Pinkfarbene, giftige Körner liegen auf dem Boden
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Pinke, giftige Körner lagen am Sonntag und Montag unter anderem entlang der Zeilerbergstraße in Nandlstadt. Laut Polizeibericht könnte es sich um Rattengift handeln.

Polizei bittet um Hinweise

Tier-Gift in Nandlstädter Wohnsiedlung: Bereits vor drei Jahren war die Straße ein Tatort

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
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„Das ist Absicht - da will jemand Tiere töten“: Nach dem Gift-Fund in Nandlstadt gehen die Behörden von Vorsatz aus. Denn die Umstände sind sehr auffällig.

Nandlstadt – Die frühlingshafte Temperaturen lockten in den vergangenen Tagen viele Nandlstädter ins Freie. Doch einige Spaziergänger machten am Sonntagabend gegen 18 Uhr eine unschöne Entdeckung: Entlang der Gehwege waren pinkfarbene Körner ausgelegt worden. Ein Spaziergänger alarmierte sofort Bürgermeister Gerhard Betz und in Absprache mit ihm auch die Polizei.

Wie Moosburgs Polizeichef Christian Bidinger berichtete, könnte es sich „bei der Substanz nach einer ersten Bewertung tatsächlich um Rattengift handeln“ – entsprechende Untersuchungen laufen noch.

„Da will jemand Tiere töten“

Betz machte sich am Sonntagabend selbst ein Bild vor Ort: In der Baumgartener und in der Moosburger Straße sowie entlang der Ring-, Zeilerberg- und Ahornstraße „lagen überall diese rosa Teile, die von Weitem wie Blüten ausschauen“. Auch vor dem Spielplatz an der Ringstraße hätten die Körner gelegen. Betz ist überzeugt: „Das ist Absicht – da will jemand Tiere töten.“ Weil in der Wohnsiedlung viele Leute Gassi gehen, vermutet Gerhard Betz jemanden, der es auf Hunde abgesehen hat.

Die Feuerwehr Nandlstadt war am Sonntagabend mit 18 Kameraden rund 1,5 Stunden im Einsatz, um die Straßen zu reinigen. Doch am Montagmorgen lagen die pinkfarbenen Körner erneut am Straßenrand – allen voran an der Zeilerbergstraße, in Höhe der Abzweigung der Bürgermeister-Faltermaier-Straße. Hier rückten die Bauhofmitarbeiter an, um das Gift zu entsorgen.

Schon einmal war die Zeilerbergstraße ein Gift-Tatort

Vor drei Jahren gab es schon einmal Fälle von vergifteten Tieren – damals hatte es der Unbekannte auf Katzen abgesehen. Tatort war auch hier die Zeilerbergstraße. Damals handelte es sich um Vergiftungen durch Phos-phorsäureester, einem gängigen Pestizid. Anfangs ging der damals behandelnde Tierarzt von „übertriebener Gartenhygiene“ aus. Als wenig später drei weitere mysteriöse Fälle von vergifteten Katzen aufgetraten, erhärtete sich der Verdacht, dass man es doch mit gezielt präparierten Futter-Fallen zu tun habe. Der Veterinär erstattete damals Anzeige gegen Unbekannt.

Betz kann sich noch gut an diese Geschichte erinnern. Seither seien aber keine vergleichbaren Fälle mehr aufgefallen. Nun also die großflächige Gift-Verteilung auf den Straße und Gehwegen.

Auf ihrer Homepage richtet die Gemeinde einen Appell an die Bürger: „Wir möchten dringend um Vorsicht und Aufmerksamkeit bitten, da heute an einigen Stellen im Marktgebiet verstreutes Gift (vermutlich Rattengift) aufgefunden wurde. Dieses wurde von der Freiwilligen Feuerwehr bereits – wo bekannt – entfernt. Dennoch bitten wir alle um Vorsicht.“

Zeugenhinweise an die Polizei Moosburg

Wer verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat oder Hinweise zum Verursacher geben kann, soll sich bei der Polizei Moosburg, Tel. (08761) 30180, melden.

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