Nandlstadt: Windkraftgegner formieren sich 

Sinnhaftigkeit der Windräder ad absurdum geführt

Die Bürgerinitiative „Windwahnsinn“ hätte es kaum besser treffen können: Am Info-Abend in der Schulturnhalle nahmen 250 Besucher teil. An Argumenten gegen die im Haslacher Forst geplanten Windkraftanlagen mangelte es nicht – am Ende kam man überein, mit allen erdenklichen Mitteln dagegen anzukämpfen.

Nandlstadt– Es hat sich Widerstand gegen die beiden geplanten, knapp 200 Meter hohen Windkraftanlagen formiert. Für den Bau sprach sich jedenfalls in der Schulturnhalle niemand aus – nicht vor, nicht während und auch nicht nach der von der BI und dem Verein für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern (VLAB) initiierten Veranstaltung.

Für den Vorsitzenden der Bürgerinitiative, Gerhard Penger, beruht die Genehmigungsfähigkeit der Anlagen auf einem „Winkelzug“. Die sogenannte 10H-Regelung greife in dem Fall nicht, weil es einen genehmigten Vorbescheid aus früherer Zeit gibt. Die Windräder wurden dann im Oktober 2014 „aus heiterem Himmel genehmigt“ betonte Penger – aus seiner Sicht ein Unding. Sollten die Anlagen wirklich gebaut werden, fürchte man nicht nur „eine Beeinträchtigung der Lebensqualität“ – sondern man müsse auch „Angst um die Gesundheit unserer Familien haben muss“, wie er bekräftigte. Dass der Wert der sich im Umkreis befindlichen Immobilien zwischen 20 und 30 Prozent sinke, das komme noch erschwerend hinzu, wie Penger feststellte. Sein Fazit lautete: „Die Anlagen sind nicht so ökonomisch und so biologisch, wie man es uns immer verkaufen will.“

Die beiden Referenten des Info-Abends, der Physiker Hermann Gottschalk und der Biologe Friedrich Buer, gaben dem BI-Windkraftgegner in vollem Umfang recht. Gottschalk führte die Sinnhaftigkeit des Erneuerbare-Energie-Gesetzes und die damit verbundene Förderung der Winkraftanlagen quasi ad absurdum. Die Effizienz im Energiemix sei demzufolge verschwindend gering. Außerdem seien die Leistungskurven bei der Stromgewinnung viel „zu zappelig“. Sprich: Aufgrund der Tatsache, dass auf den Wind nicht immer gleich Verlass sei, müssten kommerzielle, mit Kohle, Gas oder Atom betriebene Kraftwerke die Schwankungen ausgleichen. Auf die Windkraftanlagen sei einfach kein Verlass – zumindest nicht kontinuierlich. Und: Die Speichermöglichkeit sei zu gering, und noch dazu mit hohen Energieverlusten verbunden.

Das Urteil von Buer fiel nicht minder vernichtend aus: Seiner Meinung nach tragen die Windkraftanlagen Streit ins Land, sie töten Vögel und Fledermäuse, treiben den Strompreis in die Höhe und behindern den Klimaschutz. Besonders drastisch stellte Buer Verletzungen dar, die Vögel durch die Windräder erleiden würden. Auch Menschen liefen Gefahr, verletzt zu werden. Etwa durch Eisbrocken, die von den Rotoren auf Hausdächer prasseln würden – von Infraschall, der nachweislich gesundheitsschädlich sei, einmal ganz abgesehen.

Die anschließende Fragerunde war davon dominiert, was man gegen die beiden Windräder tun könne, wo doch das Landratsamt und nicht die betroffenen Gemeinden Nandlstadt und Au am Ende darüber entscheiden, ob die Anlagen gebaut werden oder nicht. Die Antwort: Zusammenstehen, kämpfen und die Bürger mobilisieren. Der Nandlstädter Bundestagsabgeordnete Johannes Huber (AfD) sprach sich ebenfalls klar gegen die Windräder aus. Ihn wunderte zudem, warum kein Vertreter des Landratsamts anwesend sei.

Bürgermeister Jakob Hartl und sein Auer Kollege Karl Ecker erklärten indes unabhängig voneinander, dass sie rechtliche Schritte im Falle einer schlussendlichen Genehmigung durch das Landratsamt nicht mehr ausschließen.

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