Euro-Geldscheine und -Münzen
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Mit Hilfe von Gutscheinen im Wert von fünf Euro den örtlichen Einzelhandel und die Bürger unterstützen? Diese Forderung stieß im Nandlstädter Marktrat auf Widerstand. (Symbolfoto)

Antrag abgelehnt

UWN fordern „Nandlstädter Fünfer“ als Corona-Hilfe – Marktrat lehnt ab

Die UWN hätte Nandlstadts Einzelhandel und Verbraucher gerne mit speziellen Gutscheinen unterstützt. Doch der Plan kam im Marktrat nicht so wirklich gut an.

Nandlstadt – Die Unabhängigen Wähler Nandlstadt (UWN) wollen dem durch Corona gebeutelten Einzelhandel des Markts unter die Arme greifen. Dafür schwebte ihnen vor, einen „Nandlstädter Fünfer“ unter die Leute zu bringen – allerdings zeigte sich die Verwaltung bei der jüngsten Marktratssitzung nur mäßig begeistert von einem solchen Ansinnen.

Der „Nandlstädter Fünfer“ sollte natürlich kein extra Hallertauer Geldschein sein, sondern vielmehr ein fälschungssicherer Gutschein. Diese Wertmarke könnte dann, so der UWN-Antrag, an jeden Haushalt als Einkaufsanreiz ausgegeben werden und in örtlichen Geschäften einlösbar sein. Die Händler selbst könnten sich dann die Gutscheine im Rathaus auszahlen lassen. Die Partei wolle damit sowohl den Unternehmen, wie auch den Menschen in der Kommune eine finanzielle Hilfestellung zukommen lassen, hieß es in der Begründung. Außerdem würde als Zielformulierung im ISEK-Programm die Stärkung des Einzelhandels auftauchen, unabhängig von einer Pandemie.

Vorbild „Holzkirchener Zehner“

Der Kostenpunkt für die Gemeinde liege bei rund 13.000 Euro. Aber die UWN machten dazu eine Vergleichsrechnung auf – durch entfallende Veranstaltungen wie dem Hopfenfest hätte sich die Gemeinde ja auch Geld gespart. Ein ähnliches Projekt wäre laut der UWN in Holzkirchen erfolgreich durchgeführt worden, dort sogar mit zehn Euro.

Ungewöhnliche Wirtschaftsförderung: Bürgermeister Christoph Schmid (M.) präsentiert den „Holzkirchner Zehner“. Profitieren sollten in seiner Gemeinde unter anderem die Wirte Hans Vogl (l.) und Manfred Papst. (Archiv)

Für Geschäftsleiter Michael Reithmeier tat sich aber gleich ein ganzer Fragenkatalog auf, der völlig ungeklärt auf den Tisch liege. Etwa welche Läden dann unterstützt werden sollten und welche nicht. Zudem gab Reithmeier zu bedenken: Hier sei möglicherweise eine direkte Wirtschaftsförderung gegeben, und somit wäre es per se unzulässig. Auch in puncto Wettbewerbsverzerrung müsse aufgepasst werden. Die Idee, so der Geschäftsleiter, sei grundsätzlich gut, aber sie sei halt seiner Meinung nach rechtswidrig.

Plakate als Alternative

In die gleiche Kerbe schlug Sibylle Thiermann-Mayrhofer (CSU) und ergänzte: Die meisten Geschäfte in Nandlstadt wie Supermärkte, Bäcker oder Metzger hätten ja durch die Pandemie keine großen Verluste erlitten, sehr wohl aber beispielsweise Gaststätten. Außerdem sollte ihrer Meinung nach dafür nicht der eh schon straffe Haushalt zusätzlich belastet werden. Thiermann-Mayrhofer präferierte stattdessen eine fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe, die nach langfristigen Lösungen suchen könnte. Für eine neue Plakat-Kampagne zugunsten des örtlichen Einzelhandels gäbe es auch schon erste Ideen.

Sehr „komisch“ beurteilte Jürgen Kronthaler (UWN), dass der Antrag seit Anfang Oktober der Verwaltung vorgelegen habe, aber jetzt erst die Fragen und Bedenken auf den Tisch gekommen seien. Was Kronthaler wollte: Nach außen ein Zeichen setzen, um zu zeigen, dass „etwas gemacht wird“. Plakate seien seiner Meinung nach „was Schönes zum lange draufschauen“, ohne was davon zu haben. Außerdem, und das wiederholte Kronthaler mehrmals, hätte es ja auch in Holzkirchen gut funktioniert, deshalb sollte Nandlstadt hier nachziehen. Den Antrag, so Kronthaler weiter, habe die UWN früh genug für die Haushaltsberatungen eingereicht – dass es jetzt eng werden könnte, sei „halt Schicksal“. Auch den Einwand von Michael Schranner (BLN), dass so eine Aktion ein großer bürokratischer Aufwand sei, ließ Kronthaler nicht gelten: „Die Verwaltung hat immer Arbeit.“

„Zeichen der Wertschätzung“

Auch Maria Rauscher (UWN) sah in der Umsetzung angesichts des Beispiels Holzkirchen kein „Hexenwerk“ – für sie wäre es eben ein Projekt zum Zeichen der Wertschätzung. „Ich gehe da nicht mit“, betonte aber Rainer Klier (CSU), denn der Vergleich Nandlstadt–Holzkirchen „hinke“ beachtlich. Zudem, so Klier weiter, hätten die Kollegen in Holzkirchen seines Wissens nach inzwischen auch auf eine City-Card umgestellt, nachdem „viel Geld verpfeffert“ worden sei.

Vor allem aufgrund der juristischen Grauzone, aber auch um nicht weiter den Corona-Haushalt zu belasten, wurde der UWN-Antrag mit 11:9 Stimmen abgelehnt.
Richard Lorenz

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