Naturschutz contra Wachstum

Helfenbrunn - Die Freien Wähler waren vor Ort. Dieses Mal im Ampertal. Hier gibt es Probleme mit der Unteren Naturschutzbehörde, wenn es darum geht, Vorhaben im Landschaftsschutzgebiet auszuweisen.

Man war unter sich: Die Kandidaten, die Bürgermeister und einige Kreisräte der FW, dazu Gemeinderäte aus Kirchdorf hatten sich eingefunden. Und noch immer haben die FW nach der Absage des Auer Bürgermeisters Karl Ecker (wir haben berichtet) keinen Bewerber für den Bundestag gefunden. Und so stellten sich Landtags-Direktkandidat Benno Zierer, der „das Sprachrohr des Landkreises“ sein will, Listenkandidat Manfred Pointner, Marianne Heigl und Rainer Schneider, die wieder in den Bezirkstag wollen, nur kurz vor. Pointners Motivation war klar: Die Startbahn sei „noch nicht vom Tisch“: Die CSU halte daran fest, bei der FDP stehe sie sogar im Wahlprogramm. Obwohl man 2012 nur rund 395 000 Flugbewegungen am Moos-Airport gezählt, 2007 aber zirka 432 000 Flüge abgewickelt habe, erzähle FMG-Chef Michael Kerkloh trotzdem, an zehn Stunden pro Tag gehe am MUC nichts mehr, ärgerte sich Pointner. Hoffnungsfroh war man in Sachen Volksbegehren zur Abschaffung der Studiengebühren: Vor allem Rainer Schneider appellierte an alle, „die glauben, es betreffe sie nicht“, sich einzutragen. Denn ohne die Abschaffung der Studiengebühr werde „kein Mensch über eine kostenlose Meisterausbildung für das Handwerk nachdenken“, argumentierte er.

Sein Leid klagte dann Springer: Er warb bei den Kreisräten um Unterstützung für den Antrag Kirchdorfs, zu Gunsten der Ansiedlung eines Supermarktes eine Teilfläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herauszunehmen. Naturschutz sei ja schön, gut und wichtig, aber in einer Wachstumsregion „müssen wir den Leuten auch was bieten“. Das treffe im Übrigen auch für geplante Radwege zu. Brigitte Niedermeier, Fraktionschefin der FW im Kreistag, sicherte Springer das Wohlwollen der FW-Kreisräte zu. Klaus Stallmeister, Kreisrat und Bürgermeister in Hallbergmoos, konnte ebenfalls ein Lied von dem „überzogenen Verständnis der Unteren Naturschutzbehörde von ihrer Aufgabe“ singen: Die Verlegung der FS 44 an die S-Bahn-Trasse sei bei ihm an sieben möglichen Kiebitzbrutplätzen gescheitert. Und noch ein Problem treibt die Bürgermeister um: die Krippenplätze und was passiere, wenn Eltern die Gemeinden wegen des rechtlichen Anspruchs auf so einen Krippenplatz verklagten, sowie das fehlende Personal an Erzieherinnen.

Den Appell von Allershausens Rathauschef Rupert Popp, die FW sollten im Landtag anstoßen, die Ausbildungszeit von Erzieherinnen von fünf auf drei Jahre zu verkürzen, beantwortete Pointner so: Schon die Idee, die Ausbildung auf vier Jahre herabzusetzen, sei auf „massiven Widerstand“ des Berufsverbands der Erzieherinnen gestoßen. Popp konnte nur fassungslos den Kopf schütteln. (zz)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Freisinger Zug-Pendler dürfen auf Verbesserungen hoffen: Das ist ab 2024 geplant
Alles soll besser werden: Die neuen Züge der Bayerischen Eisenbahngesellschaft sollen ab Ende 2024 öfter fahren, komfortabler werden und barrierefrei sein. 
Freisinger Zug-Pendler dürfen auf Verbesserungen hoffen: Das ist ab 2024 geplant
m-Brace zündet dreistündiges Feuerwerk in Leonhardsbuch
So viel ausgelassene Gaudi hatte das Feuerwehrhaus Leonhardsbuch lange nicht gesehen: m-Brace, die Band aus Marzling, war nach vier Jahren wieder zu Gast und heizte den …
m-Brace zündet dreistündiges Feuerwerk in Leonhardsbuch
Flughafen: Russe wegen sexueller Belästigung verhaftet
Am Flughafen klickten die Handschellen: Die Polizei verhaftete eines Russen, der wegen sexueller Belästigung und Morddrohungen gesucht wurde.
Flughafen: Russe wegen sexueller Belästigung verhaftet
VVN-BdA erinnert an Holocaust-Opfer aus Freising - Demo von Neonazis abgesagt
Der Schatten von Auschwitz fällt auch auf Freising: Auch von hier wurden Juden in Konzentrationslager gebracht. Immerhin eine gute Nachricht gab es auf der …
VVN-BdA erinnert an Holocaust-Opfer aus Freising - Demo von Neonazis abgesagt

Kommentare