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Bauen in den Randgebieten: Jens-Uwe Klein (l.) widmete sich dem neuen Flächennutzungsplan. Demnach soll es etwas leichter sein, an den Dorfrändern Häuser zu bauen. Am Ende entscheidet laut Klein aber das Landratsamt.

CSU-Podiumsdiskussion

Sorge um Geschäfte und ums Baugebiet

„Uns ist die Zukunft von Nandlstadt nicht egal – und Ihnen?“ Mit diesem Titel will die CSU brisante Themen aufwerfen und Bürger aus der Reserve locken. Der Dialog, der bereits zum sechsten Mal stattfand, war diesmal vom Dauerbrenner „Windradl“ und vom Ladensterben geprägt.

Nandlstadt – Der Breitbandausbau, Tourismus oder der neue Flächennutzungsplan. Die CSU ließ kaum eine Baustelle aus, die derzeit eine Rolle spielt im Ort und in den Köpfen der Bürger. Da durfte das Thema „Windräder“ natürlich nicht fehlen. Den Anstoß gab allerdings eine Anfrage aus dem Publikum. Gut 40 Interessierte waren zu dem Infoabend mit Gelegenheit zur Diskussion ins Lokal „La Villa“ gekommen.

Ein Teilnehmer befürchtete Auswirkungen auf das von Jens-Uwe Klein noch einmal vorgestellte Baugebiet „Nord-West II“. Wenn die sogenannte 10H-Regelung, sprich ein Abstand der im Haslacher Forst geplanten Windräder von etwa zwei Kilometern zur nächst gelegenen Wohnbebauung, nicht gelte, dann dürfe das Baugebiet „ja gar nicht genehmigt werden“. Dem widersprach sowohl Klein, als auch Marktratskollege Andreas Hofstetter. Ursprünglich hat man sich demzufolge auf einen Abstand von 800 Metern geeinigt. Das für 300 Anwohner konzipierte neue Baugebiet liegt laut Hofstetter aber 1200 Meter von den geplanten Windrädern entfernt. Wollte heißen: Man sollte das eine mit dem anderen nicht in einen Topf werfen. Eine Sicht der Dinge, die der Fragesteller so nicht teilen wollte. „Bringt ja nichts im Umkehrschluss“, beharrte er auf seiner Meinung.

Auf Resonanz unter den Teilnehmern stieß auch eine These von Marktgemeinderat Matthias Mauser, wonach man unbedingt etwas gegen das Ladensterben im Ort unternehmen müsse. „Die Leute kaufen halt über das Internet ein, die Ware wird direkt nach Hause gebracht“, monierte Mauser. Für die Geschäftswelt sei das schlecht. „E-Commerce dünnt unseren Ortskern aus“, machte Mauser deutlich. Man müsse deshalb „schauen, wie man die Lebendigkeit im Ort erhalten kann“. Mauser, der zu den Themen „Freizeit und Tourismus“ referierte, sprach sich für eine Stärkung der Geschäfte und der Gastronomie aus. Er verwies in dem Zusammenhang auf die Idee, eine Art Kombination aus Dorfladen und Treffpunkt mit sozialem Charakter einzurichten. Mit allen möglichen Waren für ältere Menschen, die nicht so leicht in die außerhalb gelegenen Supermärkte kämen, wie er hinzufügte. Womöglich gebe es dafür staatliche Zuschüsse, spekulierte Mauser. Auch die Gemeinde könne ihren Teil dazu beitragen. Dergleichen Überlegungen seien „Teil unseres Gemeindentwicklungsplanes“, so der CSU-Marktrat.

Mauser erhielt Zustimmung für seine Ansichten. Einer der Teilnehmer sprach in Bezug auf E-Commerce von einem allgemeinen Trend, der nicht mehr aufzuhalten sei. „Heute geht einfach alle übers Internet“, bemängelte er. Der Teilnehmer teilte die Ansicht, dass sich die Gemeinde da etwas einfallen lassen müsse.

Damit war die Debatte im „La Villa“ voll entbrannt. Jemand schlug vor: „Man könnte ja eine Paketsteuer einführen.“ Als Gegenargument bekam der Teilnehmer zu hören: „Nur in Nandlstadt oder wie?“. Ein Herr verglich die Lage der Geschäfte mit der in der Gastronomie. „Ein Jeder schimpft, dass wir kein Wirtshaus mehr haben – und wenn wir eines haben, geht keiner hin.“

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