Kreisverband startet Millionenprojekt

Baubeginn für das BRK der Zukunft

Erst war’s 2014, dann 2015, dann peilte das Freisinger Rote Kreuz das Frühjahr 2016 an. Doch es sollte nochmal ein Jahr ins Land ziehen, bis der Neubau einer zeitgemäßen BRK-Zentrale starten konnte. Jetzt sind seit wenigen Tagen die Bagger an der Rotkreuzstraße am Werk.

Freising – Die Rettungswagen passten nicht mehr in die Garagen, ein Desinfektionsraum fehlt, die Leitungen waren völlig veraltet und es gab einfach zu wenig Platz – kurz: Das BRK-Heim aus den 60er Jahren, in dem der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes seine Geschäftsstelle und eine Rettungswache unterhält, ist marode.

So startete vor ungefähr vier Jahren die Planung für ein zukunftsweisendes Projekt, das mit einem Kostenrahmen von rund 7,5 Millionen Euro veranschlagt ist. BRK-Kreisgeschäftsführer Albert Söhl: „Zuschüsse gibt’s da keine. Das müssen wir mit Krediten komplett selber stemmen. Allerdings kommt uns die Niedrigzins-Situation sehr gelegen.“

Jetzt war endlich offizieller Baustart und Kreisgeschäftsführer Albert Söhl fällt ein Stein vom Herzen: „Ich bin froh, dass es endlich losgeht.“ In zwei Phasen soll der neue Gebäudekomplex an der Rotkreuzstraße gebaut werden. Im Erdgeschoß wird es eine Parkgarage für Einsatzfahrzeuge geben, ein Medizinlager, die Kühlung für den Service „Essen auf Rädern“ und eine Kleiderkammer. Das erste Obergeschoss wird von den Mitarbeitern des Rettungsdienstes und der Verwaltung genutzt. Im zweiten Stock des neuen Gebäudekomplexes werden Funktionsräume für Jugendarbeit, Altenpflege und Schulungen eine neue Heimat finden. In einer Tiefgarage gibt es genügend Platz für die Autos der Mitarbeiter.

Die Abrissbagger haben bereits einen Teil der alten Garagen sowie den ehemaligen Trakt mit den Unterkünften für das Rettungsdienstpersonal „pulverisiert“. Die Übergangslösung zur einstweiligen Unterbringung der rund 60 BRK-Kräfte, die derzeit an der Rotkreuzstraße 13 bis 15 beschäftigt sind, sei auch kein Problem, sagt Söhl. Denn was er auf keinen Fall wolle, sei „eine lebende Baustelle“.

Deswegen ist bereits ein großer Teil des Fuhrparks (samt zugehörigem Personal) und anderes schweres Einsatzgerät ins Katastrophenschutzzentrum des BRK an der Straßenmeisterei in Marzling verlegt worden. Der Notarztstützpunkt samt Ausstattung, Unterkunft und Wagen fand quasi „ums Eck“ in einem Pavillon auf dem Gelände Seniorenzentrums an der Düwellstraße sein Unterkommen. Auch die Kleiderkammer wurde an die Düwellstraße transferiert.

Zwei Rettungswagen, ein Krankentransportwagen und das Einsatzleitfahrzeug bleiben auf dem Areal an der Rotkreuzstraße. Die Verwaltung der Kreisgeschäftsführung kann noch aus ihren Büros heraus agieren, bis auch dieser Teil des BRK-Komplexes um- und neugebaut wird.

Zudem gab es als Stauraum vom Landkreis sechs Container aus dem Asylbewerber-Areal an der Wippenhauser Straße (wir berichteten). Die Module wurden dort als Unterkünfte nicht mehr gebraucht. Sie dienen jetzt als Umkleideräume und „Wäschekammer“ für Einsatzkleidung. Söhl: „Ich bin froh, dass wir diese Unterstützung bekommen haben. Das entspannt die Raumsituation.“

Der gesamte Komplex wird in zwei Bauabschnitten realisiert: Im Jahr 2019 will man mit dem Komplex für die Verwaltung und den Rettungsdienst soweit fertig werden. Der zweite Teil mit der Erweiterung der Tiefgarage, den Garagen für die Servicedienste wie Fahrdienst, Hausnotruf, Essen auf Rädern, einer Lernwerkstatt für Erziehungskräfte werde laut Albert Söhl erst in ein paar Jahren folgen, da die Finanzierung momentan nur für den ersten Teil ausreicht. Das Areal an der Rotkreuzstraße bleibe damit laut BRK-Kreisgeschäftsführer nach wie vor die angestammte Heimat des BRK. wie schon seit den 60er-Jahren.

Am Samstag gab es allerdings wenig Grund zur Freude: Bei den Bauarbeiten gab plötzlich der Boden unter dem Gewicht des Baggers nach – und der stürzte ein Geschoß tiefer. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

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