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Projektleiter beschwichtigt

Neufahrn: Lärmproblem hält Anwohner auf Trab

Neufahrn - Der Ärger über die Lärmbelästigungen beim Bau des Nova-Gewerbeparks schlägt weiter hohe Wellen. Zu einem klärenden Gespräch im Rathaus kamen über 30 Anwohner. Die Empörung ist groß – wegen einer Sondergenehmigung, wonach auch nachts gearbeitet werden darf.

Harald Huber, Anwohner am Hart, versteht die Welt nicht mehr. Schon seit langem ist er von dem Baulärm auf dem Nova-Gelände genervt, von der Nichteinhaltung der gesetzlichen festgelegten Arbeitszeiten und davon, dass offenbar niemand etwas dagegen unternimmt (wir haben berichtet).

Jetzt, nach einer Ankündigung eines Subunternehmers, dass ab Donnerstag auch noch nachts gearbeitet werden soll, hat er die Sache selbst in die Hand genommen. „Ich bin derjenige, der ein bisschen aufmuckt“, sagt Huber über seine Bemühungen. Die zeigen sich in Form eines Gesprächs mit Bürgermeister Franz Heilmeier, von Beschwerden im Landratsamt und mithilfe einer einstweiligen Verfügung gegen die angekündigte Nachtarbeit. Letztere hat der Anwalt von Huber bereits beantragt, wie der Beschwerdeführer am Dienstag mitteilte.

Nach Auskunft von Daniel Fielitz, Projektleiter der Beos AG, die für die Entwicklung des Nova-Gewerbeparks verantwortlich zeichnet, handelt es sich bei der Ausnahmegenehmigung durch einen Subunternehmer um Betonarbeiten in einer abgeschlossenen Halle. Um Arbeiten wohlgemerkt, die zügig und schnell gehen müssen, um eine entsprechende Qualität zu gewährleisten. Laut Fielitz liegt die Genehmigung durch das Landratamt inzwischen vor. Mit einer Lärmbelästigung am Hart sei nicht zu rechen, weil sich besagte Halle auf der gegenüberliegenden Seite befindet. „Die Wahrscheinlichkeit, dass dort überhaupt kein Lärm ankommt, ist groß“, erklärte der Projektleiter. Fielitz ist erklärtermaßen um Schadenbegrenzung bemüht. „Wir nehmen die Sorgen und Nöte der Anwohner sehr ernst“, stellt der Beos-Vertreter klar. Dass es bisweilen laut auf der Baustelle zuging, räumt er ein. Aber die mit schwerem Gerät durchgeführten Arbeiten seien im Grunde abgeschlossen.

Die Sicht der Dinge geht aber weit auseinander. Die Aussage, dass auf dem Nova-Gelände jetzt „rund um die Uhr gearbeitet wird“ entspricht laut Heilmeier nicht den Tatsachen. „Er weiß, dass das falsch ist“, erklärte der Rathauschef nach dem Anwohner-Gespräch im Rathaus. Ob Abweichungen bei den Arbeitszeiten geduldet würden, sei „allein die Entscheidung des Landratsamts“. Eine Ausnahmegenehmigung sei seines Wissen möglich, „wenn man nachweist, dass das alternativlos ist“, betonte Heilmeier.

Dass die Entscheidung offenbar gefallen und die Duldung erfolgt ist, will Huber nicht ohne weiteres hinnehmen – deshalb auch die beantragte einstweilige Verfügung. Nach Auskunft von Fielitz sollen die besagten Betonarbeiten am Donnerstag beginnen und eine Woche dauern. Das Glättegeräusch, das dabei entstehe, müsse man sich vorstellen wie das von einem Rasenmäher. Fünfzig Meter außerhalb sei davon aber nichts mehr zu hören, beschwichtigt der Projektleiter.

Alexander Fischer

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