Neufahrn: 2018 sollen die Busse rollen

Neufahrn - Ein Meilenstein in der Neufahrner Geschichte könnte 2018 Wirklichkeit werden: eine eigene innerörtliche Buslinie. Doch nicht jeder Anwohner war damit einverstanden.

Seit vielen Jahren schon träumen die Neufahrner schon von einer innerörtlichen Buslinie. Der Agenda-Arbeitskreis hat nun die Vision einer gemeinsamen Linie mit der Nachbargemeinde vorgestellt. Die emotionale Diskussion zeigte, dass es noch einige zu klärende Detailfragen gibt und manche Anlieger so ganz und gar nicht begeistert sind.

Die Variante der angedachten Linie für einen neuen Bus hat die beiden S-Bahnhöfe Neufahrn (S 1) und Hallbergmoos (S 8) als zentrale Punkte, die verbunden sind durch eine Mintraching passierende Route. So sollen auch der Logistikpark am Römerweg und das stark besuchte Cineplex-Kino einen Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr bekommen. Um diese Verbindung der Bahnhöfe herum ist jeweils in Hallbergmoos und in Neufahrn eine Ortsrunde vorgesehen. Der Neufahrner Ring führt in der angestrebten Variante über die Bahnhofstraße, die Albert-Schweitzer-Straße, die Dietersheimer Straße und den Lohweg zurück über die Echinger Straße Richtung Bahnhof. Agenda-Sprecher Florian Pflügler erklärte, dass so für den südlichen Bereich Neufahrns der Richtwert erreicht werden könnte, dass kein Bürger mehr als 300 Meter von der nächsten Bushaltestelle entfernt wohne.

Die Gäste der Agenda-Versammlung zeigten für den Süden Neufahrns im Detail noch etwas Diskussionsbedarf. Es gab aber auch Anwohner des Lohwegs, die einem vor der Haustür vorbeifahrenden Bus wenig begeistert entgegenblickten. Sie schimpften lautstark, dass ihre Straße schon heute die Rennstrecke des Orts sei und der Bus eine zusätzliche Gefahr darstelle. Die Runde von der Dietersheimer Straße über den Lohweg wird aber benötigt, um das Gewerbegebiet Nova auf dem ehemaligen Avon-Gelände an den innerörtlichen Ringbus anzuschließen.

Die Planspiele des MVV ergaben, dass ein neuer Bus an Werktagen mit einem Takt von 40 Minuten und am Wochenende 60 Minuten fahren könnte. Der Bus würde jährlich etwa 233 000 Kilometer fahren und rund 500 000 bis 600 000 Euro für die beiden beteiligten Gemeinden und den Landkreis Freising kosten. Matthias Breuel von MVV Consult erklärte, dass bis Mai dieses Jahres die politischen Entscheidungen in den Gemeinden und dem Landkreis getroffen werden müssen, um mit einem auf drei oder vier Jahre ausgelegten Probebetrieb zum Fahrplanwechsel 2018 starten zu können.

Der zweite Teil der Agenda-Präsentation über Verbesserungen des öffentlichen Personennahverkehrs sieht vor, dass die Linie 690 vom U-Bahnhof am Garchinger Forschungsgelände über Neufahrn und Eching mit vielen kleinen Maßnahmen optimiert werden kann. Die Linie soll so beschleunigt und attraktiver gestaltet werden. Das Paket der Verbesserungen reicht von kleineren Halteverboten bis hin zu den von Busfahrern ferngesteuerten Ampelanlagen. Ein Teil dieser Maßnahmen wird mit Zuschüssen spürbar gefördert. Zwischen der Bahnhofstraße und der Christl-Kranz-Straße könnte der Bus über den Jahnweg fahren, um zusammen mit der neuen Ortsbuslinie vielen Neufahrner nahe gelegene Haltestellen zu bieten. „Das wäre ein in sich schön abgestimmtes Konzept“, sagte Florian Pflügler.

Nico Bauer

Rubriklistenbild: © Nico Bauer

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