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Stolz auf 25 Jahre Kreuzbund in Neufahrn: (v. l.) Franz Kellermann, Gruppenleiter Martin Kalvelage und Pfarrer Wolfgang Lanzinger.

25 Jahre Kreuzbund in Neufahrn

Arbeit, die man nicht sieht

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Neufahrn - Vor ziemlich genau 100 Jahren wurde der Kreuzbund offiziell als Fachorganisation des Deutschen Caritasverbandes gegründet. Seit 25 Jahren gibt es, von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, auch in Neufahrn eine Ortsgruppe des Kreuzbundes. Dieser spielt als Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft eine wichtige Rolle für betroffene Menschen, die trotz ihrer Krankheit ein erfülltes und trockenes Leben führen wollen.

Das Besondere an der Organisation des Kreuzbundes: Von Anfang an übernahmen Suchtkranke selbst führende Funktionen im Verband. Gleiches gilt für die mittlerweile rund 1300 Selbsthilfegruppen des Kreuzbundes, in denen wöchentlich zirka 20 000 Menschen zusammenkommen. Diese „betroffene Kompetenz“ ist es auch, die Vertrauen schafft und Ermutigung. Sie ist bei denen vorhanden, die die Risiken und Nebenwirkungen der Sucht persönlich und an eigenem Leib und Seele erfahren haben.

Im Durchschnitt seit Gründung 1992 sind es in Neufahrn acht Personen, die einmal wöchentlich, am Mittwochabend, zum zwanglosen Treffen um halb acht in der katholischen Pfarrei St. Franziskus zusammenkommen. Gruppenleiter Martin Kalvelage, bei dem seit 2005 in Neufahrn die Fäden zusammenlaufen, hat ein paar nüchterne, aber imponierende Zahlen und Fakten zusammengestellt.

In der Gesamtbilanz seit Anfang der 90er Jahre addieren sich 10 506 Besuche von rund 150 verschiedenen Teilnehmern – etwa drei bis vier Mal so viel Männern wie Frauen. Etwa 80 Prozent der Gruppe ist berufstätig. Neben den wöchentlichen Zusammenkünften gibt es auch Nikolaus- und Weihnachtsfeiern. Auch zu weiteren gemeinsamen Freizeitunternehmungen wird eingeladen, zu touristischen und kulturellen Ausflügen etwa oder einer Tageswanderung. Regional und überregional besuchen die Mitglieder des Kreuzbundes Suchteinrichtungen, stellen sich und ihr Angebot beispielsweise Patienten während ihrer Entgiftung vor.

Das Jubiläum wurde im überschaubaren Kreis im Gemeindesaal von St. Franziskus gefeiert, wo die „Kreuzbündler“ ja seit einem Vierteljahrhundert zu Hause sind und sich wohl fühlen. Pfarrer Wolfgang Lanzinger ließ es sich nicht nehmen, als Ehrengast und Hausherr bei der Feier mit dabei zu sein. An der hübsch mit Blumen und Kerzen geschmückten Tafel ließen sich die gut zwei Dutzend Gäste verwöhnen, neben den Gruppenmitgliedern und deren Partner auch eine Abordnung aus der Freising. Wie gut, wenn man einen passionierten Profi-Koch in den eigenen Reihen hat, der es sich nicht nehmen lässt, ein ebenso leckeres wie opulentes kalt-warmes Buffet zu kreieren. Nicht fehlen durfte eine große Bandbreite nicht-alkoholischer Getränke.

„Wir feiern gerne“ gab Franz Kellermann, Vorsitzender des Kreuzbundes im Diözesanverband München und Freising, bei seiner Begrüßung als Motto aus. Alle miteinander traten den Beweis dafür an, wie ein genussreicher Abend ausschauen kann – natürlich ganz ohne Promille. Kellermann verglich trockene Alkoholiker mit Ausdauersportlern und als Beispiele für „ein Leben mit Suchterkrankung, das gelingen kann.“ Er würdigte die Kreuzbundmitglieder, einige von ihnen sind schon zehn oder sogar 20 Jahre mit dabei, für „eine Arbeit, die man nicht sieht.“ Die eigentliche Leistung bestehe darin, Hilfen in Krisensituationen zu geben.“ Er hoffe, dass sich das „Gemeinschaftswerk“ noch lange fortsetze.

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