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Stefan Olschewski sucht Mitstreiter für die Wiederbelebung der Narrhalla Freising.

Wenig Geld, kaum Mitglieder

Narrhalla Freising: Narrenschiff auf dem Trockendock

Freising - Überall im Landkreis schwingen die Narren ihre Zepter. Überall? Nein. Denn in Freising, da liegt die Narrhalla seit der Saison 2014/15 finanziell und personell auf dem Boden. Und für einen Neustart sieht es derzeit auch nicht rosig aus.

Der Noch-Narrhalla-Präse, Stefan Olschewski, strahlt im Gespräch Optimismus aus – auch wenn’s um seine Narrhalla derzeit nicht gut bestellt ist. „Wir brauchen ganz einfach einen kompletten Neuanfang“, meint er. Und das, obwohl kaum Geld in der Kasse ist. Zuletzt waren den Ballklassikern der Narrhalla (Ball der Stadt, Rosenball, Inthronisation) die Zuschauer davongelaufen. Warum, das könne Olschewski auch nicht sagen: „Plötzlich war’s trotz aller Bemühungen aus.“ Das Ende der Narrhalla-Ballsaison war nach dem Jahr 2013. Im Oktober hieß es, Olschewski und sein Vize Rainer Mühlbauer treten zurück. Nach einem Gespräch mit Ratgeber Peter Reisch blieben die beiden dann aber doch in Amt und Würden. 

Den Kahn wieder flott zu bekommen, das wird schwierig werden. Denn dem Verein laufen die Leute weg: „Wir liegen derzeit gerade mal bei knapp 40 Mitgliedern.“ Und deren Vereinsbeiträge fehlen in der ohnehin nicht gerade rappelvollen Kasse. Eine Garde müsste ebenfalls neu aufgebaut werden, und, und, und. 

Heuer im März war die Jahreshauptversammlung des gebeutelten Vereins – und da sprach Bären-Ordensträger Peter Reisch klare Worte an die Anwesenden: „Es kann so nicht weitergehen. Vor allem die Finanzen gehören wieder aufgestockt.“ Das hieße, man müsse sich gerade in einer Zeit des Stillstands ganz besonders um die Mitglieder kümmern: „Wenn das nicht der Fall ist, dann sind diese Mitglieder irgendwann ganz weg.“ Er wollte noch einmal einen Ruck durch die Mannschaft gehen lassen, sie aufrütteln und ihnen Tipps geben: Man breche sich doch keinen Zacken aus der Krone, wenn sich beispielsweise die Verantwortlichen einmal mit den Aktiven aus Moosburg zusammensetzen und inspirieren lassen würden. Denn dort „brummt der Fasching seit Jahrzehnten auf Hochtouren“, so Reisch. Ganz wichtig sei: „Man muss einen festen Stamm schaffen, der gerne in der Narrhalla ist und bleibt. Dazu gehört vor allem auch die starke Einbindung der älteren, erfahrenen Mitglieder – das bringt was.“ 

Weiß Reisch, warum den Freisinger Narrhallesen die Zuschauer davongelaufen sind und die Ballparketts immer leerer wurden? „Dafür gibt es viele Gründe“, betont das treue Narrhalla-Mitglied, das auch schon als Beirat und Sponsoren-Akquisiteur fungierte: „Die Jugend erreicht man mit großen Festbällen nur noch ganz schwer, und die Nähe zu München mit seinem Riesenangebot ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.“ Olschewski bestätigt das: „Auch in München haben die Faschingsvereine die größten Schwierigkeiten, die Bälle voll zu bekommen.“ Eine Pause hält Peter Reisch nicht für das Schlimmste, aber: „Diese Pause muss für das Organisieren des Neustarts genutzt werden. Sonst schläft das Ganze völlig ein.“ 

Die Ruhephase nutzen, das will Stefan Olschewski schon tun, wie er auf Nachfrage des Freisinger Tagblatts bestätigt: „Ich möchte mich nach Weihnachten mit einigen Mitgliedern, zu denen ich engeren Kontakt habe, zusammensetzen und über die Zukunft der Narrhalla Freising nachdenken.“ Dieser Termin würde so etwas wie ein „personeller“ Kassensturz sein, denn: „Ich muss mal ausloten, wer aus der Truppe der bisher Aktiven noch mitmachen möchte. Ich brauche einfach Leute, die mit Herz und Liebe an die Sache herangehen. Sonst geht’s nicht.“

Wolfgang Schnetz

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