Uwe Gerlsbeck will bis 2018 die Pro-Kopf-verschuldung senken.

Neuer Bürgermeister will sparen

Kirchdorf - Der neue Kirchdorfer Bürgermeister Uwe Gerlsbeck gab sein Debüt bei einer Bürgerversammlung und formulierte gleich ehrgeizige Ziele für die Zukunft.

Von Heinz Mettig

Kirchdorf - Gerlsbeck machte deutlich, dass er jährlich nur noch eine zentrale Bürgerversammlung abhalten und nicht mehr in die einzelnen Orte gehen werde und begann mit einer kleinen Heimatkunde per PowerPoint-Präsentation: Derzeit leben in der Gemeinde 3142 Bürger, „damit haben wir die magische Zahl von 3000 überschritten“. Aber: „Auf Dauer wird Kirchdorf diese rasante Entwicklung nicht vertragen“, sagte Gerlsbeck. Der Druck und die Nachfrage nach Bauland sei ungebrochen.

Bei einem Ausflug in den Haushalt 2015 berichtete der Bürgermeister von der positiven Entwicklung, denn man könne heuer dem Vermögenshaushalt eine gute halbe Million Euro für Investitionen zuführen. Gerlsbecks ehrgeiziges Ziel: Bis 2018 soll die pro-Kopf-Verschuldung auf 27,78 Euro zurückgeführt werden (derzeit sind es 292 Euro) - und das ohne neue Kredite. Breiten Raum im Bericht nahm die Kinderbetreuung ein. Die Inklusion von behinderten Kindern müsse „eine Selbstverständlichkeit werden“.

In der Versorgung mit schnellem Internet sei Kirchdorf „schon sehr weit“. Zum weiteren Ausbau der Breitbandversorgung sei ein Förderantrag gestellt worden, da rechnete der Bürgermeister mit rund 780 000 Euro Zuschuss: „Endlich nimmt der Freistaat auch Geld in die Hand“. Dennoch würden an der Gemeinde nochmals rund 195000 Euro hängen bleiben.

Als es um die neu zu entwickelnden Baugebiete in der Gemeinde ging, plauderte er quasi aus dem Nähkästchen. Hochwasser, Lärmschutz, Wasserleitungen und vieles andere seien Probleme, die schon mal zu Verzögerungen führen könnten.

Der Gemeindechef nahm sich aber auch der „unendlichen Geschichte“ vom Radweg Kirchdorf-Burghausen-Wippenhausen an. Der droht an der Vorgabe zu scheitern, dass auf der Amperbrücke kein drei Meter breiter Radweg errichtet werden kann. Kopfschütteln bei der Versammlung. Viel Lob gab es von Gerlsbeck für das neue Feuerwehrhaus in Nörting, den neuen Spielplatz dort und die Initiative der Stockschützen. Das „Problemkind“ Feuerwehrhaus Wippenhausen und die Unterbringung der Dorfgemeinschaft und der „Schützenlust“ (wir haben berichtet) referierte der Bürgermeister lediglich. Bis zur Sommerpause hofft Gerlsbeck neue Vereinsförderrichtlinien auf den Weg zu bringen, um das „Gießkannenprinzip“ abzulösen.

Widerworte aus

Wippenhausen

Im abschließenden Frage-Antwort-Dialog sah sich der Bürgermeister mit einem Antrag von Georg Lachermeier aus Wippenhausen konfrontiert, für den Gemeindeteil einen Ortssprecher zu installieren, nachdem man mit keinem eigenen Gemeinderat mehr vertreten sei. Auch die Ortsteilversammlungen möchte Lachermeier wieder zurück. „Schützenlust“-Vorsitzender Franz Wildgruber machte noch einmal deutlich, dass sein Verein keineswegs die hohe Pacht zahlen könne, die ausgerechnet worden sei. „Da muss ich 180 Euro Jahresbeitrag verlangen, das sich keiner leisten kann. Dann haben wir nicht mehr 83 sondern nur noch 20 Mitglieder“.

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