauscher: „Schos, auf geht’s!“. Auch Geheimfavorit Rupert Grottenthaler lief mit „Rubbert, Rubbert“ – Rufen von Gattin Rotraud zur Höchstform auf, ein kurz vor Ende purzelnder Bröselbrocken aus dem Nasenloch verhinderte aber eine Sensation.

Strahlende Sieger: Schnupfer-Vorsitzender Max Weinmann (r.) gratulierte den Gewinnern, darunter Einzel-Sieger Christian Knauer (4,962 von fünf Gramm) sowie dem Damen-Vize-Meister mit Christine Bichlmaier, Rosmarie Rauscher, Rotraud Grottenthaler und Christine Altkrüger (v. l.).

Die schafften andere, nämlich die Nandlstädter Damen. Wollten Christine Bichlmeier, Rosmarie Rauscher, Christine Altkrüger und Rotraud Grottenthaler eigentlich nur wegen des Jubiläums ihre Nasen hinhalten, geht das Quartett mit dem Vize-Titel in die Nandlstädter Schnupfer-Annalen ein.

Martin Hellerbrand

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