Ein Mann geht mit seinem Hund bei Schnee Gassi.
+
Ein 58-Jähriger aus Altfalterbach, selbst Hundebesitzer, klagt an: Unzählige Hunde sind nicht angeleint.

Ärger beim Gassigehen

„Wildwest in Nandlstadt“ - Hundebesitzer kämpft für Leinenpflicht auch außerhalb des Ortes

„Wildwest in Nandlstadt“ - ein Mann (58) klagt an: Unzählige Hundebesitzer würden ihre Tiere ohne Leine laufen lassen. Seine Kritik: Die Marktgemeinde unternimmt nichts.

Nandlstadt – Der 58-Jährige (Name der Redaktion bekannt) aus Altfalterbach kann es nicht glauben, dass sich so rein gar nichts tut. Das sei seiner Meinung nach eine „Unverschämtheit“, denn schließlich habe er ja bereits sein Anliegen deutlich Rathauschef Gerhard Betz vorgetragen. Das Problem: In Altfalterbach gibt es zahlreiche kleine Straßen und Feldwege, die von Tierliebhabern genutzt werden, um ihre Hunde ohne Leine laufen zu lassen. „Die kommen aus allen Himmelsrichtungen, sogar Münchner Kennzeichen habe ich schon gesehen“, betont der Mann und weiter: „Das spricht sich scheinbar rum.“

Auch Nachbarn des Betroffenen hätten einen Verdacht: Hundebesitzer aus Nandlstadt von der einen und Mauern aus der anderen Richtung würden in Altfalterbach die besten Freiplätze für ihre Lieblinge finden. Dabei wäre das nicht einmal das Problem – sondern eben, dass die Hunde ohne Leine laufen gelassen werden. Davor hat der Betroffene Angst, denn er auch selbst hat einen Hund, mit dem er schon lange nicht mehr die frequentierten Wege abgeht, bis dahin stets angeleint. Denn ein Vorfall im nahen Gründl 2015 habe ihn vorsichtig werden lassen.

Vor sechs Jahren gab es einen hässlichen Zwischenfall in Gründl bei Nandlstadt

Dort war es, wie der Mann berichtet, vor sechs Jahren zu einem tragischen Vorfall zwischen zwei Hundebesitzern gekommen: Ein großer Hund habe sich damals losgerissen und einen deutlich kleineren Vierbeiner brutal attackiert. Und das, obwohl beide Hunde wohl angeleint gewesen waren. Was bei einem Hund ohne Leine passieren könnte, mag sich der Altfalterbacher kaum vorstellen. Sein größter Wunsch: Eine Leinenpflicht im Gemeindegebiet – auch in den Ortsteilen.

„Die haben absolute Narrenfreiheit dort.“

Hundebesitzer über die Situation rund um Nandlstadt

Eine Leinenpflicht-Verordnung gibt es für Nandlstadt sogar – 2006 wurde sie vom damaligen Bürgermeister Jakob Hartl erlassen. Allerdings betrifft diese nur Hunde ab einer bestimmte Größe und sogenannte Kampfhunde. Außerdem gibt die Verordnung nur eine Anleinpflicht für Straßen und Plätze innerhalb von bebauten Gebieten her – also nicht für Freiflächen ohne Häuser in der Nähe. Für den 58-Jährigen ein Unding, denn die dort anzutreffenden Hundehalter wären seiner Meinung nach zudem „uneinsichtig“ und „verantwortungslos“. Die Tiere würden ohne Kontrolle weit entfernt herumlaufen, einige Besitzer würden sogar mit dem Auto hinter ihrem Hund herfahren: „Die haben absolute Narrenfreiheit dort!“

Der Geschäftsführer der Gemeinde Nandlstadt, Michael Reithmeier, beurteilt die Sachlage auf Nachfrage als „schwierig“. Einschreiten könnte die Gemeinde eventuell bei auffälligen Tieren. Bürgermeister Betz selbst ist sich unsicher, welche Einschränkungen überhaupt seitens der Gemeinde möglich seien.

Aber auch vom Landratsamt Freising bekam der 58-Jährige nach eigenen Angaben „keine vernünftige Antwort“. Was ihm heute noch sauer aufstößt: „Der hat mich als Querulant hingestellt!“ Auf FT-Nachfrage verweist das Landratsamt übrigens auf die zuständige Kommune.

Ort des Ärgernisses: Altfalterbach. Ein Bürger hat sogar schon die Polizei wegen unangeleinter Hunde gerufen.

Zweimal hat der Altfalterbacher sogar schon die Polizei gerufen – vergebens, denn bis die Beamten eingetroffen waren, sei von den Hunden nichts mehr zu sehen gewesen. Dabei ist seine Angst nicht unbegründet, betont Nicole Gruber von der Hundeschule Gruber Freising. „Viele Hunden klappen die Ohren zu, wenn sie abgelenkt werden.“ Freilauf sollte zwar möglich sein, aber der Hund müsse dabei halt auch auf das Herrchen hören – alles andere sei fahrlässig. Dem frei laufenden Hund sei höchstens eine Distanz von zehn bis 15 Meter zu gönnen, um bei Problemen noch einschreiten zu können, weiß Gruber. Außerdem sollte der eigene Vierbeiner am besten angeleint werden, sobald man auf ein anderes angeleintes Zamperl trifft. Miteinander reden wäre zudem optimal, sagt die Hundeschulinhaberin. Sie weiß aber auch, dass es schwarze Schafe gibt, die ihr Tier einfach aus dem Auto springen lassen: „Das ist halt bequem!“

Und wie geht’s nun weiter? Der Bürger aus Altfalterbach will jetzt einen Brief mit seinen Sorgen an die Regierung von Oberbayern, Landrat Helmut Petz und an die Gemeinde Nandlstadt schreiben. Denn für ihn ist die Sache noch lange nicht vom Tisch: „Mir ist das wichtig – aber scheinbar ist es allen anderen wurscht!“

Richard Lorenz

Lesen Sie auch: Führerschein im Internet bestellt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare