„Schmeckt ned schlecht“: Die Weißwurst auf Weizenbasis, die ÖDP-Bundestagskandidatin Emilia Kirner bei ihrem Wahlkampfauftakt im Gasthof Maisberger servierte, kam ganz gut an.
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„Schmeckt ned schlecht“: Die Weißwurst auf Weizenbasis, die ÖDP-Bundestagskandidatin Emilia Kirner bei ihrem Wahlkampfauftakt im Gasthof Maisberger servierte, kam ganz gut an.

Ihre Themen: Mobilität, Gleichberechtigung und Transparenz

Radikales Umdenken gefordert: ÖDP-Kandidatin Emilia Kirner startet mit veganen Weißwürsten in den Wahlkampf

ÖDP-Bundestagskandidatin Emilia Kirner ist in den Wahlkampf gestartet - mit einem Frühschoppen passend zur politischen Einstellung.

Neufahrn – Emilia Kirner, ÖDP-Bundestagskandidatin, ernährt sich vegan. „Weil’s gut ist für den Planeten, für die Gesundheit und das Tierwohl.“ Um ökologische Politik anderen schmackhaft zu machen, wurden bei ihrem Wahlkampfauftritt im Gasthof Maisberger in Neufahrn vegane Weißwürste aufgetischt. Auch wenn sich die Optik doch erheblich vom fleischhaltigen Original unterscheidet, war die Resonanz auf die Wurst auf Weizenbasis ganz gut: „Schmeckt ned schlecht“, „man kann’s scho essen“ und „geht scho“ war am Tisch zu hören – aus bayerischem Mund fast richtiges Lob.

„Echte ökologische und demokratische Alternative“

Neue Chancen, Ideen, eine neue ökologische Politik der Generation, der die Zukunft gehört: Dafür tritt die 23-jährige Freisinger ÖDP-Stadträtin als Direktkandidatin am 26. September an. Die Master-Studentin der Lebensmittelchemie ist stellvertretende Bundesvorsitzende der Jungen Ökologen, Mitglied im Landesvorstand und Fraktionssprecherin im Freisinger Stadtrat. Die ÖDP sieht sie bei der „historischen Wahl“ gut aufgestellt: Sie stelle in allen Wahlkreisen Direktkandidaten und laut Kirner „eine echte ökologische und demokratische Alternative“.

Austausch im kleinen Kreis: Vor 14 Anwesenden sprach Emilia Kirner über ihre drei Kernthemen Mobilität, Gleichberechtigung und Transparenz in der Politik.

Vor 14 Anwesenden richtete Kirner ihren Blick auf drei ihrer Schwerpunktthemen: Mobilität, Gleichberechtigung und Transparenz in der Politik. „In der Verkehrspolitik muss radikal umgedacht werden. Wir müssen das Urbedürfnis der Menschen nach Mobilität stillen und dabei weg vom Auto kommen.“ Viel Zeit bleibe aber nicht mehr. „Es ist fünf nach zwölf“, unterstrich sie mit Blick auf den Klimawandel. Statt in Straßenausbau will die ÖDP 25 Milliarden Euro in Klimaneutralität investieren. Der Staat müsse dafür die Rahmenbedingungen schaffen – und Alternativen anbieten. „Jeder wählt das bequemste, schnellste und sicherste Verkehrsmittel. Also muss der Staat dafür sorgen, dass Bus, Bahn und Rad die Mittel der Wahl sind.“

Vor allem im ländlichen Raum hapere es noch gewaltig. Der viergleisige Ausbau der notorisch überlasteten Bahnstrecke von München nach Freising und weiter nach Landshut stehe seit Jahrzehnten auf dem Papier, werde aber nicht umgesetzt. „Smarte“ Angebote sieht Kirner als sinnvolle Ergänzung, also Mitfahrgelegenheiten, Carsharing und On-Demand-Angebote, gebündelt in einer App. Ein positives Beispiel zum ÖPNV-Ausbau zeigte Neufahrns Umweltreferent Florian Pflügler in einem Videoclip auf: In die nördlichen Ortsteile Neufahrns gab es bis dato nicht einmal eine Busanbindung. Ab Dezember ändert sich das – dann fährt ein Bus im Stundentakt zwischen 6 bis 23 Uhr. „Es zeigt, dass es machbar ist,“ unterstrich Felix Bergauer, ÖDP-Gemeinderat in Neufahrn.

Dritte Startbahn: „Der Bedarf ist nicht da“

Kirner tritt außerdem für mehr Gleichberechtigung von Frauen in Politik, Beruf und Wirtschaft ein: „Eine Frauenquote von unter 30 Prozent im Freisinger Stadtrat und 31 Prozent im Bundestag: Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein sollten.“ Zugleich sprach sie sich für mehr Transparenz in der Politik aus: „Amthor, Maskenaffäre und Wirecard“ hätten deutlich gezeigt, dass es strengere Regeln in puncto Lobbyismus brauche. Die Trennung von politischem Mandat und wirtschaftlichen Interessen ist eine ihre Forderungen.

Auch zur dritten Startbahn hat Kirner eine klare Haltung: „Der Bedarf ist nicht da, und das Verfahren muss endlich eingestellt werden. Denn es beeinflusst nach wie vor die Verkehrsplanungen in Freising. Die Verkehrsprognosen sind immer noch auf ein starkes Wachstum ausgerichtet.“ Diese Wachstumszahlen, davon ist Bergauer überzeugt, werde es angesichts von Homeoffice und einer verstärkten virtuellen Ausrichtung vieler Unternehmen nicht geben.

Eva Oestereich

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