„Ich habe eine ziemlich lange To-do-Liste“, sagt Nandlstadts Bürgermeister Gerhard Betz mit Blick auf 2021.
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„Ich habe eine ziemlich lange To-do-Liste“, sagt Nandlstadts Bürgermeister Gerhard Betz mit Blick auf 2021.

Rück- und Ausblick von Rathauschef Gerhard Betz

Waldbad, Kindergarten und Co.: „Lange To-do-Liste“ für Nandlstadts Bürgermeister

  • Andrea Hermann
    vonAndrea Hermann
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Waldbad, Neubau- und Gewerbegebiet, dritter Kindergarten und jetzt auch noch die Diskussion um ein atomares Endlager im Landkreis-Norden: „Ich habe eine ziemlich lange To-do-Liste vor mir“, sagt Nandlstadts Bürgermeister Gerhard Betz in seinem Rück- und Ausblick.

Nandlstadt Da es nach wie vor keine Bürgerversammlungen geben darf, hat Nandlstadts Bürgermeister Gerhard Betz die wichtigsten Themen erörtert.

Neubaugebiet: Im März soll’s losgehen

Das Neubaugebiet „Nord-West II“ mit insgesamt 67 Parzellen sei im vergangenen Jahr „das größte Projekt gewesen“. Von April bis November seien die Erschließungsarbeiten durchgeführt worden. „Das ist hervorragend schnell gegangen“, lobt der Rathauschef alle Beteiligten. Insgesamt werden auf einer Fläche von 5,5 Hektar 67 Bauparzellen entstehen – 36 Grundstücke als Einfamilienhäuser, 22 als Doppelhaushälften und fünf Mehrfamilienhäuser. Zudem behält die Gemeinde drei Grundstücke zurück. Mittlerweile, so Betz, seien die Grundstücke vermessen. In seiner Februar-Sitzung muss der Gemeinderat die Straßen offiziell widmen und die Gemeinde die Pläne anschließend 14 Tage öffentlich auslegen. Dann kann mit dem Bau begonnen werden. „Ich gehe davon aus, dass es im März losgehen kann“, erklärt Betz.

Radwege: Bereits Grundstücke gekauft

Auch in Sachen Radweg-Bau ist die Gemeinde aktiv geworden. „Wir haben Grundstücke für einen Fahrradweg von Kollersdorf in Richtung Schwaig eingekauft“, berichtet der Bürgermeister. Das erklärte Ziel: „Wir wollen heuer in die Planung gehen.“ Mehr noch: „Ich bin in Verhandlung, dass wir auch weiter Richtung Altfalterbach bauen können.“ Er sei, so berichtet Betz, „in alle Richtungen“ aktiv – etwa auch in Hausmehring. Aber das sei „ein langer Prozess“.

Kindergarten: Analyse soll Bedarf klären

Bereits im Wahlkampf hatte sich Betz klar dafür ausgesprochen, sich um einen dritten Kindergarten in Nandlstadt kümmern zu wollen. In einem ersten Schritt soll „ein Gutachten in Auftrag gegeben werden, um den genauen Bedarf zu ermitteln“ – ähnlich, wie es die Gemeinde Neufahrn gemacht hat. Denn es sei nicht klar, ob nur Kindergarten- und Krippen-Plätze gefragt seien, oder auch Hortplätze oder ähnliches. Mit der Bedarfsanalyse „können wir etwas Vernünftiges für Nandlstadt machen“. Denn: „Dass wir was brauchen, wissen wir, aber was genau, ist noch nicht klar.“ Immerhin: „Die Voraussetzungen für den Bau eines Gebäudes sind da.“ Sprich: Die Gemeinde habe „ein Grundstück im Auge, wo eine Verwirklichung stattfinden könnte“, so Betz. Den Standort will er aber noch nicht nennen.

Gewerbegebiet: Ausbau im Fokus 

Was die Gewerbeflächen in Nandlstadt betrifft, habe man laut Betz „viel mehr Anfragen als Angebote“. Deshalb sei es auch ein Ziel, das Gewerbegebiet zu erweitern – entsprechende Grundstücke seien bereits erworben worden. „Heuer wird es zur Planung für die Erschließung kommen“, kündigt er an. „Wir arbeiten mit Hochdruck dran.“

Waldbad: Warten auf Zuschuss-Zusage

Auch am Waldbad werde „mit Vollgas gearbeitet“, berichtet Betz – auch vonseiten des Lenkungsausschusses. Für die Renovierung des Naturbads „versuchen wir, Zuschüsse zu ergattern“ – sowohl von der Regierung (Bereich Wasser) als auch über die Städtebauförderung (Außenanlagen). „Wir warten noch auf das Go“, berichtet der Rathauschef. „Wir gehen aber davon aus, dass heuer mit den Baumaßnahmen begonnen wird.“ Wenn alles nach Plan läuft, könnte im Sommer 2022 das Baden wieder möglich sein. „Wir wissen aber nicht, wie sich die wirtschaftliche Lage verändert“, gibt Betz zu bedenken. „Wenn der Staat heuer den Geldhahn zudreht, dann wird es schwierig für uns, das zu stemmen. Wir sind vom Staat abhängig.“ Aber: „Wir sind zuversichtlich.“ Immerhin: „Wir haben einen Pächter, der den Biergarten heuer trotz der Umbauarbeiten betreibt.“

Schule: Pläne erstellen für Turnhallen-Umbau

Auch um die Zukunft der Alten Turnhalle will sich die Gemeinde Gedanken machen. „Ziel ist es, eine Planung zu bekommen, wie wir die alte Turnhalle umbauen können“, sagt Betz – und das im Rahmen des Städtebauförderprogramms.

Digitalisierung: Neue App für die Bürger

Digital ist die Gemeinde Nandlstadt „weit vorn“, wie Bürgermeister Betz betont. So werde heuer nicht nur das Ratsinformationssystem eingeführt (Betz: „Das ist eine Erleichterung für die Verwaltung.“), sondern auch eine Bürger-App. „Bei der App kann man sich über touristische, medizinische und sonstige Angebote im Markt informieren.“ Auch könne man damit laut Betz „48 verschiedene Vorgänge bzw. Anträge online bearbeiten – derzeit sind es 20“.

Atom-Endlager: Widerstand geplant

Die Mitteilung, dass der nördliche Landkreis als Standort für ein Atom-Endlager in Frage kommt, hat die Nord-Bürgermeister bereits aktiv werden lassen (wir haben berichtet). Gerhard Betz hat dazu eine klare Meinung: „Wir werden alles dafür tun, um das zu verhindern.“

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