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Hoffnung für die Kultkneipe Abseits: Graf Guy von Moy gab sich bei einem Gesprächstermin in Freising kompromissbereit.

Graf von Moy gibt sich kompromissbereit

Neue Hoffnung für Kultkneipe Abseits: Verein soll Freisinger Lokal retten

Freising - Überraschende Wende im Fall der Kultkneipe ‪‎Abseits‬: Bei einem Gesprächstermin signalisierte jetzt Graf Guy von Moy Kompromissbereitschaft. Ein Verein soll das Freisinger Lokal retten.

Sensationelle Wende im Bemühen um den Erhalt der Neustifter Kneipe Abseits: In einem von Grünen-Stadträtin Birgit Mooser-Niefanger initiierten Gespräch im Rathaus konnte mit Eigentümer Graf Guy von Moy eine Einigung erzielt werden. Ziel ist die Gründung eines Vereins, der die Immobilie kaufen und sanieren soll.

Das hätten sich die Teilnehmer wohl nicht im Traum gedacht, dass man es binnen gut zwei Stunden so weit bringen könnte. Nach anfänglicher Kritik des Grafen an den jüngsten öffentlichen Anschuldigungen gegenüber seiner Person, gegenüber seiner Familie und seiner Immobilienfirma, zeigte er sich ungeachtet dessen kompromissbereit, was einen möglichen Verkauf der Immobilie und den Erhalt des Lokals Abseits betreffe.

Keine Provokationen mehr

Im Beisein von Bürgermeisterin Eva Bönig (Grüne), Stadträtin Charlotte Reitsam (Grüne), Kulturreferent Hubert Hierl (CSU), dem Sprecher der Initiative zum Erhalt des Abseits, Norbert Bürger, und Abseits-Chorleiterin Julia Schröter galt es zunächst einmal eine Verhandlungsgrundlage zu schaffen. Graf Guy von Moy machte deutlich, dass es mit Provokationen wie zuletzt nicht weitergehen könne. Er spielte auf ein Graffiti an der Fassade des Abseits an, das ihn als Dagobert Duck darstellt. 

Er gab aber zu verstehen, dass er sich seiner Verantwortung für die Kneipenkultur und den Denkmalschutz in Freising sehr wohl bewusst sei. Als ehemaliger Brauereibesitzer und als Träger einer Denkmalschutzmedaille sagte Graf Guy von Moy wörtlich: „Der Denkmalschutz liegt mir sehr am Herzen.“

Nachricht löst positives Echo auf Facebook aus:

Überraschende Wende im Fall der Kultkneipe Abseits:Die Initiative zum Erhalt des Abseits möchte einen Verein gründen -...

Posted by Freisinger Tagblatt on Donnerstag, 7. Januar 2016


Norbert Bürger schlug vor, doch wie in einer Ehe oder in einer Beziehung auch „noch einmal von vorne anzufangen“. Als Vergleich, wie es vielleicht gehen könnte, kristallisierte sich im Lauf des Gesprächs das Beispiel Altes Gefängnis heraus. Sowohl Reitsam als auch Hierl und Bönig sprachen sich für eine ähnliche Lösung aus. Von da an war der Vorschlag zur Gründung eines Vereins oder einer Genossenschaft zum Kauf, zum Erhalt und zur Sanierung der Kultkneipe nicht mehr weit.

Zu einem akzeptablen, marktüblichen Preis, wie man sich einigte. Bürger versicherte, dass er es sich zutraue, genügend Unterstützer für das Projekt zu finden. Graf Guy von Moy räumte ihm eine Frist bis zum 1. Juli ein. Bis dahin solle ein Angebot vorliegen. Er bestand allerdings auf eine Klausel, wonach die Immobilie nicht zu einem Spekulationsobjekt werden dürfe. 

Graf von Moy will selbst für Sanierung spenden

Sollte die Rettungsaktion oder die Sanierung keinen Erfolg haben, so nehme er die Immobilie zum vereinbarten Preis zurück. Damit nicht genug: Der Graf kündigte an, eine Spende zur Sanierung „dazuzugeben“, wenn die Sache wirklich über die Bühne gehe.

Alexander Fischer

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