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Kunstwerk im Anflug: In den Modellflugzeugen stecken zum Teil hundert Stunden Arbeit. Die Flugfestbesucher wussten das zu schätzen.

Flugfest in Faistenberg

Waghalsige Loopings am weiß-blauen Sommerhimmel

Mit kunstvollen Figuren, pfeifenden Düsen und brummenden Motoren starteten die Modellflugzeuge am Sonntag in den leuchtend blauen Himmel über Faistenberg. Dort, kurz hinter Nandlstadt, feierte der Modellfliegerverein MUC III zwischen Getreidefeldern und Pferdekoppeln sein jährliches Flugfest.

Faistenberg„Heuer sind unsere Piloten sogar von weiter her gekommen“, berichtet Christian Kaindl, Vorsitzender des mit 16 Mitgliedern eher kleinen Vereins. In diesem Jahr reisten Gleichgesinnte aus den Nachbargemeinden, aus Mühldorf, Neuburg an der Donau und sogar der Schweiz an. Eine Gruppe Idealisten, wie Kaindl sie nennt, die es genossen, ihre Künste vor Publikum zu zeigen. „Der Applaus ist das Brot des Künstlers“, kommentierte Kaindl. Und den gab es reichlich, zu all den Loopings und rasanten Manövern der Piloten.

Einen kleinen Fallschirmspringer mit beweglichen Armen hält Vereinsvorsitzender Christian Kaindl da in den Händen.

Startbereit in der Wiese neben dem Flugfeld standen verschiedenste Modelle der Vereinsmitglieder und wurden von Angehörigen und Freunden fachmännisch begutachtet. Darunter Segelflieger mit über vier Metern Spannweite, Helikopter, Schleppermaschinen, ein Düsenjet, ein Doppeldecker und sogar ein Guatl-Bomber – die ganze Bandbreite der Modellflugsparte eben. Darunter wahre Kunstwerke: Detailgetreu nachgebaute, künstlich gealterte Modelle von Maschinen aus beiden Weltkriegen mitsamt ihrer Modellpiloten, deren Gesichtsfalten und Farbe und Kleidung lebensecht wirkten.

„An den selbstgebauten Modellen sitzt man schon mehrere hundert Stunden“, erläuterte Kaindl, der schon seit zehn Jahren Modellbauer ist und dem Verein seit sechs Jahren vorsteht. Mit seiner Begeisterung konnte er auch seinen Sohn Philip anstecken, der inzwischen seine Leidenschaft zum Beruf gemacht hat und als Fluggerätemechaniker bei Lufthansa arbeitet. Mit seinen Flugkünsten war er der Star des Flugfestes: Virtuos steuerte er den Guatl-Bomber, seine Schleppmaschine und einen Helikopter durch die Lüfte. Mal sank der Schwanz seines Fliegers bis ins Rapsfeld, mal schraubte er sich flott in die Höhe, um sich dann auf den Rücken zu drehen. „Der Bua kann gut fliegen“, meinte nicht nur der Vater.

Eine andere Sparte der Modellflugkunst stellte Willi Kramer vor: seine Fallschirmspringermodelle haben bewegliche Arme, die der Pilot lenken kann, um eine punktgenaue Landung hinzulegen – damit hat er bei internationalen Wettbewerben bereits mehrere Pokale gewonnen.

Sabine Spinnarke

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