Wechsel im Marktrat

Steininger verlässt UWN: CSU jetzt stärkste Kraft in Nandlstadt

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Nandlstadt - Überraschung im Gemeinderat: Andreas Steininger, bislang Mitglied der UWN-Fraktion, wechselt zur CSU. Im Gremium verschieben sich nun die Machtverhältnisse.

Die Entscheidung in Andreas Steininger war offenbar schon länger gereift. Und doch wurde erst jetzt publik, was für ordentlich Wirbel im Nandlstädter Marktrat sorgt: Steininger hat der Fraktion der Unabhängigen Wähler Nandlstadt (UWN) den Rücken gekehrt – und sich in die CSU eingereiht. In der nächsten Sitzung des Marktrats am Donnerstag, 16. Februar, wird man bereits über die Neuverteilung der Ausschuss-Posten beraten.

Andreas Steininger gehört künftig der CSU- Fraktion von Nandlstadt an.

Vom FT zu seinen Wechselmotiven befragt, hält sich Andreas Steininger bedeckt: „Ich denke, dass ich für das, was ich politisch bewirken möchte, derzeit besser in der CSU aufgehoben bin“, sagt der 43-Jährige. Welche Themen er damit meine, wollte Steininger nicht näher ausführen. Ein Schnellschuss scheint der Wechsel jedoch keineswegs zu sein. „Ich bin schon seit rund einem halben Jahr Mitglied der CSU, den Entschluss hab’ ich vor etwa einem Vierteljahr gefasst. Es war klar: Ich muss für mich etwas ändern.“

Steininger: „Wir trennen uns in Freundschaft“

Leicht ist dem verheirateten zweifachen Familienvater, der als Abteilungsleiter bei der Firma Praetner in Freising arbeitet, die Entscheidung nicht gefallen, wie er betont: „Ich fühle mich dabei jetzt nicht so gut. Die Mitglieder der UWN sind ja lauter Freunde, die ich schon ewig kenne.“ Es gebe aber keine persönlichen Dissonanzen, „wir trennen uns quasi in Freundschaft“. Und das sei die Grundvoraussetzung für seine politische Neuorientierung gewesen, sagt Steininger: „Ich will allen weiter in die Augen schauen können.“

Gerhard Betz bedauert den Verlust einer „tragenden Säule“ der UWN.

Mit UWN-Gemeinderat und 3. Bürgermeister Gerhard Betz sollte dies auf jeden Fall funktionieren. „Andreas und ich sind auch privat Spezln“, sagt Betz im Gespräch mit unserer Zeitung. „Er war am Dienstag vor einer Woche bei mir und wir haben über seine Wechselabsichten geredet. Bei einem Bier, wie Männer das eben so machen“, sagt Betz. Und auch er bestätigt: „Es gab keinen Streit, wir sind im Guten auseinandergegangen.“ Aber natürlich sei es schade, wenn eine „tragende Säule“ die Fraktion verlasse.

Nun gilt es bei den Unabhängigen Wählern, nach vorne zu blicken. Am Donnerstag in einer Woche müssen schließlich die nun vakanten Sitze in den Ausschüssen neu besetzt werden. Innerhalb der UWN hat man sich dafür bereits einen Plan zurechtgelegt. Laut Betz sieht der wie folgt aus: In den Schulverbandsausschuss will man mit Maria Rauscher passenderweise eine Lehrerin entsenden, den freien Sitz im Bauausschuss soll Michael Wagensonner übernehmen. „Der ist gelernter Elektriker und kennt sich auf dem Bau aus“, sagt Betz. 

Und dann gibt es noch den Kultur-, Vereins- und Festausschuss, für den der langjährige Narrhalla-Präsident Jürgen Kronthaler den passenden Deckel auf dem Topf darstellen soll. Auf Kronthalers Posten im Personal- und Finanzausschuss soll Monika Linseisen folgen, in die Fußstapfen von Wagensonner im Rechnungsprüfungsausschuss will Gerhard Betz selbst treten. „Das alles ist freilich noch ein Vorschlag, über den der Marktrat erst beschließen muss“, sagt der 3. Bürgermeister.

Welche Ausschuss-Posten in der CSU umbesetzt werden, ist laut Andreas Steininger noch nicht fix. Fest stehe jedoch: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Kollegen.“ Die Freude dürfte ganz bei der CSU liegen: Durch Steiningers Wechsel wird sie stärkste Fraktion im Nandlstädter Marktrat.

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