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Bürgermeister startet Fragebogen-Aktion 

Windkraft in Nandlstadt: Jetzt sind die Bürger gefragt

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Zwei knapp 200 Meter hohe Windkraftanlagen sollen in der Nähe von Großgründling entstehen. Bevor der Marktrat Nandlstadt das Thema behandelt, bittet Bürgermeister Jakob Hartl die Bürger um ihre Meinung zu dem Thema.

NandlstadtBereits bei der Bürgerversammlung Anfang Dezember hatte Bürgermeister Jakob Hartl seinen Unmut darüber geäußert, dass die Firma tetra r.e. nahe Großgründling zwei Windkraftanlagen errichten möchte. „Die Monster sollen 199 Meter hoch werden – das ist der Wahnsinn für unseren Bereich“, hatte er damals betont (wir haben berichtet). In „absehbarer Zeit“, so Hartl, wird sich der Gemeinderat mit diesem Thema beschäftigen müssen. Um auch die Meinung der Bürger zu kennen, hat der Rathauschef eine Umfrage in den Nandlstädter Nachrichten und auf der Homepage des Markts gestartet – und die Problematik geschildert.

„Eine Anlage in der Größe wie zum Beispiel bei Schweitenkirchen (Höhe rund 70 Meter) wäre unter Umständen vertretbar“, heißt es in dem Schreiben des Bürgermeisters. Jedoch: „Zwei 200 Meter hohe Windtürme beeinträchtigen nicht nur das Landschaftsbild der Hallertau beträchlich: Die nachteiligen Auswirkungen erstrecken sich besonders auch auf unseren Nachbarmarkt Au mit seinem Ortsteil Haslach.“

„H 10“-Regelung greift nicht

Die bayerische Regelung „H 10“, wonach ein Mindestabstand zur Bebauung in der zehnfachen Höhe der Anlage eingehalten werden muss, „greift hier nicht, da ein alter Vorbescheid vorhanden ist“, weiß Hartl. Allerdings: „Da dieser Bescheid nicht alle Belange abgedeckt hat, käme hier sicher eine neue rechtliche Überprüfung in Frage.“

Ob die Bürger das auch wollen, darüber soll nun der Fragebogen Klarheit bringen. Sechs Möglichkeiten haben die Bürger zum Ankreuzen – drei Varianten gibt es, sich für die Anlage auszusprechen, drei Möglichkeiten dagegen.

Bürgerbeteiligung bei einer Anlage

Eine dieser beiden Bauwerke soll als sogenannte Bürgerenergie-Anlage entstehen, „um zum einen Interessierten aus der Region ein Angebot zur Beteiligung und zur Investition zu machen, zum anderen wird damit auch angestrebt, Bürgerinnen und Bürger, die diesen Anlagen kritisch gegenüberstehen, zu umgarnen“, heißt es in dem Schreiben von Hartl. „Damit Ihre privaten jährlichen Stromkosten mit dem Ertrag aus der Beteiligung gedeckt werden, muss die Beteiligung an der Anlage sicher weit über 50 000 Euro betragen“, ist der Rathauschef überzeugt.

Gut zu wissen

Wer sich an der Umfrage zum beabsichtigten Bau von zwei knapp 200 Meter hohen Windkraftanlagen bei Großgündling beteiligen möchte, findet das Schreiben des Bürgermeisters und den dazugehörigen Fragebogen im Internet unter www.markt-nandlstadt.de.

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