Luftbild vom Nandlstädter Zentrum
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Rund um den Nandlstädter Johannes-Kindergarten sorgt die Verkehrssituation für Unmut.

Parkverbot und Tempo-30-Zone gefordert

Verkehr rund um Nandlstädter Kindergarten: Polizei-Bewertung löst bei CSU Misstrauen aus

Ein Antrag der CSU Nandlstadt auf ein Parkverbot und eine 30er-Zone im Bereich Kindergarten mündete im Marktrat in schweren Vorwürfen von Franz Mayer (CSU).

Nandlstadt - Einige Eltern des Nandlstädter Johannes-Kindergartens seien laut der CSU wegen des vermehrten verkehrswidrigen Parkens im Bereich der Kreuzung Ecke Musikladen Bähr zunehmend besorgt. Es ist der Knotenpunkt zwischen Freisinger-, Reichertshausener- und Penkerstraße. Zudem, so heißt es im Antrag weiter, werde auf der Penker- bis zur Einmündung Hollerstraße, nahe dem Kindergarten, zu schnell gefahren. Das wiederum würde die Fußgänger gefährden, die ihre Kleinen vom Kindergarten abholen. Deshalb forderte die CSU zweierlei: Ein Parkverbot zwischen der Kreuzung und Einmündung Hollerstraße und eine 30er-Zone in der Penkerstraße.

Polizei sieht keine Grundlage

Betz verwies vor der Diskussion auf die Stellungnahme der Polizei Moosburg, die vom Markt eingeholt worden sei. Laut Polizei-Recherche läge die Penkerstraße weit unter dem Durchschnitt der Unfallbelastung – in den vergangenen fünf Jahren hätte nur einmal jemand Poller umgefahren. Für die Polizei gibt es dort deshalb keinen Grund für ein Tempolimit. Und auch bezüglich der Parkproblematik gab es schlechte Nachrichten für die CSU: Solange eine Fahrbahn breit genug und nicht durch Verkehrszeichen eingeschränkt sei, dürfte dort geparkt werden. Das allerdings, so Mayer, sei alles halt nur eine theoretische Sachlage aus einem Schreiben. Er hätte sich eine Augenscheinnahme dringlich gewünscht. Das sei seiner Meinung nach auch geschehen, sagte Betz bezüglich einer polizeilichen Verkehrsbeurteilung vor Ort.

Franz Mayer (CSU) stellte die Aussage von Bürgermeister Gerhard Betz (UWN) in Frage.

Für Verwunderung sorgte, dass der Antrag der CSU und das Schreiben der Polizei nur vier Tage auseinander lagen, – und das sogar über ein Wochenende. Dafür, so Michael Schranner (BLN), verdiene die Polizei ein großes Lob, denn normalerweise dauert sowas länger. Mayer allerdings hakte hier nach und wollte detailliert wissen, ob die Beamten wirklich vor Ort gewesen seien oder eben nur ein Schreiben geschickt hätten.

Zügige Reaktion sorgt für Skepsis

Das allerdings konnte der Rathauschef dann doch nicht mit Sicherheit sagen. Mayer aber hatte Betz ganz anders verstanden gehabt: „Du hast gesagt, es ist angeschaut worden.“ – „Ich hab’ gesagt, ich gehe davon aus“, konterte Betz. Was Mayer außerdem skeptisch betrachtete: Die zügige Reaktion zwischen Antragstellung und Antwortschreiben der Polizei. „Da hab’ ich meine Zweifel“, ließ Mayer den Bürgermeister wissen. Der Vorwurf wurde konkreter: Auf dem Dokument der Polizei fehle die Unterschrift des Beamten. Darauf allerdings ließ sich Gerhard Betz nicht ein.

Ein großes Problem, darauf konnten sich letztlich alle Räte einigen, sei ein Lattenzaun des Wohnhauses im Bereich Hollerstraße. Dieser Zaun versperre den Blick in die andere Fahrbahn so massiv, dass weit in die Straße hineingefahren werden müsse, um auf Gegenverkehr zu achten. Hier soll demnächst geprüft werden, ob das Sichtdreieck eingehalten werde. Für parkende Autos an der Kreuzung gelte laut Michael Schranner aber sowieso, dass sie verkehrswidrig dort abgestellt werden – dazu bräuchte es kein Halteverbot. Zu schnelles Fahren, so Patrick Nocker (UWN), sei in der Penkerstraße wegen Kurven eigentlich nicht möglich – wie auch Maria Rauscher (UWN) bestätigte. Sibylle Thiermann-Mayrhofer (CSU) wies jedoch darauf hin, dass dort sehr viele Lkw unterwegs seien – da müssten Eltern aufpassen wie „Haftlmacher“. Für Erhard Schönegge (Grüne) sei es hingegen grundlegend mal ein Thema, über kindersichere Übergänge in Nandlstadt nachzudenken.

Der Antrag auf ein Parkverbot wurde am Ende mit 8:12 Stimmen, die Geschwindigkeitsbeschränkung mit 9:11 Stimmen abgelehnt.
Richard Lorenz

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