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Damit ist es offiziell: Bürgermeister Heinrich Stadlbauer (l.) vereidigte am Montagabend die neuen Gemeinderäte Martin Angermaier (M.) und Norbert Kopocz.

Nachrücker vereidigt  

Neue Räte, alte Kritikpunkte

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Fahrenzhausen - Das Gremium ist wieder vollständig: Norbert Kopocz und Martin Angermaier gehören seit Montag offiziell zum Fahrenzhausener Gemeinderat. Sie rücken für die beiden Ratsmitglieder nach, die vor wenigen Tagen ihre Mandate niedergelegt – und sich mittlerweile zu ihren Gründen geäußert haben.

Es war ein Paukenschlag in der Vorweihnachtszeit: Erst hat CSU-Gemeinderätin Astrid Wildgruber-Bolesczuk am 21. November – und zwar noch während der nicht-öffentlichen Sitzung – aus persönlichen Gründen ihren Rücktritt erklärt. Und dann, nur eine Woche später, tat es ihr Robert Langenecker (SPD) gleich. Am Montag saßen nun zwei junge Nachrücker in der Gaststube des Alten Wirts: Martin Angermaier (29), der die Fraktion der Sozialdemokraten komplettiert, und Norbert Kopocz (32), der den Sitz von Wildgruber-Bolesczuk einnimmt. „Ich freue mich auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit“, betonte Bürgermeister Heinrich Stadlbauer (FBL) nach der Vereidigung. „Pack mas an!“

Die Suche nach dem Nachrücker für Wildgruber-Bolesczuk gestaltete sich gesprächsintensiv: Gabriele Sigl, die als Listennachfolgerin an erster Stelle stand, habe das Mandat „aus privaten Gründen“ nicht annehmen wollen, sagte Stadlbauer. Und auch die Nummer zwei, Leonhard Bauer, habe abgesagt. So rückte schließlich Norbert Kopocz für die ausgeschiedene CSU-Gemeinderätin nach, die sich seit 2002 im Gremium engagiert hatte.

Was die Beweggründe für den Rückzug der beiden Gemeinderäte betrifft, so herrscht bei Wildgruber-Bolesczuk nun etwas Klarheit: „Es ist ein Mix aus privaten und beruflichen Gründen. Und die Kritikpunkte an der Arbeit des Bürgermeisters und des Gemeinderats haben nach wie vor ihre Gültigkeit“, erklärte die CSU-Ortschefin dem FT. Wildgruber-Bolesczuk hatte im April bei der Mitgliederversammlung der CSU Fahrenzhausen Bürgermeister Stadlbauer scharf kritisiert und ihm die Note 5 verpasst: Die Arbeit im Gemeinderat sei noch nie so unproduktiv gewesen wie in der Ära Stadlbauer, wetterte sie damals. Danach hatten sich acht Räte in einem offenen Brief hinter den Gemeindechef gestellt und Wildgruber-Bolesczuk vorgehalten, dass sie an vielen Sitzungen gar nicht teilgenommen habe, nun aber herumschimpfe. „Ich habe zwei kleine Kinder. Das war auch der Grund, weshalb ich in den letzten Monaten nicht in jeder Sitzung war“, erklärt Wildgruber-Bolesczuk. „Aber ich stehe auch weiterhin zu meiner Kritik.“ Was der Auslöser für ihren plötzlichen Rücktritt in der nicht-öffentlichen Sitzung war, darüber machte sie keine Angaben. „Ich will jetzt keine schmutzige Wäsche waschen.“ Auch Stadlbauer äußerte sich nicht zu diesem Thema: „Ich kann dazu nichts sagen.“

Bei Langenecker, der seit 2008 dem Gremium angehört hat, sind die Gründe für den Rücktritt nach eigener Aussage beruflicher Natur: „Wir erweitern unseren Schreinereibetrieb“, sagte er dem FT. „Ich habe daher leider keine Zeit mehr, mich dieser Aufgabe so zu widmen, wie ich es gerne machen würde.“ So oder so: „Ich bedauere es, dass die beiden zurückgetreten sind“, betonte Stadlbauer im Gespräch mit dem Tagblatt. Man werde die beiden „natürlich einladen, um sie zu verabschieden“.

Am Montag aber war erstmal Verwaltungsarbeit angesagt. Die Ausschüsse wurden neu besetzt. Ergebnis: Angermaier übernimmt alle Posten von Langenecker. Die wichtigste Änderung betrifft den Rechnungsprüfungsausschuss: Hier steigt nach Wildgruber-Bolesczuks Rücktritt Wolfgang Müller (FWE) zum Vorsitzenden auf, Kopocz ist hier Stellvertreter. Außerdem ist Monika Hermann (CSU) nun Mitglied des Finanz-, Sozial- und Personalausschusses.

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