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Nero darf auf seiner Kuscheldecke im Neufun bleiben.

Ein Badegast drohte mit Anzeige

Schwimmbad-Kater gerettet: Nero darf bleiben

Neufahrn - Kater Nero macht gerne einen Zwischenstopp im Neufahrner Schwimmbad. Ein Badegast fand das unhygienisch und drohte mit Anzeige. Nur: Das Gesundheitsamt hat nichts einzuwenden gegen den Streuner.

Dass Kater Nero zum Inventar gehört, ja, dass er für viele die Attraktion im „Neufun“ ist, daran besteht für Tanja Voges, die an der Kasse arbeitet, Zweifel. „Er war immer da, die Besitzerin hat sogar versucht, ihn zurückzuholen, aber er ist immer wieder zu uns zurückzukommen“, sagt sie über den Liebling von Groß und Klein. Über einen Kater, der sich gewöhnlich auf einer Decke an seinem Lieblingsplatz an der Kasse räkelt und sich für gewöhnlich geduldig streicheln lässt. Sogar Leckerlis bringen die Besucher bisweilen mit, um sich die Gunst des Schmusekaters zu sichern. 

Wenn es Nero allerdings zu bunt wird oder wenn es zu kalt ist im Eingangsbereich, dann ist sogar ein Plätzchen bei Betriebsleiter Antonio Campos für ihn reserviert. „Dann kommt er zu mir herauf“, freut sich Campos, der inzwischen zum Katzenfreund geworden ist. Neros Fangemeinde ist laut Campos groß. „Wir alle haben ihn ins Herz geschlossen“. Mit einer Ausnahme. Ein empörter Badegast drohte mit einer Anzeige beim Gesundheitsamt.

Schließlich gibt es im Neufun eine Bistroküche. Nicht auszudenken, wenn Nero dort aus und ein ginge. Tut er aber gar nicht, wie nicht nur Wirtin Anna Burghart, sondern auch Campos und der Rest des Hallenbad-Personals gegenüber der Lebensmittelüberwachung glaubhaft versicherten. Die hat nach aktuellem Stand der Dinge nichts einzuwenden gegen den Kater im Erlebnisbad – solange gewährleistet ist, dass er nicht in den Schwimmbereich und nicht ins Bistro gelangt. 

Campos war der Anzeige zuvorgekommen und hatte sich beim Gesundheitsamt informiert. „Es kam zu einer Begehung. Die haben sich angeschaut, wo der Nero ist und festgestellt, dass das bedenkenlos ist.“ Man müsse ja auch sehen, dass in den meisten Restaurants Hunde und Katzen erlaubt seien“, führt der Schwimmbadchef ins Feld. Mit seiner Meinung ist er nicht allein: Im Internet gab es einen regelrechten „Shitstorm“ gegen den Katzen-Kritiker. 

Und es habe auch Anfragen gegeben: „Wenn Nero weg muss, dann kommen wir nicht mehr ins Neufun!“ Aber: Die Geschichte ging ja nochmal gut aus. Heimatlos ist Nero übrigens nicht. Der Kater ist „gechipt“ und gehört zu einer Familie in Neufahrn. Dort bleibt er aber nicht. Zumindest nicht, wenn das Neufun geöffnet hat und die Kuscheldecke an der Kasse lockt.

Alexander Fischer

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