Aus dem Bauausschuss

Arbeiterwohnheim verhindert

Die Gefahr, dass an der Vogelweide ein Boardinghaus, sprich ein Arbeiterwohnheim entsteht, scheint gebannt. Stattdessen hat der Bauausschuss jetzt einem abgewandelten Konzept des Bauwerbers, das den Titel „Serviced Appartements“ trägt, zugestimmt.

Neufahrn - Einen Bebauungsplan aufzustellen und damit die ungeliebte Nutzung als Boardinghaus auszuschließen, wäre rechtlich schwierig gewesen. Denn, wie es jetzt in der Darstellung des Sachverhaltes hieß, umfasst der Begriff „Boardinghaus“ ein breites Spektrum an zeitlich befristetem Wohnen. Deshalb hatte der Gemeinderat im Mai auch beschlossen, besagtes Bebauungsplanverfahren mit entsprechenden Festsetzungen nicht weiter zu verfolgen.

Die „Serviced Appartments“ unterscheiden sich nach Darstellung der Verwaltung „deutlich von einem Boardinghaus im Sinne eines Arbeiterwohnheims“. Eine mit einem Wohnheim einhergehende Belastung des Umfeldes stehe demzufolge nicht zu befürchten, wie es hieß. Besagte zwölf Appartements sind nach einer Projektbeschreibung zwischen 18,5 und 45 Quadratmeter groß. Zur vollmöblierten Ausstattung zählen etwa eine Küchenzeile mit Geschirrspüler, Herd, Kühlschrank und Kaffeemaschine. Des Weiteren verfügen die Appartements über Flachbildfernseher, eine Musikanlage und ein Tablet zur Lichtsteuerung.

Was man jetzt erreicht hat, bezeichnete Burghard Rübenthal (CSU) als „Kompromiss“, mit dem beide Seiten leben können. Strittig war nämlich nicht nur die Nutzung, sondern auch die Erschließung des Bauprojektes über die Vogelweide. Auch hier ist der Antragsteller den Vorstellungen der Gemeinde offenbar entgegengekommen – mit einer so genannten „Rückstoßfläche“, die in etwa den Anforderungen eines Wendehammers entspricht.

Einen „Etikettenschwindel“ was die Nutzung betrifft, ist laut Bauamtsleiter Michael Schöfer nicht zu befürchten. In dem Falle könnte das Landratsamt einschreiten, erklärte Schöfer. Bürgermeister Franz Heilmeier sprach von einer „guten Entwicklung“ und davon, dass man die rechtliche Lage „intensiv und umfangreich“ geprüft habe.

Das modifizierte Bauvorhaben besteht nun aus zwei Mehrfamilienhäusern, elf Wohnungen und einem Appartementgebäude mit zwölfWohneinheiten. Nötige Stellplätze sind nachgewiesen – größtenteils in einer Tiefgarage und auch oberirdisch.

Eine Einigung hat man auch im Falle eines geplanten, kleinen Hotels an der Bahnhofstraße erzielt. Auch hier empfand man die geplante Nutzung als problematisch. Als Alternative brachte man im Gemeinderat ein Studentenwohnheim ins Spiel, weil dadurch die Parkplatzsituation nicht so belastet würde. Mit Erfolg: Jetzt entstehen an gleicher Stelle 18 Mikro-Appartements.

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