Beine eines Fußballspielers auf einem Fußballfeld
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Die Jugendarbeit von diversen Nandlstädter Vereinen wird künftig vom Markt bezuschusst.

Bedingungen debattiert

Viele Nandlstädter Vereine dürfen mit mehr Geld rechnen

Nandlstadt zahlt seinen Vereinen künftig Zuschüsse für die Jugendarbeit. Doch über die Bedingungen der Förderung wurde erst einmal debattiert.

Nandlstadt – Manchmal dauert es dann doch ein wenig länger: Bereits Ende 2019 wurde von den Nandlstädter Vereinsreferenten ein Antrag auf Jugendarbeit-Förderung gestellt. In der jüngsten Marktratssitzung war es dann endlich so weit: Die Richtlinien, welche Vereine diesbezüglich förderungsfähig sind, wurden auf den Weg gebracht.

Bereits im Dezember 2019, so der Sachstandsbericht der Marktverwaltung, sei ein Antrag zur Jugendarbeit-Förderung von den betreffenden Referenten Andreas Steininger (inzwischen aus dem Gemeinderat ausgeschieden) und Sebastian Löffler (BLN) eingereicht worden. Ein Jahr später wurde dann ein entsprechender Richtlinien-Entwurf festgesteckt, der schließlich im März 2021 auf dem Tisch lag. Das große Zeitfenster dazwischen erklärt die Verwaltung mit „einigen unklaren Fragestellungen“ sowie dem „zeitlichen Aufwand“. Auf Nachfrage meint Löffler: „Es hätt’ schon schneller gehen können.“ Was seiner Meinung nach zudem dazwischenkam, seien der Bürgermeister-Wechsel und letztendlich auch die Corona-Pandemie gewesen. Allerdings ist er jetzt froh, dass die Richtlinien endlich abgesegnet wurden.

Bestimmte Vereine fallen aus der Förderung

Wer hat Anspruch auf Förderung in puncto Jugendarbeit? Die Satzung erklärt: Örtliche Vereine, die als gemeinnützig anerkannt sind und ihren Sitz in Nandlstadt haben. Zudem muss der Verein mindestens 20 Mitglieder haben – davon wenigstens zehn jugendliche Beitragsleistende. Und weiter: „Der Verein muss dem kulturellen, sportlichen, sozialen, gesundheitlichen oder bildenden Wohle der Bevölkerung dienen und sich gemäß seiner Vereinssatzung ausschließlich zu diesem gemeinnützigen Zweck gebildet haben und danach die Vereinsarbeit ausrichten – und im kulturellen, sportlichen, sozialen, gesundheitlichen oder bildenden Leben des Marktes aktiv werden.“ Je Haushaltsjahr kann dann pro jugendliches Vereinsmitglied zehn Euro Zuschuss ausgeschüttet werden. Keinen Anspruch hingegen haben wirtschaftliche Vereine, beispielsweise Stammtische und Ähnliches. Vereine, die aufgrund von Vereinbarungen mit der Kommune bereits regelmäßig Zuwendungen bekommen, fallen ebenso aus dieser Förderung heraus.

Ein Punkt allerdings sorgte dann doch noch für Diskussionen: Keinen Zehn-Euro-Zuschuss pro Kopf bekommen Vereine, bei denen weniger als die Hälfte der Jugendlichen nicht im Markt Nandlstadt wohnen. Robert Urbaneck (UWN) fand das nicht sonderlich optimal. Seiner Meinung nach sollte das kein „K.-o.-Kriterium“ sein, er würde sich die Möglichkeit einer Sonderregelung für Ausnahmen wünschen. Bürgermeister Gerhard Betz allerdings konnte sich dafür kaum erwärmen: „Man möchte halt den Nandlstädter fördern und nicht beispielsweise den Zollinger.“

Das Geld soll „Zuckerl“ ermöglichen

Rainer Klier (CSU) plädierte eher für Einzelfall-Entscheidungen, als jetzt nochmal die ganze Satzung deswegen umzuschreiben: „Das wäre nicht toll.“ Laut Klier wurden sich viele Gedanken darüber gemacht und es sei lange über die Richtlinien diskutiert worden. Für Löffler ist diese Förderung per se „sehr wichtig“, denn die Jugendlichen seien bei den Vereinen sehr gut untergebracht. Das sollte seiner Meinung nach auch honoriert werden. Für das Geld, so Löffler auf Nachfrage, könnten sich die Vereine dann mal ein „Zuckerl“ leisten, beispielsweise Ausflüge mit den Jugendlichen.

Die Richtlinien wurden einstimmig angenommen, gelten sollen sie dann ab Anfang 2022 – also gut zwei Jahre nach Antragsstellung.
Richard Lorenz

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