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Bei Giggenhausen werden Mulden für die Gelbbauchunke geschaffen

Alle hoffen, dass „Bombina“ den Weg findet

Die Gelbbauchunke ist gerade einmal sechs Zentimeter groß, etwa zwölf Gramm schwer und lebt am liebsten in Pfützen, Mulden und Tümpeln. Allerdings findet sie kaum mehr günstige Lebensbedingungen. In Neufahrn greift man der bedrohten Tierart bei der „Wohnraumsuche“ nun unter die Arme: Auf der ehemaligen Flugabwehrstellung im Ortsteil Giggenhausen ist inzwischen ein Bagger angerollt, um Mulden für die bedrohte Tierart auszuheben.

Neufahrn – Das von Bio-Landwirt Lorenz Kratzer bewirtschaftete Gelände und die naturnahe Beweidung ist für die Ansiedlung der auf der roten Liste geführten Gelbbauchunke ideal: Zehn bis 15 Mutterkühe leben dort – und ebnen quasi auf dem Gelände den Weg für den Froschlurch mit dem markanten, gelben Fleckenmuster auf der Unterseite. Denn überall dort, wo sich Wasser ansammelt und wieder trocknet, fühlt sich „Bombina variegata“, so die wissenschaftliche Bezeichnung, pudelwohl.

Doch davon gibt’s leider immer weniger. Trockenlegungen, Zuschüttungen, Müll, Dünger und Umweltgifte haben den Bestand der Gelbbauchunke in der Vergangenheit schwinden lassen. Das Schutzprojekt „Allen Unkenrufen zum Trotz“ will das ändern – und neue Lebensräume für die Tierart schaffen. Das Gelände in Giggenhausen eignet sich hervorragend: Es gehört der Gemeinde Neufahrn. Und die stellt, wie Bürgermeister Franz Heilmeier beim „Spatenstich“ betonte, das Areal gerne zur Verfügung. „Die naturnahe Charakteristik ist ideal, um es hier auszuprobieren.“

Wie Bombina variegata in Giggenhausen heimisch werden könnte, erklärte Manfred Drobny vom Bund Naturschutz, der gemeinsam mit sechs oberbayerischen Landkreisen das vom Bundesamt für Naturschutz geförderte Programm „Allen Unkenrufen zum Trotz“ plant und organisiert: „Es gibt noch verinselte Vorkommen, beispielsweise im Raum Kranzberg und Fürholzen.“ Von dort aus – so lautet Plan A – soll die Gelbbauchunke den Weg nach Giggenhausen möglichst selber finden. Falls nicht, greift Plan B: Man siedelt die Tierart aktiv an.

„Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt. Wir werden beobachten, ob es die Gelbbauunke selbst schafft“, sagt Drobny. Über „Trittsteine“ wie in der Gemeinde Neufahrn, so lautet das Ziel, soll sich „Bombina“ möglichst wieder in ganz Bayern ausbreiten.

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