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Im neuen Freisinger Bürgerverein engagiert sind (v. l.) Wolfgang Herrmann (2. Vorsitzender), Sylvia Heinrich (Kassiererin), Oswald Rottmann (Schriftführer), Robert Forst er (Beisitzer), Vorsitzender Reinhard Kendlbacher, Stefan Nocon und Gerhard Müller-Starck (beide Beisitzer).

Neuer „Bürgerverein Freising zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastung“

„Nicht mit uns“

Freising  - Die Bürgerinitiative (BI) Freising ist vielen als Kämpferin gegen die Dritte Start- und Landebahn bekannt. Aus der Initiative ging nun ein Verein mit einem eher umständlichen Namen hervor. Die Ziele bleiben jedoch dieselben.

Gut gefüllt war der Saal im Grünen Hof am Montagabend. Zur ersten Mitgliederversammlung des „Bürgerverein Freising zur Vermeidung von Lärm- und Schadstoffbelastung“ waren auch zahlreiche Bürger gekommen, die – noch – nicht Mitglied waren. Bereits Ende September war der Verein gegründet worden. Nun wollte man „Aufgaben und Aktivitäten“ vorstellen.

Grund für die Überführung in einen Verein sei der neu gewonnene Status der Gemeinnützigkeit gewesen, erklärte erster Vorsitzender Reinhard Kendlbacher. So sei es den Mitgliedern endlich möglich, durch Spendengelder und Bezuschussung durch die Stadt ein mobiles Schadstoffmessgerät zu kaufen.

Professor Oswald Rottmann stellte das etwa 30 Zentimeter große und 6000 Euro teure Gerät vor. Damit sei es möglich, Feinststaub zu messen (eigentlich: Partikel zu zählen). Der Flughafen ist nach Ansicht des Vereins einer der Hauptverantwortlichen für Emissionen in der Region. Der neue Verein, der 30 Mitglieder zählt, sieht keinen Bedarf für eine dritte Startbahn. Den Anstieg der Flugbewegungen bezeichnete MdL Christian Magerl (Grüne) als „gekauftes Wachstum“, da Billig-Airlines mit Subventionen nach München gelockt würden. Zu einer Abschaffung der Luftverkehrssteuer sagte Magerl: „Nicht mit uns“ – wofür er tosenden Applaus erntete. Reinhard Kendlbacher bezeichnete die geplante dritte Startbahn als „Luxusausbau.“ Wegen der Umstellung auf größere Jets werde die Zahl der Passagiere pro Flugzeug weiter steigen und einen Rückgang der Flugbewegungen bewirken.

Der stellvertretende Vorsitzende Wolfgang Herrmann forderte den Entfall von Subventionen für Billigflüge und die Verlagerung von Kurzstreckenflügen unter 500 Kilometer auf Bahn und Fernbusse. Das würde in München etwa 60 000 Flügen pro Jahr entsprechen. Herrmann: „Klimaschutz und dritte Startbahn – diese Rechnung geht nicht auf.“ E-Autos etwa seien auf dem Vormarsch. Einen kohlendioxid-neutralen Flugverkehr aber werde es auf längere Sicht nicht geben.                                                                                                                                                                                                           Victoria Stettner

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