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Sojasauce mit Hopfennote: Hallertauer Start-up begeistert Spitzenköche - Erfindung schafft es ins TV

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Von: Armin Forster

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Johannes Selmayer (l.) und Tobias Zettelmeier mit ihrem Produkt HopSoy.
Johannes Selmayer (l.) und Tobias Zettelmeier haben das Start-up HopSoy gegründet und verkaufen jetzt Sojasauce mit Hopfennote. © privat

Zwei Gründer aus der Hallertau haben eine Sojasauce mit Hopfen entwickelt - und wollen damit die deutschen Küchen aufmischen. Die Resonanz ist vielversprechend.

Airischwand – „Lern Koch, da hast du einen krisensicheren Job“, haben zu Johannes Selmayer alle gesagt. Also stieg der Junior vom Huberhof in Airischwand (Markt Nandlstadt) in den elterlichen Betrieb ein, wo er heute die Küche leitet. Dass einmal eine Pandemie dazu führen wird, dass er monatelang kaum eine Pfanne schwenkt, hätte sich der heute 38-Jährige nie träumen lassen. Die Branche seines Spezls Tobias Zettelmeier (34) ist ähnlich gebeutelt: Der Schauspieler, im Landkreis bekannt durch das Impro-Theater Bühnenpolka, hatte – dank Corona – ebenfalls mehr auftrittsfreie Zeit als ihm lieb war.

Was ein Glück, dass die beiden ausgesprochen kreative Köpfe sind. Denn so fing Johannes Selmayer in seiner Wirtshausküche irgendwann an, Sojasauce mit Hopfen zu verfeinern. Der Pflanze, die seine Heimat prägt wie keine zweite. Der Koch aus Airischwand war angetan vom Ergebnis und ließ seinen Kumpel Tobi probieren. Als auch der restlos begeistert war, sponnen die beiden weiter: Eine Sojasauce mit Hopfen, die müsste sich doch gut verkaufen lassen! Auch die Verkostung im Kollegen-Netzwerk von Johannes Selmayer lieferte vielversprechendes Feedback. „Diverse Spitzenköche fanden die Sauce super und meinten, sie würden sie in ihrer Küche verwenden“, erinnert er sich. „Sie haben mir gesagt: Schau, dass du das in die Flasche und auf den Markt bringst!“

Johannes Selmayer (l.) und Tobias Zettelmeier in einer Gastro-Küche.
In Kochkursen per Online-Livestream haben die Freunde die Pandemie kreativ überbrückt. © privat

Gesagt, getan: Das Duo gründete eine Firma, ließ sich die Marke HopSoy schützen und verteilte die Aufgaben. Show-Experte Zettelmeier übernahm den Auftritt und das Marketing, Küchenchef und Erfinder Selmayer die produktspezifischen Belange. Um nicht alles komplett in Vorleistung stemmen zu müssen, haben sich die Gründer für ein Crowdfunding auf Startnext.com entschieden, wo viele Menschen gemeinsam ein Projekt finanzieren. Auf der Plattform kann man sich vorab schon ein oder mehrere Flascherl von der HopSoy sichern, mit dem eingesammelten Geld kann dann produziert werden.

Gleich zu Beginn hat HopSoy einen Liveauftritt in der Fernsehküche

Einen gewaltigen Schub hat ihre Kampagne dabei gleich zu Beginn bekommen: In der TV-Show von Kabarettist Hannes Ringlstetter zum Jahreswechsel wurde von Fleisch-Experte und Fernsehkoch Lucki Maurer live ein Silvester-Menü zubereitet. Maurer war auch einer der besagten Vorab-Tester von HopSoy gewesen – und als solcher derart überzeugt von dem Produkt, dass er seine Soße vor laufenden Kameras mit HopSoy würzte. „Das hat uns den richtigen Kickstart verpasst“, sagt Selmayer.

Neben der Mittelbeschaffung hat das Crowdfunding für die Gründer einen weiteren wertvollen Effekt: „Das ist auch ein Stück weit Marktanalyse für uns“, erklärt Selmayer. Die Resonanz sei bislang äußerst positiv, das erste definierte Ziel von 1000 Euro ist längst überschritten. Die Kampagne läuft nun noch bis 31. Januar, die Gründer hoffen auf viele weitere Bestellungen.

Passend zum Umami-Trend: Küchenchef verrät Rezeptideen mit Hopfen-Sojasauce

Die Möglichkeiten für den Einsatz von HopSoy sind aus Sicht des erfahrenen Kochs enorm und beschränken sich bei Weitem nicht auf asiatische Gerichte: Er verwendet seine Sojasauce zum Beispiel für Salatdressings. Auch für die klassische Dunkelbiersoße eines Schweinebratens passe die Hopfen-Note von HopSoy perfekt, wirbt Selmayer für seine Kreation. „Man kann damit auch ein Wammerl marinieren: Einfach über Nacht darin einlegen und dann auf den Grill schmeißen.“ Aus Sicht des Küchenchefs trifft das Produkt voll den Nerv der Zeit: „Sojasauce ist im Moment ja überall gefragt, jeder will etwas mit Umami haben.“

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Der Begriff ist japanisch und bedeutet so viel wie „köstlich“. Umami verstärkt keine der vier gängigen Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter, sondern wird seit Langem als weitere Geschmacksart verzeichnet. Die Wahrnehmung erfolgt hauptsächlich im Rachenraum und wird beim Genuss von proteinreicher Nahrung empfunden.

Für Fleischliebhaber und Veganer geeignet

Die HopSoy-Sauce ist sowohl glutenfrei als auch vegan – was den Machern ganz wichtig war: „Damit der Fleischesser genau wie der Veganer die Möglichkeit hat, unser Produkt einzusetzen“, betont Johannes Selmayer.

Der für die Veredelung verwendete Hopfen stammt von einem befreundeten Pflanzer aus der Umgebung des Huberhofs. Dazu passt, was Johannes Selmayer auf die Frage nach seinem persönlichen HopSoy-Ziel antwortet. „Ich könnte jetzt natürlich sagen: Millionär werden.“ Er lacht. „Aber am Ende ist es doch so: Wenn man so ein tolles Produkt auf den Markt bringt, möchte man damit seine Heimat repräsentieren.“

Link zur Crowdfunding-Kampagne von HopSoy

Wer nun Lust auf die Sojasauce mit der Hopfennote bekommen hat, wird auf www.hopsoy.de fündig. Auch auf Facebook sowie bei Instagram ist das Start-up vertreten.

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